Spendenaktion

„Nussknacker“: Tänzerinnen sammeln Geld für ihre Kostüme

Balletttänzerin Jasmin Fazel (25) hat ihr Zuckerfee-Kostüm schon: Sie tanzt die Hauptrolle beim „Nussknacker“.
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Balletttänzerin Jasmin Fazel (25) hat ihr Zuckerfee-Kostüm schon: Sie tanzt die Hauptrolle beim „Nussknacker“.
  • Melissa Wienzek
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Große Aufführung mit 120 Kindern und Jugendlichen sowie 50 Orchestermusikern am 14. und 15. Januar im Teo Otto Theater.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Wenn sie eine Freistunde haben, rufen sie sofort an: „Ich könnte in 20 Minuten in der Tanzschule sein“, zitiert Michèle Bialon vom Studio B ihre Ballettschülerinnen. Abends, an Samstagen, eigentlich rund um die Uhr: Die jungen Tänzerinnen zwischen 6 und 26 Jahren verbringen jede freie Minute mit den Proben und den Vorbereitungen für den „Nussknacker“ – und können es kaum noch erwarten.

Denn im Januar bringen 120 Kinder und Jugendliche, 50 Orchestermitglieder der Kammerphilharmonie Europa und einige Sänger vom Mozart-Chor unter Leitung von Christoph Spengler den russischen Ballettklassiker von Tschaikowski auf die Bühne des Teo Otto Theaters. Damit geht für die Primaballerinas nach über drei Jahren endlich ein Wunsch in Erfüllung. Corona hatte dem Großprojekt einen Strich durch die Rechnung gemacht.

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Wegen der Inflation kosten die Kostüme nun 8000 Euro

Für die Mädchen und jungen Frauen, die den „Nussknacker“ zum ersten Mal tanzen, ist es etwas ganz Besonderes, sagt Michèle Bialon. „Auf dem ,Nussknacker‘ liegt ein unheimlicher Wert. Er wird eigentlich nur von Profitänzern getanzt, auf der ganzen Welt kennt man ihn.“ Viele Kinder fingen an, Ballett zu tanzen, weil sie den „Nussknacker“ gesehen haben, meint Bialon. Und nun gehe auch für die Remscheider Mädchen ein Traum in Erfüllung. „Die Kinder haben drei ätzende Jahre hinter sich. Durch diese Aktion kommt nicht nur das Leuchten in ihren Augen zurück, sie können auch für einen Moment der Welt entfliehen.“

Denn das Stück mit klassischer Musik ist eine ganz eigene Welt für sich. Es lebt von einer märchenhaften Geschichte, großen Kulissen und opulenten Kostümen. Und gerade hier liegt das Problem. Denn durch die Inflation kosten die Kostüme nun das Doppelte: 8000 Euro. „Da waren wir wirklich erschrocken“, sagt Bialon. Zwar hätten laut Christoph Spengler bereits die Rotarier, die Wurm-Stiftung und der Verein Bergische Musikprojekte das Großprojekt finanziell unterstützt, doch es reicht noch nicht.

Die Kostüme werden aufwendig in England und Amerika gefertigt. Hier gibt es Nähereien, die sich auf hochwertige Charakter-Kostüme spezialisiert haben. Und die sind auch beim „Nussknacker“ gefragt. Deshalb hat Bialon nun eine Spendenaktion gestartet. Rund 2000 Euro sind schon zusammengekommen, die Aktion läuft noch ein paar Tage.

Auch die Kosten für das Orchester sind gestiegen. Denn weil das befreundete Kaliningrad Orchester aus Russland nicht kommen kann, musste Ersatz gebucht werden - die Kosten für die Kammerphilharmonie Europa liegen um ein Vielfaches höher. „Wir werden das Projekt auf jeden Fall durchziehen“, sagt Christoph Spengler, der auch dem Teo Otto Theater dankbar ist. „Denn für viele der Remscheider Kinder ist es das Erlebnis ihres Lebens.“

Aufführungen: Samstag, 14. Januar, 19.30 Uhr, und Sonntag, 15. Januar, 16 Uhr, im Teo Otto Theater. Karten kosten 25, Jugendtickets 5 Euro: theaterticket.remscheid.de

Spendenaktion: www.paypal.com/pools/c/8OZoD0QZ64

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