Kunstmuseum

Künstler sendet seine Alltagsfiguren in kubistische Welten hinaus

Im Solinger Kunstmuseum wird heute einen Ausstellung zum in Remscheid geborenen Bildhauer Max Kratz eröffnet. Foto: Christian Beier
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Im Solinger Kunstmuseum wird heute einen Ausstellung zum in Remscheid geborenen Bildhauer Max Kratz eröffnet.

Das Solinger Kunstmuseum würdigt den vor 100 Jahren in Remscheid geborenen Max Kratz mit einer Werkschau.

Von Philipp Müller

Solingen. Im Solinger Kunstmuseum in Gräfrath wird heute die Ausstellung „100 Jahre Max Kratz“ eröffnet. Zu Max Kratz berichtet die Direktorin des Kunstmuseums, Gisela Elbracht-Iglhaut: „Kratz wurde am 3. Mai 1921 in Remscheid geboren. 1941 begann er ein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie.“ Im gleichen Jahr musste er mitten im Studium an die Front, unter anderem nach Russland.

Der Zweite Weltkrieg brach seinen Wunsch, Künstler zu sein nicht. Im Gegenteil, ab 1946 studierte der junge Kratz bei Prof. Sepp Mages an der Düsseldorfer Kunstakademie weiter. Endlich konnte er die Techniken anwenden, deren Protagonisten in der Nazizeit verpönt, verboten, verfolgt waren – die gar ermordet wurden: Kubistische und expressionistische Einflüsse prägen sein Werk zeit seines Lebens.

In dieser Zeit kurz nach dem Krieg begann seine enge Bindung an Solingen: 1994 überlässt er im Rahmen einer Stiftung dem entstehenden Kunstmuseum Solingen 134 Skulpturen als Schenkung. Diese ist Basis der Ausstellung, die noch bis zum 25. April zu besuchen ist. Dazu brauchen Besucher vorab einen Termin, telefonisch ist das unter (02 12) 25 81 40 möglich. Hat man den ergattert, öffnen sich im Kunstmuseum Solingen auch die eher unbekannten Seiten von Kratz.

Über seinen Sohn Thomas ermöglicht, konnte ein Tisch aus dem Atelier von Kratz ausgeliehen werden. Ein Film zeigt dazu wie er und seine Frau Gerda, die ebenfalls eine Bildhauerin war und in Remscheid beerdigt wurde, ihre Werke geschaffen haben. Berührend ist eine Vitrine in der eine geschnitzte, ganz kleine Skulptur zu sehen ist. Sie entstand in der Kriegsgefangenschaft. Max Kratz hat dazu in einer Mappe Zeichnungen gesammelt. Sie trägt den Titel „Max Kratz, Gef. No. 731778“. „Die Kohle für die Entwürfe sammelte er vom Boden im Gefangenenlager auf“, weiß Elbracht-Iglhaut. Sohn Thomas versucht, über die Kratz-Stiftung dieses Werk zusammenzuhalten und immer wieder auszustellen.

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