Konzert

Kubanisches Feeling im Teo Otto Theater vom ersten Song an

Pianistin Marialy Pacheco brachte Bassist Juan Camilo Villa und Diego Pinera (Schlagzeug) mit.
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Pianistin Marialy Pacheco brachte Bassist Juan Camilo Villa und Diego Pinera (Schlagzeug) mit.

Publikum wollte bei „On Fire!“ gar nicht mehr zu klatschen aufhören.

Von Sabine Naber

Remscheid. Als Miki Kekenj, Konzertmeister der Bergischen Symphoniker, die kubanische Pianistin Marialy Pacheco das erste Mal spielen hörte, habe er sofort gedacht: „Meine Güte – die muss ich zu ,On Fire!‘ holen.“ Und das tat er auch.

Am Mittwochabend erlebten die Gäste im Teo Otto Theater ein Cross-over-Konzert, das einen wunderbar gelungenen Mix aus traditioneller kubanischer Musik, zeitgenössischem Jazz und Symphonik bot. Marialy Pacheco hatte die Stücke der ersten Hälfte arrangiert, in der die Streicher die Protagonisten waren. Nach der Pause erklangen Stücke für großes Orchester, Arrangeur war hier Dirigent Gordon Hamilton. Kubanisches Feeling beim ersten Song „Como el Arruyo de Palmas“, der ganz sanft und gefühlvoll begann, bevor es temperamentvoll weiterging. „Jetzt kommen meine Jungs“, sagte die Pianistin den Bassisten Juan Camilo Villa und den Schlagzeuger Diego Pinera an, die ihr Marialy Pacheco Trio komplett machten. Gespielt wurde „Ay Mama Ines“, ein kubanisches Lullaby, das die Pianistin an ihre Kindheit erinnert. So großartig gespielt, dass die Zuhörer im Theatersaal gar nicht mehr aufhören wollten, zu applaudieren.

Temperamentvoll und humorvoll klärte sie ihre Zuhörer über den Inhalt ihrer Lieder auf. „,Burundanga‘ habe ich das nächste Lied überschrieben. Es ist wie bei einem Resteessen, bei dem von allem etwas drin ist. Aber auch ein bisschen wie bei afrikanischem Voodoo, wenn man zu einer Hexe geht und sie einem rät, ein Haar vom Liebsten zu nehmen, es unters Bett zu legen, damit alles gut wird“, erklärte sie zur Freude des Publikums. Ein immer wiederkehrender Grundton, Klavierklänge, Gitarre, Schlagzeug und Pauke, rasend schnell, laut, hämmernd – großartig.

Mit dem mehrfach preisgekrönten Jazztrompeter Joo Kraus erklang traditionelle, aber neu arrangierte Musik des Buena Vista Social Club, in der die Trompete eine große Rolle spielt. Das Publikum bedankte sich mit Szenenapplaus.

Dann erklang erstklassiger Big-Band-Sound, als die bergischen Symphoniker und die Pianistin „Sale el Sol“ spielten. Eine Komposition von Marialy Pacheco, die Gordon Hamilton arrangiert hatte. „Ich vertraue meine Kompositionen keinem anderen an“, versicherte sie. „Wir tun jetzt so, als wären wir im Jazzclub. Steht auf und fangt an zu tanzen“, riet der Konzertmeister den Gästen. Frenetischer Applaus und Jubel für dieses mitreißende Konzert.

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