Benefizkonzert am 29. Mai in der Lutherkirche

Mixed Generations singen für die kleine Sophie mit Demenz

Sie proben Popsongs, Gospels, aber auch Filmmusik für das Benefiz: die Sängerinnen und Sänger von Mixed Generations.
+
Sie proben Popsongs, Gospels, aber auch Filmmusik für das Benefiz: die Sängerinnen und Sänger von Mixed Generations.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
    schließen

Unterstützt wird damit die Selbsthilfegruppe „Hör mir zu!“.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Stimmgewaltig wie bei Adele erklängt „To Make You Feel My Love“ durch die Versöhnungskirche. Das Lied, das Bob Dylan einst schrieb, hallt nicht nur in den Mauern, sondern auch im Herzen nach. „Könnt ihr das noch ein wenig verliebter singen?“, fragt Chorleiter Christoph Spengler „seine“ Mixed Generations − und die geben noch noch mal alles. Genauso wie bei „A Million Dreams“ aus dem Film „The Greatest Showman“ und „I Will Be With You“, einem modernen Gospel von Joel Raney. Schon bei dieser Chorprobe wird in Hinblick auf das Benefizkonzert am 29. Mai deutlich: Das wird Gänsehaut pur. Taschentücher sollten mitgebracht werden.

Vor allem, wenn dann auch noch der Vater von der kleinen Sophie (5, Name geändert) offen und ehrlich vom Schicksal der Familie berichtet. Denn Sophie hat Kinderdemenz. Sie kann sich dadurch so gut wie gar nicht bewegen. Hilfsmittel wie ein spezieller Buggy und ein Therapiehochstuhl, damit die kleine Sophie am sozialen Leben teilnehmen kann, wurden bislang abgelehnt. Die Familie ist verzweifelt. Susanne Heynen von der Selbsthilfegruppe „Hör mir zu!“ für Angehörige von Menschen mit Demenz hat sich des Falls angenommen.

Kinderdemenz: Der Familie von Sophie fehlt ein Buggy

Und es ist kein Einzelfall: Susanne Heynen betreut sechs Kinder mit Kinderdemenz in Remscheid und Wuppertal. „Hör mir zu!“ haben die RGA-Leserinnen und Leser zuletzt auch bei der RGA-Wohltätigkeitsaktion „Helft uns helfen“ unterstützt. Doch nun tun sich weitere Fälle auf, Kinder brauchen Hilfe. „Ich möchte die Familie unterstützen und hoffe auf viele Spenden beim Benefizkonzert, damit wir die erforderlichen Hilfsmittel besorgen können“, sagt Heynen. „Denn auch ein krankes Kind hat jede Hilfe verdient, um lange zu leben.“

Dringend benötigt wird der Buggy. „Wir würden gern viel mehr mit ihr raus, uns fehlt aber der Buggy. Zuletzt haben wir Sophie noch abwechselnd eine Stunde durch die Stadt getragen. Ein eigenständiges Gehen ist nicht mehr möglich“, berichtet die Lebensgefährtin des Vaters.

Unterstützt wird die Familie nun nicht nur durch „Hör mir zu!“, sondern auch durch die Mixed Generations. Der Pop- und Gospelchor erhebt dazu kommende Woche Sonntag in der Lutherkirche seine Stimmen − und sorgt für ein Unplugged-Konzert mit Liedern, die unter die Haut gehen. „Ohne Technik und viel drumherum, damit mehr Geld für die gute Sache übrigbleibt“, sagt Christoph Spengler, der am Klavier begleitet. Für ihn ist es eine Herzensangelegenheit, für die kleine Sophie und die vielen anderen Fälle von Demenz aufzutreten. „Ich weiß selbst, was es bedeutet und wie schmerzhaft es für die Verwandten ist, wenn einem der geliebte Mensch entgleitet.“ Von daher sei die Arbeit, die „Hör mir zu!“ leiste, Gold wert.

Benefizkonzert: Sonntag, 29. Mai, 18 Uhr, Lutherkirche, Eintritt frei, Spende am Ausgang für „Hör mir zu!“ erbeten.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kulturstätten hoffen auf mehr Publikum
Kulturstätten hoffen auf mehr Publikum
Kulturstätten hoffen auf mehr Publikum

Kommentare