Stadt investiert 20 700 Euro

Die Freilichtbühne wird neu in Szene gesetzt

Christian Wüster zeigt die verwitterten Bänke der Freilichtbühne auf dem Ludwig-Steil-Platz. Die Stadt restauriert die Anlage nun. Foto: Doro Siewert
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Christian Wüster zeigt die verwitterten Bänke der Freilichtbühne auf dem Ludwig-Steil-Platz. Die Stadt restauriert die Anlage nun.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Die Stadt investiert 20 700 Euro – Christian Wüster von der Lüttringhauser Volksbühne macht sich für das idyllische Kleinod stark

Remscheid. Wo die Bäume noch wie ein schützender Mantel um den Platz im Winde rauschen, da ist die Heimatspielbühne: Die Freiluftarena in Lüttringhausen ist nicht nur einzigartig, sondern ein wahrlich idyllisches Kleinod. Das findet auch Christian Wüster, gebürtiger Lüttringhauser und Vorsitzender des Vereins Lüttringhauser Volksbühne. „Die Freilichtbühne sollte mehr wertgeschätzt werden. Man könnte hier echt was draus machen.“

Deshalb hat sich der 36-Jährige auf die Fahnen geschrieben, das bergische Open-Air-Theater aufzuwerten. Denn die Bänke sind verwittert, Moos ziert die Betonsockel, und nicht selten hinterlassen die Nutzer der frei zugänglichen Anlage Zigarettenstummel, zerbrochene Glasflaschen oder Müll. „Vor etwa zehn Jahren sind die Bänke einmal gestrichen worden, aber lange ist nichts passiert“, sagt Wüster. Die Freilichtanlage gibt es mindestens seit den 20er Jahren, schätzt er. „Davor war es eine Wiese, auf der genau eine Kuh stand.“

Volksbühne kann wegen Corona nicht auf der Freilichtbühne auftreten

Die ersten „Bergischen Heimatspiele“ der Lüttringhauser Volksbühne, die damals noch anders hießen, haben genau hier stattgefunden. Und seitdem immer dort. Ein Ort mit Tradition also. Doch dieses Jahr wird die Volksbühne dort nicht auftreten können. Genauso wie schon vergangenes Jahr macht die Corona-Pandemie dem 40 Mitglieder starken Verein einen Strich durch die Rechnung. Auch wenn wichtige Einnahmen fehlen, könne sich der Verein noch stabil halten, weil man gut gewirtschaftet habe, sagt Wüster. Zudem hat die Volksbühne Mittel aus dem „Notfallfonds Kultur“ der Stadt sowie private Spenden erhalten, wofür Wüster dankbar ist. Denn Fixkosten wie die Miete für den Probenraum und die Scheune, in der die typischen Kulissen wie Fachwerkhäuschen und Brunnen lagern, laufen weiter.

Auch ohne „Bergische Heimatspiele“ soll die Bühne im Herzen Lüttringhausens nicht in den Dornröschenschlaf fallen. Andere könnten die Fläche doch genauso gut nutzen, findet Wüster – und wandte sich mit seinem Wunsch der Aufwertung an den Kulturdezernenten und Beigeordneten Sven Wiertz (SPD). Dieser erklärte nun beim „Kulturdialog“: Die Stadt nimmt Geld in die Hand und restauriert die Anlage. Sie ist Eigentümerin der Freilichtbühne. 20 700 Euro stehen laut Claudia Gottschalk-Elsner vom Kulturmanagement dafür bereit. Wann es losgeht, kann sie noch nicht sagen.

Christian Wüster hat schon Ideen für die Einweihungsfeier der neuen Freilichtbühne

Christian Wüster freut sich schon auf die neue, frischere Freilichtbühne. Er hat schon Ideen für die Einweihungsfeier: eine professionelle Theatervorstellung mit einem Drama aus seiner eigenen Feder in Zusammenarbeit mit dem WTT. „Ich stelle mir eine laue Sommernacht mit dem Dorf im Hintergrund und Fackeln am Rand vor – das hat ein bisschen was von Amphitheater.“

Das hat ein bisschen was von Amphitheater.

Christian Wüster

2022 soll die Lüttringhauser Volksbühne dann selbst wieder an drei Wochenenden auf „ihrer“ Bühne auftreten. Plus Gastspiel im Teo Otto Theater. So der Plan. Denn das neue Stück „Sechs Richtige für Nepomuk“, eine Komödie um einen Lotto-Gewinner, ist bereits fertig.

Der Autor Christian Wüster

Der gebürtige Lüttringhauser Christian Wüster (36) ist nicht nur Vorsitzender und Autor der Lüttringhauser Volksbühne, sondern auch freier Stückeschreiber. Er bietet seine Stücke, darunter Dramen, Theatern und Verlagen an. Im März 2020 hatte er ein Projekt in Denver, USA, aber dann kam Corona. Schon in der Jugend hat Christian Wüster eine Affinität zum Schreiben und zum Theater entwickelt, sagt er und gibt zu: „Es ist deutlich schwieriger, eine lustige Komödie ohne verstaubte Altherren-Witze zu schreiben, als ein Drama.“ Er selbst spielt bei der Volksbühne meist den Bösewicht. 2022 soll er jedoch einen österreichischen Offizier spielen, der einem anderen die Frau ausspannen will.

Mitspieler gesucht: Wer bei der Volksbühne mitmachen möchte, gesucht werden vor allem Männer, kann sich melden: Tel. 5 29 39.

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