Theater

Marionetten sorgen für Zauber im Wohnzimmer

Markus Heip mit Gerda, der Hauptdarstellerin von „Die Schneekönigin“. Sie ist geimpft und getestet, erklärt der Puppenspieler. Foto: Roland Keusch
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Markus Heip mit Gerda, der Hauptdarstellerin von „Die Schneekönigin“. Sie ist geimpft und getestet, erklärt der Puppenspieler.

Puppenspieler Markus Heip ist derzeit mit dem Stück „Die Schneekönigin“ auf Tour – Die Vorstellung wird von Familien regelrecht zelebriert.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Das Weihnachtswunder geschieht in einer Drei-Zimmer-Wohnung in Lennep. Und auf einer Terrasse in Honsberg. Und in einer guten Stube in Hasten. Denn überall da, wo Markus Heip mit seiner „Schneekönigin“ übergangsweise einzieht, entsteht dieser magische Moment, der sonst nur an Heiligabend zu spüren ist. Ein Knistern, eine verheißungsvolle Spannung.

Der Puppenspieler, der am Hasenberg das Durchsholzer Marionetten- und Puppentheater führt, ist derzeit wieder auf Tour durch die bergischen Wohnzimmer – und macht damit in Coronazeiten das eigene Zuhause zum Theater. Buchbar sind sogar Termine an Weihnachten oder Silvester. Da „Die Schneekönigin“ eine Wintergeschichte ist, wird sie noch bis Februar oder März gespielt. Im Gepäck hat Markus Heip dabei nicht nur die Originalversion des Hans-Christian-Andersen-Stücks, sondern auch eine Botschaft: „Diese zauberhaften Erlebnisse sind nur möglich, wenn wir uns alle impfen lassen.“

Die Puppen sind alle geimpft und getestet. Ich übrigens auch.

Markus Heip

Daher müssen die Theatergäste die 2-G-Regel erfüllen und dies auch nachweisen. Sobald sie auf ihren Logenplätzen Platz genommen haben, dürfen sie die Maske abnehmen. Gerda, Kay, die Krähe und die übrigen Puppen sind übrigens von der Maskenpflicht befreit, erklärt Heip. „Sie sind alle geimpft und getestet. Ich übrigens auch.“ Er selbst behalte während der 40-minütigen Vorstellung seine Maske an. Für die benötigt der leidenschaftliche Spieler gar nicht viel: lediglich einen Stromanschluss und 3 x 3 Meter Platz. Und eine Stunde Zeit für den Aufbau.

Denn das Pop-up-Theater kommt mit einem aufwendigen Bühnenbild mit zwei drehbaren Bühnenhäuschen und liebevoll gestalteten Kulissen daher – das Schloss darf natürlich nicht fehlen. „Wir kommen mit dem großen Auto“, erklärt Markus Heip und meint damit seine Puppen und sich selbst. Gerda, Kay und die Zauberfee reisen übrigens im Schuhkarton an. Ein Tuch bedeckt den Puppenkörper, darauf legt Markus Heip dann die Fäden. „Dann kann nichts passieren. Denn wenn sich ein Faden löst, haben wir ein Problem.“ Im Tourgepäck ist daher auch immer ein Arbeitskoffer mit Schere und Schrauber.

Wenn das Durchsholzer Tourneetheater klingelt, herrscht meist große Aufregung hinter der Tür. „Kinder werden oft ins Zimmer geschickt oder Familien versammeln sich bei Kaffee und Keksen in der Küche, bis ich mit dem Aufbau fertig bin – wie an Weihnachten“, erzählt Heip. Nicht selten halte Oma eine Tüte Vanillekipferl bereit. Und wenn dann das Bühnenlicht in 40 Zentimetern Höhe zwischen Blau und Violett wechselt, die Originalschauspielerstimmen aus den 60ern ertönen und die Puppen zum Leben erwachen, sind die Zuschauer wie gebannt. Theater ganz old-school und bis auf 1,5 Meter hautnah.

„Kinder haben so etwas noch nie erlebt. Das ist eine ganz andere Erfahrung als der Fernseher“, sagt Heip, der selbst, ganz in Schwarz gekleidet, in den Hintergrund tritt und den Puppen die Bühne überlässt. „Mir ist der Überraschungseffekt wichtig. Die Familien sehen ihre Stube plötzlich in einem anderen Licht.“ Auch im übertragenen Sinne. Mit seinem Wohnzimmertheater möchte Markus Heip die coronageplagten Menschen aus ihrem Trott herausholen. Nicht selten entstünden nach der Show interessante Gespräche.

Und darum geht es: Gerda sucht ein Leben lang nach ihrem Kay. Dabei erlebt sie viele Abenteuer, muss Hürden meistern, trifft auf die böse Königin. Ob Gerda und Kay am Ende zusammenfinden? Geeignet ist das Stück, das ans Herz geht, für alle ab sechs Jahren. „Gerda erklärt uns, was im Leben wirklich wichtig ist“, sagt Heip. Und darauf komme es an.

Buchung + weitere Termine

Wohnzimmertheater: Wer die „Schneekönigin“ für sein Zuhause buchen möchte, wendet sich an Markus Heip unter Tel. (01 72) 9 75 34 31 oder per E-Mail: info@dumuptheater. Preis nach Absprache. Voraussetzung: Alle Teilnehmer müssen 2G erfüllen. Am Platz dürfen sie während der Vorstellung die Maske abnehmen.

Workshops: In seinem Durchsholzer Marionetten- und Puppentheater, Hasenberger Weg 17, bietet Markus Heip zudem verschiedene Schnitzworkshops an, die Nachfrage sei groß. „Viele Paare nehmen sich bewusst die Zeit dafür, die sie sonst im Alltag nicht haben.“ Alle Infos gibt es hier: dumuptheater.de

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