Rebekka Benzenberg erhält Publikumspreis für „tight baby, tights“

Die preisgekrönte Installation „tight baby, tights“ bietet vielschichtige Perspektiven. Foto: Christian Beier
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Die preisgekrönte Installation „tight baby, tights“ bietet vielschichtige Perspektiven. Foto: Christian Beier

74. Internationale Bergische Kunstausstellung geht zu Ende – Morgen gibt es noch einmal zwei Führungen

Von Anna Lauterjung

Solingen Rebekka Benzenberg hatte in der Gunst der Besucher die Nase vorn: Die Künstlerin erhielt bei der 74. Bergischen Kunstausstellung für ihre Installation „tight baby, tights“ den mit 1500 Euro dotierten Publikumspreis der Stadt-Sparkasse Solingen. Die Vergabe des Preises findet immer kurz vor Ende der Ausstellung statt.

16 Künstler mit Verbindungen zum Bergischen Land stellten bei der 74. Ausgabe der anerkannten Schau im Kunstmuseum aus. „Wer den Publikumspreis der Internationalen Bergischen Kunstausstellung gewinnt, der hat eine großartige Zukunft vor sich“, prognostizierte der Solinger Oberbürgermeister Tim Kurzbach.

521 Stimmen kamen zusammen. „Das ist eine respektable Anzahl unter den Bedingungen der Ausstellung“, meinte der Vorstandsvorsitzende der Stadt-Sparkasse Solingen, Stefan Grunwald. Durch die Möglichkeit, über ihr Lieblingswerk abzustimmen, setzten sich die Besucher aktiv mit der Kunst auseinander, erklärte Gisela Elbracht-Iglhaut, Direktorin des Kunstmuseums. Die Besucher würden die Werke aus verschiedenen Perspektiven betrachten, um sich eine Meinung bilden zu können.

Dieses Jahr wurden auch der zweite und dritte Platz mit einem Publikumspreis ausgezeichnet. Auf Platz zwei (1000 Euro) kam Tim Sandrow, auf Platz drei (500 Euro) Nina Nick und Valerie Buchow. Sie sind das Künstlerduo „Konstitutiv der Möglichkeiten“. Mit großem Abstand zum zweiten Platz und 176 Stimmen überzeugte das Publikum das Werk von Rebekka Benzenberg. Die Düsseldorferin zeigte sich sichtlich überrascht über ihren Gewinn. „Ich freue mich total“, sagte sie. In ihrer Arbeit „tight baby, tights“ tritt sie mit den Betrachtern auf verschiedenen Ebenen in einen Dialog. Sie dehnte in der Ecke des acht Meter hohen Raumes Nylonstrumpfhosen so weit wie möglich und tackerte sie an die Wand. So gestaltete sie ein Kunstwerk, das aus mehreren Perspektiven immer einen neuen Eindruck hinterlässt, mit Materialien und Transparenz spielt. „Die Strumpfhosen wirken dann nicht mehr wie Beine, sondern eher wie eine Wirbelsäule“, erklärte Benzenberg. Zudem greift sie das Thema weibliche Sexualität, Identität und die Rolle von Frauen in der Kunst auf.

Der zweite und dritte Platz lagen in diesem Jahr nur eine Stimme auseinander. Der Wuppertaler Künstler Tim Sandrow thematisiert in seiner Arbeit Urlaubsorte auf einer ungewöhnlichen Art und Weise, eingetaucht in Dunkelheit. „Sie überzeugen durch die Stille und das Geheimnis“, erklärte Elbracht-Iglhaut. Das Künstlerduo „Konstitutiv der Möglichkeiten“ schmückte die Wände der Treppe in der Sonderausstellung mit mehr als 4000 Kalenderblättern. Sie spiegeln einen Zeitraum von ungefähr 80 Jahren wider.

Die Ausstellung ist noch bis morgen zu sehen. Morgen führt Joshua Pesch zudem zweimal durch die Schau. Die Rundgänge finden um 11.15 und 14 Uhr statt. Die Anzahl der Teilnehmer ist auf zehn begrenzt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht möglich. Ab 12.30 Uhr zeigt Till Bödeker seine Performance „Think outside the box“.

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