Margarita Krüllmann gibt all ihre Werke zugunsten der Flutopfer ab

Margarita Krüllmann gibt 100 verschiedene Werke ab. Foto: Roland Keusch
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Margarita Krüllmann gibt 100 verschiedene Werke ab.

Künstlerin lädt für 30. Oktober ins Atelier ein – Ihre Tochter war vom Hochwasser betroffen

Von Melissa Wienzek

REMSCHEID Das bunt leuchtende Teo Otto Theater in der Nacht, ein Aquarell von Hof Küppelstein, eine idyllische Winterlandschaft oder eine riesige Pusteblume vor der Weltkugel: 100 ihrer Werke gibt die Künstlerin Margarita Krüllmann ab – für die Kinder, die Opfer der Flutkatastrophe wurden. Denn der Erlös soll dem Dorfspielplatz in Iversheim, einem Stadtteil von Bad Münstereifel, zugutekommen. Er ist durch die Flutwelle zerstört worden.

Margarita Krüllmanns Tochter lebt dort – ihr Haus wurde ebenfalls komplett geflutet. „Es kann zum Glück wieder aufgebaut werden, aber es ist alles weg“, sagt Krüllmann. „Das hat mich sehr beschäftigt. Ich hätte so gerne geholfen, wusste aber nicht, wie.“ Die Remscheider Künstlerin setzte sich mit der dortigen Stadtverwaltung in Verbindung. „Ich wollte etwas tun für die Stadt.“ Nun soll der Spielplatz für die Kinder wieder aufgebaut werden, und dafür sind einige Spenden nötig.

Die möchte die Künstlerin am Samstag, 30. Oktober, sammeln. Zwischen 11 und 18 Uhr ist ihr Atelier, Küppelsteiner Straße 3, geöffnet. Dann veräußert sie alle Werke, die in den vier Räumen zu finden sind – ausgenommen die ihrer Malschüler. Es gibt Großformatiges, Kleinformatiges, Werke in Öl, Acryl, Aquarell, Kunst für jeden Geldbeutel. „Nur an diesem Tag verkaufe ich die Bilder für die Hälfte.“ Der Diederichstempel ist so bereits für 75 Euro zu haben, ein Obstkorb für 55 statt 110 Euro. Spendenquittungen von der Stadt Bad Münstereifel können ausgestellt werden.

Wer die Atelierräume betreten möchte, muss vorweisen können, dass er geimpft oder genesen ist. Hier gilt 2G. Ein Team aus jungen Männern kontrolliere die Nachweise am Eingang, darunter auch Malschüler von Margarita Krüllmann. Gemeinsam wolle man Waffeln backen.

Margarita Krüllmann wurde in dem kleinen Dorf Lichtfelde Kreis Stuhm in Westpreußen geboren. Gemeinsam mit ihren sechs Geschwistern wuchs sie dort behütet auf – bis 1945. Die Familie musste bei Eis und Schnee flüchten. Nach Remscheid kam Margarita Krüllmann 1956, weil ihre Schwester hier lebte. Krüllmann arbeitete als Arzthelferin, malte aber stets nebenbei. „Mein Mann schenkte mir den ersten Ölkasten“, erinnert sie sich. Auch als Kind habe sie schon gemalt, ihre Mutter habe sie stets dazu ermuntert. Erst 1990 belegte sie Kurse an der VHS Remscheid. „Die Kunst ist mein Leben, direkt nach meiner Familie“, sagt sie.

Die Sehnsucht nach ihrer Heimat, ihrem Lichtfelde, blieb. Acht Mal war sie seit dem Krieg dort. Davon zeugen auch das Buch „Erinnerungen an meine Reise in die Heimat“ und die Aquarelle in ihrem Atelier, die ebenfalls am 30. Oktober zum Verkauf stehen.

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