Rotationscafé

Stiftung verleiht Riesen-Balalaika dauerhaft an Druschba

Das ist das gute Stück: Johannes Schmidt freut sich über die 1,50 Meter große Kontrabass-Balalaika aus 1952. Foto: Doro Siewert
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Das ist das gute Stück: Johannes Schmidt freut sich über die 1,50 Meter große Kontrabass-Balalaika aus 1952.

Ensemble freut sich über ein außergewöhnliches Instrument – Familie Schmidt ist heute im Video bei KuK zu sehen

Von Peter Klohs

Remscheid. Im Rotationscafé von Johannes Schmidt, im Herzen der Lenneper Altstadt, steht ein Brocken von Musikinstrument: Ein dreieckiger, an eine Pyramide gemahnender Korpus aus Holz, überspannt von gerade einmal drei Saiten, ein langer Hals. So eine Subkontrabass-Balalaika ist schon beeindruckend. Gerne erzählt Johannes Schmidt die Geschichte des Instruments, das jetzt im Balalaika-Orchester Druschba eingesetzt wird.

„Ausgangspunkt der Geschichte ist Peter Rohland“, erzählt Schmidt, „ein großartiger Musiker, der gleichzeitig Volksliedforscher war.“ Johannes Schmidt lernte ihn beim Festival Chanson Folklore International auf Burg Waldeck im Hunsrück kennen, ein Treffen der damals berühmten Liedermacher-Szene von Degenhardt bis Wader, die Peter Rohland organisierte und das bis heute stattfindet. „Leider ist Peter nicht alt geworden. Er starb im Alter von 33 Jahren an einem Gehirntumor.“

Peter Rohland hatte sich stark für die russische Folklore interessiert und sich im Jahr 1952 eine Subkontrabass-Balalaika in Berlin bauen lassen. „Von einem Herrn Kreml“, weist Johannes Schmidt auf den Namen hin, der auf dem Holzkubus zu sehen ist. „Der hieß wirklich so“, sagt er zu der ungewöhnlichen Namensgleichheit.

Die Peter-Rohland-Stiftung wurde auf das Balalaika-Orchester Druschba (zu Deutsch: Freundschaft) aufmerksam und nahm Kontakt zu Johannes Schmidt auf. „Wir haben über viele Jahre den Sänger Ivan Rebroff weltweit begleitet“, erinnert sich Schmidt. „Das hat auch im Internet Spuren hinterlassen.“

Die Stiftung wollte das riesige Instrument, das bis vor kurzem auf der Burg Waldeck stand, im Sinne Peter Rohlands einsetzen und bot die Balalaika dem Orchester an. „Als Dauerleihgabe“, verrät Johannes Schmidt. So kam es, dass er im Oktober selbst nach Waldeck fuhr und das Instrument abholte. „Jetzt haben wir drei Bässe im Orchester“, ist der passionierte Musiker stolz. „Und nächstes Jahr, wenn alles gut geht, spielen wir mit diesem Instrument auf dem Festival auf der Burg Waldeck.“ Und in Rostow in Russland.

„KuK Ma!“: Maximilian Süss stellt die Familie Schmidt und das Rotationstheater heute im Video bei „Kunst und Kultur in Remscheid“ vor: kuk-remscheid.de

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