Kleinkunstbühne

Heinz Gröning startete den Neuanfang der Schatzkiste

Machte den Anfang nach anderthalb Jahren Pause: Heinz Gröning trat am Donnerstagabend in der Schatzkiste auf.Foto:Roland Keusch
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Machte den Anfang nach anderthalb Jahren Pause: Heinz Gröning trat am Donnerstagabend in der Schatzkiste auf.Foto:Roland Keusch

Heinz Gröning war einer der letzten Künstler von außerhalb, der die Bühne bespielen wird. Remscheid erhält sein eigenes Kabarett-Ensemble.

Von Sabine Naber

Remscheid Es gibt es wieder etwas zu lachen in der Schatzkiste am Markt – dem kleinen Privattheater, das am Donnerstagabend nach anderthalbjähriger Corona-Pause endlich wieder öffnen durfte.

„Ich habe es während dieser langen Pause immer sehr bedauert, dass ich mein schönes Theater nicht öffnen durfte. Wenn ich dann trotzdem hier her kam, dann standen mir jedes Mal die Tränen in den Augen“, sagte Dr. Volker Schatz. Er begrüßte die Gäste gleich am Eingang persönlich und überzeugte sich davon, dass alle die 3G-Regeln einhielten. „Heute Abend bin ich froh, dass die Gäste wiedergekommen sind. Auch wenn unser Restaurant noch nicht wieder geöffnet ist.“ So schnell habe das Restaurant Der Grund, der auch für das Theaterlokal „Meine Kleine“ zuständig ist, die Vorräte noch nicht auffüllen können. Aber bei der nächsten Show gibt es auch dort die Wiedereröffnung.

Heinz Gröning begeistert Publikum in der „Schatzkiste“

Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf.
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf. © Roland Keusch
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf.
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf. © Roland Keusch
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf.
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf. © Roland Keusch
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf.
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf. © Roland Keusch
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf.
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf. © Roland Keusch
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf.
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf. © Roland Keusch
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf.
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf. © Roland Keusch
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf.
Heinz Gröning trat in der Schatzkiste auf. © Roland Keusch

In den beiden kommenden Monaten wird die Schatzkiste noch von Künstlern von außerhalb bespielt. Ab Dezember wird Remscheid dann ein Kabarett-Theater mit einem eigenen Ensemble haben. „Mein Intendant Jürgen Scheugenpflug hatte von Beginn an die Idee, hier mit einem eigenen Ensemble zu arbeiten. Jetzt haben wir sie verwirklicht und den Wuppertaler Kabarettisten Jens Neutag als Textschreiber gewinnen können“, berichtet Dr. Schatz. Und ist sich sicher, dass sich die Remscheider Politiker an diesen Kabarett-Abenden „warm anziehen“ müssen. Das Ensemble wird aus zwei Schauspielern und einem Pianisten bestehen und im Wechsel mit Comedians von außen auftreten.

Am Donnerstagabend öffnete sich der Vorhang aber erst einmal für Heinz Gröning, alias „der unglaubliche Heinzzzz“. „Ich freue mich für euch, dass ich hier bin“, verkündete er mit einem Augenzwinkern. Um dann die Vorteile der „Lachkraft“ und seine heilende Wirkung anzupreisen: „Das Lachen wirkt nämlich entzündungshemmend. In der Corona-Zeit hätte man die Theater zumindest für die Comedians öffnen und den Besuch vom Arzt verschreiben lassen müssen“, betonte Gröning, der Medizin studiert hatte, weil er eigentlich Kinderarzt werden wollte. Auf der Bühne in der Schatzkiste untersucht er allerdings alle Facetten des Effektes vom gemeinsamen Lachen. Aber auch, was die großen Dichter, Denker und Philosophen zu diesem Thema gedichtet, gedacht und philosophiert haben.

Er selbst sieht sich zuweilen auch als poetischen Dichter, dann aber auch wieder als schlichten Bier-Vernichter: „Denn wenn du denkst, dass du arm dran bist, bedenke eins: Was heute Kevin ist, war früher der Heinz.“ Sein Ideal sei es, ein Liedermacher zu sein, verriet er. Und ließ sich mit seiner Gitarre, die er nicht einfach in die Hand nimmt, sondern auf die er mit viel Körpereinsatz zutänzelt, in einem Liegestuhl nieder. Und erklärte in einer Art Sprechgesang, dass er einen Traum hatte: „Eine Welt ganz ohne Religionen. Das wäre das Paradies. Ich würde ganz viel geben für ein friedliches Leben.“

„Wir haben den Wuppertaler Kabarettisten Jens Neutag als Textschreiber gewinnen können.“

Dr. Volker Schatz, Schatzkiste

Auch Mitsing-Melodien hat er drauf. Und das Publikum ließ sich schnell dafür begeistern. „Sagt mir mal drei Wörter“, hieß es dann. „Geld, Kamener Kreuz und Melkfett“ schallte es ihm aus dem Theatersaal entgegen. Blitzschnell machte er daraus erst eine Ballade, dann einen Popsong und schließlich einen Rap. Das Publikum amüsierte sich. Gröning ist witzig, manchmal laut, liebt schräge Gags, verpackt in seinen Liedern allerdings auch Zeitkritisches und scheut sich durchaus nicht, die „Kotzbrocken unserer Zeit“ lächerlich zu machen. Und dann liest er noch aus seinem Buch, in dem nach eigener Aussage auf jeder Seite etwas Witziges steht. Zum Beispiel: „Jesus hatte keine Laster – aber viele Anhänger. Im Gegensatz zu meinem Lkw-fahrenden Onkel. Der hat jede Menge Laster, aber keinen Anhänger.“ Auch empfiehlt er dort, beim Langlauf mal kürzer zu treten oder beim Schach zu würfeln. Schließlich sei er ja auch ein Wortakrobat. Das Publikum ließ ihn nicht ohne eine Zugabe von der Bühne.

Nächste Termine

Immer donnerstags um 20 Uhr: Am 7. Oktober ist Rena Schwarz mit „Jung, Attraktiv und übrig“ zu Gast. Es folgt am 21. Oktober Roberto Capitoni mit „Spätzle, Sex und Dolce Vita – ein Italo-Schwabe zwischen Amore und Kehrwoch“.

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