New Yorker Museum ehrt Wolfgang Tillmans mit einer Ausstellung

Wolfgang Tillmans wurde in Remscheid geboren. Foto: Caroline Seidel/dpa
+
Wolfgang Tillmans wurde in Remscheid geboren.

Das „MoMA“ zeigt im Herbst 350 Werke aus den vergangenen 40 Jahren des in Remscheid geborenen Fotokünstlers

Von Melissa Wienzek

REMSCHEID Er ist einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwartskunst und Remscheids kultureller Exportschlager: Fotokünstler Wolfgang Tillmans (53). Der 1968 in Remscheid geborene Träger zahlreicher Preise wird nun mit einer großen Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art („MoMA“) geehrt.

Rund 350 Werke aus den vergangenen 40 Jahren sollen im Herbst in der Schau „Wolfgang Tillmans: To look without fear“ in dem renommierten Museum in Manhattan zu sehen sein, darunter Fotos, Videos und Multimedia-Installationen. Das teilen die Organisatoren mit. Danach soll die Ausstellung zudem in Toronto und San Francisco gezeigt werden.

Vom MoMA, in dem er bereits zu früheren Zeiten ausstellte, heißt es, der Remscheider Fotokünstler habe einen „zutiefst innovativen, philosophischen und kreativen Zugang“ zu seiner Arbeit und habe die fotografische Präsentation revolutioniert.

„Ich mache Bilder, um die Welt zu erkennen.“

Wolfgang Tillmans

Tillmans gilt mit seinem kreativen und vielschichtigen Werk als einer der populärsten Künstler. 2000 erhielt er als erster Fotograf überhaupt und erster Nicht-Engländer den renommierten britischen „Turner Prize“, 2015 wurde er mit dem „Hasselblad Foundation International Award für Fotografie“ ausgezeichnet. 2018 wurde ihm der„Kaiserring der Stadt Goslar“ zuteil, einer der wichtigsten Kunstpreise weltweit. Im selben Jahr erhielt der Fotokünstler übrigens auch das Bundesverdienstkreuz. Seit 2012 ist Wolfgang Tillmans Mitglied der Akademie der Künste Berlin, seit 2013 auch der Royal Academy of Arts in London. Vom Magazin „Monopol“ ist er zur einflussreichsten Persönlichkeit der Kunstwelt 2018 gekürt worden. „Mit seiner politischen Dringlichkeit, seiner Weigerung, zynisch zu werden, und seiner ästhetischen Durchdringung der Welt ist der Fotograf das role model der Gegenwart“, teilte das Magazin damals zu seinem jährlichen Top-100-Ranking mit.

Bekannt wurde der in Berlin und London lebende Tillmans in den 1990er-Jahren mit Fotografien aus der Jugend- und Popkultur sowie mit Momentaufnahmen aus der Londoner Club- und Homosexuellenszene. 2001 gewann er den Wettbewerb zur Errichtung eines Aids-Memorials in München. Er lebt selbst seit 1997 mit HIV.

Tillmans experimentiert gern mit Genres und Formen, fällt auch gern mal aus dem Rahmen, spielt mit den Präsentationsflächen seiner Ausstellungen. Zahlreiche internationale Museen widmeten ihm Einzelausstellungen, die Liste von Gruppenausstellungen weltweit ist noch viel länger. „Ich mache Bilder, um die Welt zu erkennen“, sagte er einmal. Sein Gesamtwerk ist geprägt durch aufmerksames Betrachten der Umwelt sowie durch Erforschung der Grundlagen der Fotografie.

Übrigens: Die Sammlung des Museums für Gegenwartskunst Siegen präsentiert international bedeutende Kunstwerke von 1915 bis heute. Dort ist auch sein Werk „Klassenraum, Leibniz Gymnasium I“ von 1991 zu sehen. Denn Tillmans besuchte einst das Leibniz. 2021 veröffentlichte er übrigens sein erstes Album „Moon in Earthlight“. Aktuell ist seine Ausstellung „Fragile“ im Musée des Cultures Contemporaines Adama Toungar in Abidjan an der Elfenbeinküste zu sehen.

https://tillmans.co.uk

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare