Ob Trump oder Corona: Karikaturen nehmen Weltpolitik ins Visier

Seinen Jahresrückblick im Spiegel der Karikaturen präsentierte. Dr. Manfred Diederichs pandemiebedingt online. Foto: Roland Keusch
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Seinen Jahresrückblick im Spiegel der Karikaturen präsentierte. Dr. Manfred Diederichs pandemiebedingt online.

Dr. Manfred Diederichs präsentierte seinen humorvollen und bissigen politischen Jahresrückblick dieses Mal online

Von Peter Klohs

REMSCHEID Einmal in jedem Jahr gestaltet Dr. Manfred Diederichs abendfüllend einen amüsanten und spannenden Jahresrückblick, zumeist im großen Saal des Lüttringhauser Rathauses. Der Jahresrückblick besteht ausschließlich aus Karikaturen, die Dr. Diederichs im Verlauf des Jahres gesammelt hat.

In jedem Jahr? Fast. 2020 musste die beliebte und vom Kulturkreis im Heimatbund organisierte Veranstaltung coronabedingt ausfallen. Um eine weitere Absage zu vermeiden, fand der Abend „Jahresrückblick im Spiegel der Karikaturen“ am Donnerstagabend via Zoom statt. Nachdem leichte Technik- und Tonprobleme behoben waren, lief der ehemalige Chef von Dirostahl zu großer Form auf und unterlegte die über 150 ausgewählten Karikaturen mit bissigen, humorvollen und lehrreichen Kommentaren.

Die Karikaturen, aus der ganzen Welt zwischen Iran und Lettland, Indien und den Niederlanden zusammengetragen, ließen nichts aus der Weltpolitik aus, natürlich auch nicht die Corona-Pandemie. Eine Weltkugel voller Friedhofskreuze folgte auf einen Reißverschluss aus Särgen, Atlas trägt die Weltkugel, die wie ein Coronavirus aussieht.

Die Wahl des US-amerikanischen Präsidenten wurde von den Zeichnern ebenfalls prominent abgearbeitet. „America First“, der gerne von Donald Trump geäußerte Satz, wurde gekonnt ins Fragwürdige gedreht: Ja, Amerika ist immer die Nummer Eins, auch bei den Corona-Fallzahlen. Der ehemalige Präsident wurde als Nero dargestellt, der nicht nur das Kapitol anzünden will, eine etwas später gezeigte Karikatur zeigt ihn als Trumpoleon. Das letzte Themenbild dazu zeigte eine Axt, die den amerikanischen Baum spaltet.

Aber auch die deutsche Innenpolitik kam zu ihrem Recht. So der CDU-Vorsitzende Armin Laschet, der, auf einer Kiste stehend, Friedrich Merz in die Augen schaut und selbstbewusst sagt: „Endlich auf Augenhöhe!“ Oder der Schatten der noch amtierenden Kanzlerin, der alle potenziellen Nachfolger verdeckt.

Gekonnt bog Dr. Diederichs vom Thema Querdenker („Die reden von Merkeldiktatur und haben keine Ahnung, wie sich die Menschen in Belarus fühlen“) zu den großen europäischen Themen ab: Brexit, die Frisur von Boris Johnson, der Frage, ob man das Gift Nowitschok nicht in Putinium umbenennen sollte und die drei Heiligen aus dem Morgenland: Pfizer, Astrazeneca und Moderna.

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