Ehrenamt

Sie sind die guten Seelen der Klosterkirche

Sie sind die guten Seelen der Klosterkirche: Gabi Hötte, Cornelia Rörig, Peter Rörig, Birgid Lepperhoff, Sabine Jakobi, Ulf Rohlandt, Christiane von der Mühlen, Peter Sieper, Bernd Hager, Birgit Sieper, Gunnar Erbe, Henni Keßel, Ulrike Brieske, Annette Sengespeick, Gudrun Bühl, Udo Fischer, Carsten Greif, Ruth Nelles, Barbara Hampe, Frauke Everhan-Bornschier und Monika Hanft. Foto: Michael Sieber
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Sie sind die guten Seelen der Klosterkirche: Gabi Hötte, Cornelia Rörig, Peter Rörig, Birgid Lepperhoff, Sabine Jakobi, Ulf Rohlandt, Christiane von der Mühlen, Peter Sieper, Bernd Hager, Birgit Sieper, Gunnar Erbe, Henni Keßel, Ulrike Brieske, Annette Sengespeick, Gudrun Bühl, Udo Fischer, Carsten Greif, Ruth Nelles, Barbara Hampe, Frauke Everhan-Bornschier und Monika Hanft.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Ohne sie läuft hier nichts: Der ehrenamtliche Kulturkreis sichert Veranstaltungen, organisiert und vermittelt.

Remscheid. Die Klosterkirche in Lennep hat eigentlich nicht nur drei, sondern mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn viele Schultern stemmen hier gemeinsam den Kulturbetrieb, viele Menschen sorgen dafür, dass „ihre Klosterkirche“ fortbestehen kann. Denn der 520 Personen starke Förderverein Kulturzentrum Klosterkirche trägt die Veranstaltungsstätte im Herzen der Lenneper Altstadt nicht nur monetär, sondern auch mit den eigenen Händen.

Dafür sorgen die guten Seelen des Kulturkreises, die sich in ihrer Whatsapp-Gruppe „Die Klostergeister“ nennen. Die etwa 20 Personen, überwiegend aus Lennep, bringen sich aktiv mit ein – und arbeiten so Hand in Hand mit Kulturmanagerin Andrea Preker. Der Jüngste ist 21, der Älteste 78. Gerade sind drei neue hinzugekommen. Die Hälfte setzt sich neben dem Beruf für die Kloki ein, die anderen sind Rentner. „Ohne sie läuft hier nichts“, sagt Kulturmanagerin Andrea Preker.

Das ehrenamtliche Engagement ist dabei eigentlich genau so alt wie die Kulturstätte selbst: Angesichts des drohenden Abrisses der ehemaligen Minoritenkirche schlossen sich bereits 1983 engagierte Bürger in einem Verein Klosterkirche zusammen, um eines der städtebaulich und kulturhistorisch bedeutendsten Gebäude Lenneps zu erhalten. Daran kann sich die Lenneperin Birgid Lepperhoff noch gut erinnern. Die Apothekerin war von Anfang an dabei, als es galt, 100 000 DM für das geplante Kulturzentrum aufzubringen. Denn die Fördermittel des Landes NRW und der Stadt Remscheid deckten nur den größten Teil der Restaurierungskosten ab – den Rest musste der Verein zusammenbekommen. „Wir liefen damals mit einem Tablett über den Wochenmarkt und verkauften Schnaps der Destillerie Frantzen für 1 Mark“, erzählt Birgid Lepperhoff, deren Mutter übrigens einst die ersten Kutten für die Klosterkirche genäht hat. Der Vorstand trug diese oft bei Veranstaltungen. Auf dem Altstadtfest wurde gesammelt, es gab eine amerikanische Versteigerung – die benötigten 100 000 DM kamen schnell zusammen. „Jeder hat mitgezogen, das war faszinierend“, sagt Birgid Lepperhoff.

Am 5. September 1987 erfolgte schließlich die Einweihung der historischen Stätte als Kultur- und Bürgerzentrum. „Es war hier vorher nie etwas los. Jeder war so glücklich, dass mittendrin so ein Kleinod geschaffen wurde“, sagt auch die Lenneperin Ulrike Brieske. Sie kam als Besucherin in die Kloki – und blieb. Seit rund 20 Jahren ist die Sozialarbeiterin ebenfalls eine der guten Seelen im Kulturkreis. „Ich habe mich dabei immer mehr hochgearbeitet.“

Die Ehrenamtler reparieren Stühle, streichen Wände, putzen. Vor allem stellen sie aber den Betrieb von Veranstaltungen sicher. Vier bis sechs von ihnen sind immer dabei. Andrea Preker schreibt vorab Dienstpläne, die „Klostergeister“ können sich eintragen.

Wer abends zu Kabarett oder Musik eintritt, wird oft als erstes von Birgid Lepperhoff empfangen. Die nächsten guten Seelen kontrollieren die Tickets und weisen Plätze an. Andere wiederum kontrollieren die Fluchtwege. Im Gegenzug dürfen die Ehrenamtler die Veranstaltung miterleben. „Sie bringen alle ein gewisses Know-how mit“, lobt Kulturmanagerin Andrea Preker, die froh ist, ein so starkes Team an ihrer Seite zu haben.

„Dann treffen sich die Abijahrgänge der letzten 20 Jahre.“

Birgid Lepperhoff über Soul Shake

Vor allem bei den Weihnachts-Soul-Shake-Partys oder wenn Größen wie die Bläck Fööss auftreten, braucht es mehr Hände und Augen. „Bei Soul Shake treffen sich die Abijahrgänge der letzten 20 Jahre“, sagt Birgid Lepperhoff.

Dann wird viel geklönt, die Atmosphäre ist familiär – was vor allem das Stammpublikum schätzt. „Es lebt von der guten Kontaktpflege“, sagt Lepperhoff. Viele seien auch an der Arbeit des Kulturkreises interessiert, ergänzt Ulrike Brieske. Kein Wunder, dass sie auch im Bekanntenkreis stets für „ihre“ Kloki wirbt. Sie ist überzeugt: „Die angenehme Atmosphäre und das niveauvolle Programm überzeugen.“ Oft werde sie in der Stadt angesprochen: „Wissen Sie, ob es noch Karten gibt?“ Denn die Kulturkreisler sind nicht nur die guten Seelen des Hauses, sondern auch Kulturbotschafter.

Der Verein

Der Förderverein Kulturzentrum Klosterkirche umfasst 520 Mitglieder – und ist damit einer der größten Vereine Remscheids. Die nächste Jahreshauptversammlung ist für 10. Mai, 17.30 Uhr, geplant. Mitglieder erhalten unter anderem 20 Prozent Rabatt auf Karten und 10 Prozent auf eine Raummiete. Mehr Informationen: klosterkirche-lennep.de

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