Kunstwerk

Mit „Novum“ das Industriemuseum neu entdecken

Die Frankfurter Künstlerin Nadine Kolodziey hat für das Industriemuseum das Kunstwerk „Novum“ geschaffen. Es verbindet die Skulptur aus Acryl – erstellt mit der Hilfe zweier Solinger Firmen – mit der digitalen Welt der Augmented-Reality, erklärt Kurator Patrick Blümel. Foto: Tim Oelbermann
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Die Frankfurter Künstlerin Nadine Kolodziey hat für das Industriemuseum das Kunstwerk „Novum“ geschaffen. Es verbindet die Skulptur aus Acryl – erstellt mit der Hilfe zweier Solinger Firmen – mit der digitalen Welt der Augmented-Reality, erklärt Kurator Patrick Blümel.

Ein Kunstwerk verbindet bei „Futur 21“ reale und digitale Welten.

Von Philipp Müller

Solingen. Viel Kunst, noch mehr digitale Welten und ein ganz enger Bezug zur Gesenkschmiede Hendrichs – all das ließ bei der Vorführung des Kunstwerks „Novum“ die Künstlerin Nadine Kolodziey aufgeregt durch das Industriemuseum in Merscheid laufen. Die Schau mit dem Kunstwerk und seinen digitalen Inhalten wurde dann im geschlossenen Rahmen eröffnet.

Seit Anfang des Monats können die Besucher den neuen Blick auf das Museum genießen. Leihweise gibt es Tablet-Computer dafür. Wer ein iPhone hat, kann selbst per QR-Code ins Novum blicken.

„Das bringt uns jetzt Rückenwind für die Zukunft des Museums.“

Nicole Scheda, Industriemuseum

Für die Leiterin Nicole Scheda ist das Kunstwerk, das dauerhaft in Solingen im Lichthof der Gesenkschmiede stehenbleibt, ein weiterer Schritt, das Museum auch mit digitalen Inhalten zu bereichern. „Das bringt uns jetzt Rückenwind für die Zukunft des Museums.“

Das Kunstwerk „Novum“ ist Teil von „Futur 21 – kunst industrie kultur“. Dies ist ein Projekt der Industriemuseen der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Ostwestfalen-Lippe (LWL). Es will anregen, über die Zukunft der Arbeit, über Nachhaltigkeit und Klimakrise, den Einfluss der Digitalisierung sowie über die Grenzen von Wachstum und Konsum nachzudenken.

Dazu werden die jeweiligen Museumswelten einbezogen. Als Beispiel nennt das Kuratoren-Team: Wo früher Arbeitende hinter den Webstühlen gestanden hätten, da interagierten heute Besucherinnen und Besucher beispielsweise mit einer kreativen Künstlichen Intelligenz (| Kasten). Der Kunsthistoriker Patrick Blümel gehört zum Kuratoren-Team von „Futur 21“ und erklärt, dies sei die erste Kooperation der Landschaftsverbände auf Ebene der Industriemuseen.

Das wird sodann auch an der Merscheider Straße in der ehemaligen Gesenkschmiede Hendrichs dankend angenommen. „Novum“ werde zum neuen Portal des Museums, das parallel die analoge und die digitale Welt verknüpft, beschreibt Nicole Scheda. Und dafür hat die Künstlerin Nadine Kolodziey einen Parcours unter dem Titel „Novum“ geschaffen. Er enthält fünf Stationen aus der Welt der Augmented-Reality (AR). Mit AR ist es für die Interessierten schnell möglich, digitale Inhalte für sich zu öffnen. Das Smartphone oder ein Tablet werden benötigt. Die große, echte Skulptur steht dabei für das Feuer, mit dem Eisen zum Glühen gebracht wird. Vom Lichthof aus wandert man durch das ganze Museum, muss in und durch die fünf digitalen Stationen wandeln. Sie greifen die Idee der Schmiede auf, aus zwei Teilen, den Negativen, das Positiv zu schmieden. Natürlich spielen in der ehemaligen Scherenschmiede auch diese eine große Rolle. Faszinierend ist vor allem der Wechsel zwischen „echter“ und „scheinbarer“ Welt.

Gesenkschmiede lädt zur Festivalwoche im März ein

Eingebunden in Futur 21 in Solingen ist eine Festivalwoche vom 12. bis zum 19. März. Der Eintritt ist dann frei. Teil der Woche ist die temporäre Arbeit „Maschinenklangwerk“. Sie ist in der Festivalwoche von Montag bis Freitag von 10 bis 22 Uhr, am Samstag und Sonntag von 11 bis 22 Uhr zu hören. Am 19. März um 19 Uhr gibt es die Aufführung „Sound der Fabrik“ des Solinger Künstlerkollektivs „wortrocker“ zu erleben.

Die Arbeit „Novum“ lädt dann bereits dauerhaft während der regulären Öffnungszeiten (Di. bis Fr. 10 bis 17 Uhr, Sa. und So. 11 bis 18 Uhr) zur Entdeckungstour ein. Aktuell gilt in den LVR-Museen die sogenannte 2G-Regel. Besucher müssen eine Maske tragen.

Infos: https://industriemuseum.lvr.de

Ausstellungsreihe Futur 21

Die Reihe „Futur 21“ regt mit digitalen Kunstwerken wie dem im Industriemuseum dazu an, einen neuen Blick auf die Industriekultur zu werfen und dabei gegenwarts- sowie zukunftsbezogene Perspektiven aufzugreifen. An allen 16 Industriemuseen der beiden Landschaftsverbände in NRW werden in den nächsten Wochen neue digital-künstlerische Arbeiten installiert, die dauerhaft in den Museen bleiben. Solingen macht den Auftakt.

Einen Überblick über die anderen Orte gibt es online: https://futur21.de

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