Start in die neue Saison

Jörg Knör feiert sein Comeback nach Corona in Lennep

Jörg Knör gewohnt stilsicher. Foto: Det Kempke
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Jörg Knör gewohnt stilsicher.

Die Klosterkirche startet am 14. August in die neue Saison – Der Entertainer spielt gleich zwei Shows.

Von Melissa Wienzek 

Herr Knör, Sie treten am 14. August seit Monaten das erste Mal wieder live vor Publikum auf. Sind Sie nervös?

Jörg Knör: Ich bin immer nervös, aber ich glaube, dass ich die Nacht davor nicht schlafen werde. Ich bin ja schon am 13. August, also einen Tag vorher, in Remscheid. Ich bin so aufgeregt, als wenn ich eine alte Jugendliebe wiedersehen würde. Ich habe schon Herzklopfen.

Warum haben Sie sich für Ihr Comeback nach der Corona-Zwangspause gerade Lennep ausgesucht?

Knör: Das war wohl eher umgekehrt: Lennep hat sich für mich entschieden. Irgendjemand ist ja immer der Erste. Aber was mich besonders freut: Es ist nicht nur meine persönliche Premiere, sondern auch eine Premiere für die Klosterkirche. Es ist ein Aufwachen aus dem Dornröschenschlaf. Lennep ist für mich aber auch immer ein beliebter Auftrittsort.

Was bedeutet Lennep für Sie? Was zeichnet die Röntgenstadt aus?

Knör: Extreme Neugierde. Die Leute wollen immer alles über einen wissen. Ganz egal, in welcher großen Stadt ich erkannt werde, darunter ist immer einer, der mir zuruft ,Remscheid-Lennep!‘, weil viele immer noch vermuten, dass ich in Lennep zu Hause bin (Knör hat hier lange Zeit gelebt, Anm. d. Red.). Man ist stolz, dass ich ein bergischer Jung bin.

Was erwartet die Zuschauer von „In 90 Minuten um die Promi-Welt“, das Sie gleich zweimal an einem Tag in der Klosterkirche aufführen?

Knör: Die Essenz meiner Highlights aus 40 Jahren Bühnenshows und 19 Zwei-Stunden-Programmen – also das Beste.

Dürfen wir schon ein wenig mehr verraten?

Knör: Die üblichen Verdächtigen sind natürlich dabei: Udo Lindenberg, die Kanzlerin, aber auch viele neue Sachen. Ich teste auch etwas, was schon im November Premiere hat. Ich war gerade im Tonstudio und habe neue Lieder aufgenommen. . . Ich nehme auch Bezug auf Corona, aber so, dass man darüber herzhaft lachen kann und entspannt bleibt. Wir sind ja alle in einem Boot. Ich finde, das Lachen ist eine Art von Befreiung, gerade in der jetzigen Zeit.

Was haben Sie als Entertainer während der auftrittsfreien Zeit gemacht?

Knör: Ich habe mit meiner Frau, die seit Dezember letzten Jahres nicht mehr berufstätig ist, mein Rentnerdasein geprobt. Und habe dabei erleichtert festgestellt, dass ich auch aus anderen Dingen meine Glücksgefühle und Befriedigung ziehen kann als aus Applaus auf der Bühne. Und ich habe neue Rezepte ausprobiert, denn ich koche gern.

Haben Sie gar nicht künstlerisch gearbeitet?

Knör: Doch, natürlich. Ich habe gelernt, wie ich meine Einspielervideos zu Hause selbst produzieren kann. Und ich habe eine Sneakers-Kollektion entworfen, die jetzt von einem Designer umgesetzt wird. Das finde ich total spaßig. Und ich zeichne nun viel mehr als früher.

Wie hart waren die Einbußen für Sie als freier Künstler?

Knör: Das kann man sich gut vorstellen: Wenn man keine Auftritte hat, gibt es auch nichts auf dem Konto. Das Jahr ist für mich bislang eine Nullnummer, ich habe keine Einnahmen. Gastronomen haben die Katastrophe, aber Künstler haben die Mega-Katastrophe: Während sich die Gastronomen langsam erholen, sind wir Künstler immer noch schlecht dran. Wir können selbst nichts dran ändern – wir können nicht entscheiden, wann wir auf eine Bühne gehen, das entscheiden die Häuser und Veranstalter.

„Den Zug hätte ich als Zweitwohnsitz anmelden können.“
Jörg Knör über seine vielen Reisen

Was haben Sie für sich persönlich aus der Corona-Krise mitgenommen?

Knör: Wir können mehr, als wir dachten, wenn wir nur gefordert werden. Wenn sich eine Tür schließt, muss man sehen, aus welcher anderen Tür man einen Ausweg findet. Und: Es gibt noch andere Möglichkeiten für einen kreativen Künstler, als nur auf die Bühne zu gehen. Ich wurde zuletzt immer wieder gefragt, welche Träume ich mir erfüllen will. Mit dieser Frage beschäftige ich mich. Denn Corona zeigt einem schließlich, dass man die Zeit nutzen sollte.

Wie geht es nach dem Auftritt in Lennep für Sie weiter?

Knör: Ausgedünnt, nur sehr sparsam, mit der Hoffnung, dass sich bald alles normalisiert. Im Vergleich zu vorher ist das eine ganz neue Art Leben. Ich war vorher jeden zweiten Tag in irgendeinem Intercity unterwegs, ich hätte den Zug als Zweitwohnsitz anmelden können. Witzigerweise lebe ich jetzt gesünder als vorher: Ich habe weniger Stress, futtere keine Minibars mehr leer und sitze nicht mehr bis 2 Uhr nachts an der Bar, um nach einem Auftritt runterzukommen. Corona hat mich schlanker und gesünder gemacht. Ich fahre jetzt auch oft Fahrrad.

Zur Person/Karten

Jörg Knör: 1959 in Wuppertal geboren, gilt er heute als der Entertainer unter den Comedians. 1975 startete er als Kandidat bei „Am laufenden Band“ mit Rudi Carrell. Im ZDF präsentierte er „Die Jörg Knör Show“, war Dauergast bei „Sieben Tage, sieben Köpfe“ und sprach für Loriot sieben Jahre die Figuren Wum und Wendelin in der TV-Sendung „Der Große Preis“. Seit 40 Jahren steht er zudem schon auf der Bühne. Sieben Jahre lebte er in Lennep. Der 61-Jährige wohnt heute mit seiner Ehefrau in Hamburg.

Eintrittskarten: Eine Karte für eine der beiden Shows am Freitag, 14. August, 17 und 20 Uhr, kostet 25 Euro. Es gibt 90 Plätze. Das Team führt die Gäste zum Platz. Es gilt Maskenpflicht, der Mund-Nasen-Schutz darf jedoch am Sitzplatz abgenommen werden. 

Karten: klosterkirche-lennep.de

Die Klosterkirche beteiligt sich an der bundesweiten Aktion „Night of Light“.

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