Kulturmanagerin

Andrea Preker: „Die Klosterkirche ist eine wandelbare Eventbox“

Andrea Preker ist seit Mitte April die neue Kulturmanagerin der Klosterkirche. Foto: Michael Sieber
+
Andrea Preker ist seit Mitte April die neue Kulturmanagerin der Klosterkirche.

Andrea Preker, die neue Kulturmanagerin des Kulturzentrums in Lennep, über ihren Start mitten im Lockdown, Wünsche und Pläne.

Das Gespräch führte Melissa Wienzek

Remscheid. Frau Preker, Sie sind nun seit einem Monat die neue Kulturmanagerin der Klosterkirche. Was haben Sie in den vergangenen vier Wochen getan, da die Klosterkirche in der Pandemie ja noch geschlossen ist?

Die Klosterkirche in Lennep,

Andrea Preker: Zunächst einmal musste ich mich einleben – dazu gehört, das Gebäude, die Technik und die Kollegen kennenzulernen. So auch die Ansprechpartner, Vereinsmitglieder und Geschäftspartner. Dann musste ich mich ins daily business einarbeiten, zum Beispiel in Verträge, Budgetierungen und Statistiken. Ich habe aber die meiste Zeit damit verbracht, geplante Termine abzusagen oder zu verschieben. Denn an einem Auftrittstermin hängt viel dran: Vorverkauf und Verträge müssen beispielsweise geändert und Künstler kontaktiert werden.

Sie haben diese Stelle in einer denkbar schweren Zeit angetreten. Warum haben Sie sich dazu entschieden, im Lockdown in das Kulturzentrum zu wechseln?

Preker: Weil ich sicher bin, dass dieser Lockdown irgendwann vorbei ist. Außerdem hatte ich das Bedürfnis, kleine, feine Veranstaltungen auszurichten, am liebsten in meiner Wohnortnähe. Großveranstaltungen habe ich in meinem bisherigen Job lange organisiert. Ich sehe in nächster Zeit für kleinere Veranstaltungen auch mehr Chancen als für Großveranstaltungen. Ich denke, dass die Klosterkirche mit ihrer Größenordnung eher wieder an den Start kommt als die ganz großen Spielstätten. Und es reizt mich, den Neustart der Klosterkirche zu begleiten.

Gibt es Signale, wann die Klosterkirche wieder öffnen könnte?

Preker: Die Spielzeit ist Ende Juni zu Ende. Vielleicht schaffen wir es, Mitte/Ende Juni noch eine Veranstaltung zu organisieren. Im Moment sieht es aufgrund des Inzidenzwertes aber nicht so aus.

Unter welchen Bedingungen wird es einen Neustart geben?

Preker: Das Corona-Konzept haben wir uns bereits 2020 genehmigen lassen, es beinhaltet die Abstands- und Hygienemaßnahmen. Wir dürfen dann 70 Personen auf Abstand im Minoritensaal empfangen, immer angeordnet zu zwei Plätzen mit einem Tisch. Wir planen, eine digitale Kontaktverfolgung einzusetzen wie die Luca-App, wollen aber auch die Papiererfassung zulassen. Wenn das Wetter mitspielt, könnte man einen Restart im Innenhof feiern. Ich denke, dass wir noch länger unter Corona-Bedingungen spielen werden. Selbsttests sehe ich bei uns nicht. Aber es gibt ja nun überall Testzentren. Ich möchte aber auch kein Risiko eingehen. Wir öffnen nur, wenn es sicher ist. Und wir müssen auch nicht die Ersten ein.

Welche Ziele und Wünsche haben Sie für die Klosterkirche?

Preker: Das, was hier gut ist, soll auch weiter gut bleiben. Ich finde den Spielplan für die nächste Saison sehr gelungen, wir haben eine sehr große Vielfalt. Wir möchten weiter eine Vielzahl von Menschen ansprechen und Kultur für alle möglich machen, in gewissem Maße bodenständig bleiben. Das Angebot sollte ein Mix aus Bewährtem und Innovationen sein. Wir werden übrigens auch bald einen neuen Internetauftritt haben. Wir sind nun auch präsenter auf Facebook und Instagram, um auch Jüngere zu erreichen. Denn das möchte ich gerne intensivieren. Was ich mir auch wünsche: Die Vereinsmitglieder könnten eigene Ideen für die Klosterkirche entwickeln.

Womit punktet die Klosterkirche in Lennep?

Preker: Sie hat ein unvergleichbares Ambiente und eine Wahnsinns-Atmosphäre. Wir sind hier zum Glück nicht auf ein Thema festgelegt. Hier habe ich ein weißes Kirchenschiff, das ich modern für ein Popkonzert oder klassisch als Hochzeitslocation zur Verfügung stellen kann. Die Klosterkirche ist wie eine Eventbox, in die man etwas hineinpacken kann. Sie ist sehr wandelbar. Künstler profitieren davon, dass die Klosterkirche eine Lücke schließt im Bereich 100 bis 400 Zuschauer. Die Marke über 100 ist für viele Künstler eine magische Schwelle. Es gibt viele, die in diesem Publikumsbereich spielen. Und die Künstler fühlen sich hier wohl. Das Heimelige wird auch von den Gästen geschätzt. Zudem sind wir mitten in der Altstadt, haben einen schönen Innenhof, eine angeschlossene Gastronomie und ein Parkhaus. Außerdem haben wir eine neue, innovative Lichttechnik. Ich denke, das alles könnte auch für Firmen interessant sein, um unkompliziert eine Tagung oder eine Abendveranstaltung stattfinden zu lassen.

Wie wird der neue Spielplan ab Herbst aussehen?

Preker: Abwechslungsreich. Ich möchte gar keinen Künstler einzeln hervorheben. Alle Termine sind bereits auf der Internetseite zu sehen.

Stehen Renovierungsarbeiten an?

Preker: Das Gebäude, das der Stadt gehört, steht unter Denkmalschutz. Da gibt es eigentlich immer etwas zu tun. Ansonsten werden wir peu à peu alle Leuchten gegen LEDs austauschen. Denn was mir persönlich am Herzen liegt, ist das Thema Nachhaltigkeit. Das möchte ich auch hier stärker berücksichtigen. Ein erster Schritt ist mit der neuen LED-Lichttechnikanlage schon gemacht.

Wird die Klosterkirche die Pandemie überstehen?

Preker: Ja, wenn bald ein Ende des Lockdowns in Sicht ist. Dann werden wir mit einem neuen Spielplan gestärkt aus der Krise hervorgehen. Doch sollte der Lockdown noch länger dauern und wir auf Dauer nur mit einem reduzierten Platzangebot arbeiten können, könnte es schwierig werden. Aber ich hoffe natürlich, dass dieser Fall nicht eintritt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Julia Dill verlässt die Kraftstation
Julia Dill verlässt die Kraftstation
Julia Dill verlässt die Kraftstation
Käse-Werbung ist wie Sechser im Lotto
Käse-Werbung ist wie Sechser im Lotto
Käse-Werbung ist wie Sechser im Lotto
Weihnachten im Vogelpark
Weihnachten im Vogelpark
Weihnachten im Vogelpark
Rock-Zwillinge geben Workshop
Rock-Zwillinge geben Workshop

Kommentare