Kooperation

Junge Schauspieler halten „Konferenz der Jammerlappen“ ab

Speed-Theater in der Akademie: Unter der Leitung von Sandra Anklam (l.) gestalteten die Teilnehmer in nur vier Tagen ein Stück. Foto: Roland Keusch
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Speed-Theater in der Akademie: Unter der Leitung von Sandra Anklam (l.) gestalteten die Teilnehmer in nur vier Tagen ein Stück.
  • Melissa Wienzek
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Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land kooperiert mit der Akademie der Kulturellen Bildung.

Remscheid. „Das Herz ist gebrochen“, „Klagebedürfnis“ oder „Die Seele weint“ sprechen die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen nacheinander ins Mikrofon. „Stopp!“, sagt „Regisseurin“ Sandra Anklam und erklärt: „Manche Worte sind traurig, manche nicht. Guck, was für dich in den Worten drinsteckt.“ Danach geht es weiter, eine neue Mikrofon-Runde beginnt – und jedes Wort erhält seinen Raum.

Bei dieser „Konferenz der Jammerlappen“ kamen 31 Teilnehmer der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land (EJBL) im großen Saal zusammen. Zum zweiten Mal führte die EJBL mit und in der Akademie der Kulturellen Bildung das Theaterprojekt durch. In nur vier Tagen ist so ein Stück entstanden, das am Donnerstagabend Premiere feierte – Speed-Theater. Finanziert wurde das 5000-Euro-Projekt durch die Kollekte der Diakonie Rheinland Westfalen Lippe.

Zunächst trafen sich die angehenden Theaterpädagogen und kreierten einzelne Bausteine wie Tanz und Sprechmotette. Am nächsten Tag kamen die Kinder und Jugendlichen dazu. Gemeinsam schlief und aß man auch in der Akademie. „Es war fast wie auf Klassenfahrt“, sagt Markus Emonts von der EJBL. Das freiwillige Angebot sei unter den Jugendlichen viral gegangen. Und die nehmen viel mit: „Sie haben die Möglichkeit, sich auf einer Bühne zu präsentieren“, sagt Jürgen Kindel, EJBL-Teamleiter und angehender Theaterpädagoge. „Es ist zudem eine ganz neue Erfahrung, sich selbst und seinen eigenen Gefühlen Ausdruck zu verleihen“, ergänzt Emonts. Zudem stärke das Projekt die Gemeinschaft.

Unter Leitung von Sandra Anklam vom Fachbereich Theater der Akademie entstand die „Konferenz der Jammerlappen“. Die Choreographien haben die 8- bis 17-Jährigen selbst entwickelt. „Zwei von ihnen haben gesagt: ,Wie, wir dürfen jammern? Sonst heißt es doch immer: Jammert nicht!‘ Die Kinder und Jugendlichen lernen hier: Die Bühne ist ein Freiheitsraum. Außerdem gibt es genug Grund, zu jammern“, erklärt Anklam. Das Jammern sei so auf eine tänzerische und kreative Ebene gebracht worden. Alle seien mit großer Spielfreude dabei gewesen.

Szymon (11) hat noch nie Theater gespielt. Ist er da nicht aufgeregt? „Nee, ist cool hier“, erklärt er und ist direkt wieder voll in seinem Element.

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