Musikalischer Ost-West-Dialog

Welch mitreißende Weisen die Musikerinnen der Balalaika entlocken, hörten die Besucher beim Konzert von Druschba und Strawinsky-Orchester.
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Welch mitreißende Weisen die Musikerinnen der Balalaika entlocken, hörten die Besucher beim Konzert von Druschba und Strawinsky-Orchester.

BENEFIZKONZERT Zwei Balalaika-Orchester verzaubern im Teo Otto Theater fast drei Stunden mit russischen Klängen. Eine Balalaika kann unvermutet weich, beinahe lieblich klingen. Aber eben auch lebhaft, ungestüm und temperamentvoll. Andrej Pipin, Solist im Moskauer Strawinsky-Studenten-Orchester,

zeigte auf eindrucksvolle Weise die Vielfältigkeit dieses dreisaitigen Instruments auf, dem wohl bekanntesten aller "ur-russischen" Instrumente.

Nicht nur er bekam begeisterten Spontan-Beifall des Publikums im dreiviertel besetzten Teo Otto Theater: Auch Yulia Schostak (Domra) und Dmitry Warankow (Xylophon und Schlagzeug) wurden mit viel Applaus für eindrucksvoll und virtuos präsentierte Folklore-Weisen belohnt. Bajan, Gitarre und Gusli komplettierten die traditionellen Instrumente, auf denen das Ensemble, das unter der Leitung von Dmitry Makuschenko meisterhaft gute Laune, aber auch Nachdenkliches von der Bühne in den Saal hinunter spielte.

Moderationen führen auchwestliche Ohren an die Musik heran

Die Schule für Musik, Tanz und Theater hatte zu einem musikali-schen Ost-West-Dialog eingeladen - und der fand nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Saal statt: Russische Wortfetzen waren ebenso oft zu hören wie deutsche. Das von Johannes Schmidt, Vater des Schulleiters David Schmidt, gegründete Balalaika-Orchester "Druschba" nahm die Zuhörer zusammen mit seinen russischen Gästen mit auf eine Reise, die tief in die russische Seele hineinführte. Zweisprachige Zwischen-Moderationen, in denen kurz die Inhalte der vorgestellten Lieder erläutert wurden, trugen dazu bei, dass auch kulturell westlich geprägte Ohren sich im Laufe des Abends immer sicherer in der zuvor ungewohnten Atmosphäre zurechtfanden.

Für nicht Russisch-Sprechende hat das Klangbild der Sprache einen bezaubernden Reiz, der für die präzise und spürbar mit Herzblut vorgetragenen Lieder, Polkas, Polonaisen und Ohrwürmer wie "Dr. Schiwago" oder "Kalinka" das Tüpfelchen auf dem "i" war.

Lev Zlotnik, Leiter der "Druschba", vereinte im überraschenden dritten Teil beide Orchester zu einem fulminanten Finale. Viel Applaus für einen besonderen musikalischen Abend voller berührendem Charme, dessen Einnahmen dem Christlichen Hospiz Bergisches Land zugute kamen.

 

CHRONIK

DRUSCHBA-ORCHESTER1974 von Johannes Schmidt gegründet, der russische Volksmusik auf "echten" Instrumenten spielen wollte. 1994 übernahm Lev Zlotnik die Leitung, begeisterte immer mehr Kinder und Jugendliche. Er knüpfte Kontakt zum Moskauer Strawinsky-Orchester und dessen Leiter Dmitry Makuschenko, einst einer seiner Schüler.

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