Durchsholzer Marionetten- und Puppentheater

Bei dieser „Zauberflöte“ wird geschnitzt und koloriert

Hier entsteht der Zauber: Markus Heip, Manuela Hoeldtke und Annette Babetzki (v. l.) mit dem Kopf der „Königin der Nacht“. Foto: Doro Siewert
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Hier entsteht der Zauber: Markus Heip, Manuela Hoeldtke und Annette Babetzki (v. l.) mit dem Kopf der „Königin der Nacht“.

Das Team des Durchsholzer Marionetten- und Puppentheaters arbeitet am Hasenberg an dem Stück – Vermutlich Ende 2021 ist es buchbar.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Ein kleines Juwel verbirgt sich in einem unscheinbaren Haus mit der Anschrift Hasenberger Weg 17. Denn hinter diesen Türen entsteht Magie. Das Durchsholzer Marionetten- und Puppentheater (Dumup) von Markus Heip ist das einzige weit und breit. Wer in den Genuss dieser Kunst kommen will, muss schon nach Düsseldorf oder Salzburg fahren. Oder eben zum Hasenberg. Aktuell sind dort wegen Corona keine Vorstellungen möglich, zudem werden die Räume kräftig umgebaut. Aber wer mag, kann das Theater derzeit in seinem eigenen Garten spielen lassen – Kultur ohne Infektionsrisiko und ohne Schnelltest.

Hier unten entsteht Magie.

Markus Heip über die Arbeit im Untergeschoss-Atelier

Leblos ist das Dumup-Atelier derzeit gewiss nicht. Denn im Untergeschoss wird gezaubert: Ein Expertenteam produziert hier gerade Mozarts Klassiker „Die Zauberflöte“, aber im modernen Manga-Gewand. „Wir produzieren die Oper so, dass wir sie groß spielen können, aber auch genauso gut klein für Kitas“, erklärt Heip.

Für das Stück, bei dem künftig Marionetten die Hauptrolle spielen, bringt jeder der Produzenten seine Fingerfertigkeiten ein: Markus Heip behält nicht nur den Gesamtüberblick, sondern schnitzt mit Messern aus Lindenholz Figuren, Manuela Hoeldtke verpasst ihnen die perfekte Frisur, Monica Ulmer ist für das „Make-up“, also die Koloration, zuständig. Und Annette Babetzki wird später gemeinsam mit Markus Heip auf der Bühne spielen. Auch dessen Kinder sind eingespannt: Tochter Annika erschafft beispielsweise die fantastischen Kostüme. Eine reich verzierte, lilafarbene Corsage für die „Königin der Nacht“ liegt schon bereit.

Die Produktion ist aufwendig. Viele Stunden verbringen die leidenschaftlichen Theatermacher hier unten im Atelier. Mit der passenden Musik stimmen sie sich ein, gehen das Storyboard durch, schauen sich immer wieder die Szenenbilder im Manga-Stil an. Schon auf dem Bild ist der japanische Garten ein Traum, man hört förmlich das Vogelgezwitscher. Wie das wohl später aussehen wird? „Die Puppenspieler müssen schon bei der Produktion dabei sein und mitreden. Wir haben die Rollen vorher festgelegt. Man muss bedenken, dass man später auf der Bühne nur die Puppen sehen soll, wir Spieler müssen hinter Häuser huschen“, erklärt der Theaterleiter. Annette Babetzki braucht dabei eine kleinere Puppe, da sie nun mal kleiner ist als Markus Heip. Nur eine der Feinheiten dieses speziellen Theaters, das jedoch die klassische Bühnentechnik verwendet. Das künftige Bühnenbild wird 4 Meter breit und 2,20 Meter hoch. Markus Heip schätzt, dass die Dumup-„Zauberflöte“ Ende des Jahres fertig sein könnte. Dann ist das Stück auch für Kitas buchbar.

Gerade arbeitet das Team am Kopf der „Königin der Nacht“, die einmal 70 Zentimeter groß majestätisch auf ihrem Thron sitzen wird. Die Marionette wirkt übrigens überhaupt nicht wie eine, sondern eher wie eine leibhaftige Person. Dafür haben vor allem die „Visagistin“ Monica Ulmer und die „Friseurin“ Manuela Hoeldtke gesorgt. Für die Coloration des Kopfes hat Ulmer etwa eine Stunde gebraucht. „Man merkt relativ schnell, ob der Hautton passt oder nicht. Notfalls muss ich nacharbeiten.“ Den Lichteinfall auf dem Gesicht hebt sie bewusst mit Farbe hervor – daher wirkt die Königin auch so echt. Angeklebte Wimpern perfektionieren den Look. Manuela Hoeldtke überlegt manchmal zunächst ein bis drei Wochen, wie sie die Haare der jeweiligen Figur stylen möchte, bevor sie loslegt und klebt. „Bis dahin brauche ich ein sicheres Konzept, denn ich bin sehr kritisch mit meiner Arbeit“, gesteht sie. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Haare der blonden Königin bestehen aus Wollfäden, für den royalen Touch hat die Expertin Glanzfäden eingearbeitet. Anschließend erschuf sie die Haar-Schnecken à la Prinzessin Leia.

Annette Babetzki schaut fasziniert zu. „In der Puppe vereint sich alles – es wird modelliert, geschnitzt, koloriert.“ Sie freut sich jetzt schon auf ihren allerersten Puppenspieler-Auftritt mit der „Zauberflöte“. „Man braucht ein gewisses Gefühl für die Puppe und ihre Bewegungen“, sagt sie. Und Markus Heip ergänzt: „Man muss beim Spiel hochkonzentriert sein – wie ein Musiker, der auf seinen Einsatz wartet.“

Buchen

Markus Heip spielt auf Anfrage Theater im Garten – coronakonform. 20 Stücke sind buchbar. Sogar individuelle sind möglich. Wer mag, kann zudem von sich selbst eine Puppe anfertigen lassen. Kontakt: Tel. 66 55 41; E-Mail: info@dumuptheater.de.

dumuptheater.de

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