Beethovenstraße

Sie rettet das Familiencafé „Kamelinchen“

Denise Wendland (48) übernimmt das Familiencafé „Kamelinchen“ an der Beethovenstraße/Ecke Hindenburgstraße.
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Denise Wendland (48) übernimmt das Familiencafé „Kamelinchen“ an der Beethovenstraße/Ecke Hindenburgstraße.
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Denise Wendland erfüllt sich einen Lebenstraum. Sie öffnet auch sonntags zu Kaffee, Kuchen und Waffeln für die Nachbarn.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Ihr Lebenstraum wird nach 15 Jahren in der Beethovenstraße 1 in Alt-Remscheid endlich Wirklichkeit: Denise Wendland (48) übernimmt das Familiencafé „Kamelinchen“ von Saskia Habermann und ihrer Mutter Sabine Kamin. Nach nur vier Monaten mussten die beiden das „Kamelinchen“ schweren Herzens aus gesundheitlichen Gründen in neue Hände geben. „Wir freuen uns riesig, dass unser Konzept eines Familiencafés dort weitergeführt wird“, sagt Saskia Habermann. Und es wird sogar erweitert.

Im Internet stolperte die gebürtige Lenneperin Denise Wendland über die Immobilie. Ein Glückstreffer. „Denn ich gucke schon jahrelang durch die Gastronomie im Bergischen. Hier an der Beethovenstraße hat alles sofort gepasst. Ich finde das Haus so schön.“ Seit 15 Jahren träumt die 48-Jährige, die selbst zweifache Mutter von zwei erwachsenen Söhnen ist, bereits von einem eigenen Café. Doch es kam alles erst mal anders.

Alle sind bei mir willkommen, auch die Dame mit Hund.

Denise Wendland

Denise Wendland heiratete nach Radevormwald, wo sie auch 15 Jahre gelebt hat, zog zwei Kinder groß und entwarf Keramik. Mit ihrer Keramikkunst war sie jahrelang auf Kunsthandwerkermärkten vertreten, so auch von 2006 bis 2013 beim Kunsthandwerkermarkt auf Schloss Burg. Nebenbei kellnerte sie in zwei italienischen Restaurants in Rade. „Eins bot samstags Frühstück an. Es kamen immer Alt und Jung dorthin, das war richtig schön“, erzählt sie – der Traum von der eigenen Gastro entstand. „Ich wollte immer ein Café oder ein Ausflugslokal eröffnen, ich hatte auch tatsächlich schon mal an ein Café mit Kinderspielecke gedacht“, erzählt sie.

Jahrelang habe sie an eigenen Konzepten gearbeitet, Kostenpläne erstellt, mit einem Stadtplaner zusammen überlegt. Aber es ergab sich nie der passende Ort. Denn ein gut laufendes Café stehe und falle mit dem perfekten Standort, ist sich die 48-Jährige sicher, die vor Corona erst im Fitnessstudio und zuletzt als selbstständige Reinigungskraft gearbeitet hat. Den perfekten Ort hat Denise Wendland, die nun auch wieder in Remscheid lebt, jetzt an der Beethovenstraße/Ecke Hindenburgstraße gefunden.

Hier will sie neu durchstarten – mit einem neuen Konzept. Montags, dienstags und mittwochs möchte Denise Wendland von 9 bis 13 Uhr ein reines Familiencafé mit Frühstücksvarianten für kleines Geld anbieten. Den Namen „Kamelinchen“ will sie dafür übrigens beibehalten. Es gibt nach wie vor Platz für Kinderwagen, einen Still- und Wickelbereich und natürlich viel Platz zum Spielen und Toben. „Ich finde ein Familiencafé so wichtig“, sagt sie.

Sonn- und feiertags möchte Wendland von 10 bis 17 Uhr unter dem Titel „Café Sonntag“ neben dem Frühstück auch Kuchen, Torten und Waffeln speziell für Nachbarn und Senioren anbieten – alles selbst gemacht, bergisch und teilweise vegan, je nach Saison wechselnd. Es gibt auch selbst gemachtes Eis, Smoothies und Proteinshakes. Alles auch zum Mitnehmen. „Aus Liebe zum Genuss“ ist ihr Credo.

„Die Preise sind mir zudem sehr wichtig. Ich möchte, dass sich jeder den Cafébesuch leisten kann“, sagt Wendland. „Ich möchte die Menschen, die hier leben, ansprechen. Alle sind bei mir willkommen, auch die alte Dame mit Hund.“ Auf die neue Gastro-Kaffeemaschine freut sie sich besonders. Denn so eine hatte das italienische Restaurant in Rade auch.

Zum 15. August will Wendland, die auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, öffnen. Bis dahin wird noch neuer Boden verlegt: Die Fliesen weichen Vinylboden in Holzoptik. Am Spielbereich und an der Bestuhlung ändert sich hingegen nichts. „Ich kann gut kellnern, gut mit Menschen umgehen und gut backen“, erzählt sie lachend und gesteht, dass sie ganz schön aufgeregt ist. Schließlich geht hier ihr Lebenstraum in Erfüllung.

Zukunftspläne

Außengastro: Vielleicht kommt bald eine Bestuhlung auf dem Gehweg hinzu. Dafür hat Denise Wendland eine Genehmigung.

Mieten: Familien können die 100 Quadratmeter großen Räume für Geburtstage mieten. „Ich würde sie auch für Kita-Eltern-Abende, für Meetings und Co. zur Verfügung stellen.“

Ausweitung: Wird das Familiencafé gut angenommen, könnten Öffnungszeiten erweitert werden.

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