Klingenmuseum: Stadt Solingen investiert 5,3 Millionen Euro

Die Stadt Solingen will in ihr Deutsches Klingenmuseum ab 2023 5,3 Millionen Euro investieren. Foto: Christian Beier
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Die Stadt Solingen will in ihr Deutsches Klingenmuseum ab 2023 5,3 Millionen Euro investieren.

2022 starten die Planungen zur Umsetzung eines neuen Konzepts

Von Philipp Müller

Solingen Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) und Kulturdezernentin Dagmar Becker (Grüne) gaben kürzlich bekannt, in das Deutsche Klingenmuseum 5,3 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt zu investieren. Wann und wie das Geld in den Gräfrather Klosterhof fließen soll, wird im kommenden Jahr geplant. Dazu stehen im Entwurf des Haushaltsplans für das Jahr 2020 Mittel von 200 000 Euro bereit.

Die Investition sei richtig, sagte Kurzbach, denn das Klingenmuseum berge „unseren Schatz“, die Geschichte, wie man hochwertige Klingen aller Art herstellt. Die Idee, das Museum neu zu denken, nahm schon im vergangenen Jahr Fahrt auf. Schließlich erstellten Planungsbüros erste Fahrpläne, wie das alles umgesetzt werden kann. Das Büro Merz Merz aus Berlin entwarf eine Konzeption, das Museum durch Themenwelten modern zu gestalten. Wie das dann konkret umgesetzt wird, soll nach einer Ausschreibung im kommenden Jahr ein weiteres, auf Museumskonzepte ausgerichtetes Büro planen. Zugleich gehe es darum, einen Business-Plan für das Museum zu erstellen und zu schauen, wo es weitere Fördermittel für die Museumsumgestaltung gibt, sagte Dagmar Becker.

Es geht darum, eine neue Dimension des Erlebens zu schaffen

Sie lobte dabei das Team um Museumsleiter Dr. Sixt Wetzler und seine Stellvertreterin Dr. Isabell Immel. „Das Team hat schon jetzt große Schritte gemacht.“ Sie führte den neuen Museumsshop an, in dem Produkte verschiedener Solinger Stahlwarenhersteller gekauft werden können. Das alles laufe in zwei Stufen, skizzierte OB Kurzbach.

In der ersten Stufe würden jetzt die Grundlagen für die neue Dauerausstellung gelegt. „Es geht dabei darum, eine neue Dimension des Erlebens zu schaffen.“ Sixt Wetzler ergänzte, man wolle weg von der chronologischen Darstellung. Unter drei Themenkreisen soll es acht Themenräume geben. Es geht einmal um die Klinge und ihre Herstellung und der dazu wichtigen Handwerkskunst.

Die zweite Themenwelt betrachtet Solingen und seine Geschichte über die Klingenproduktion hinaus. Schließlich widmet sich der dritte Aspekt der Klinge und der Kultur. Das reiche vom Besteck fürs Essen über die Jagd, das Fechten bis hin zur Nutzung von Stahlwaren im Krieg und für Gewalt. „Wir haben eine phänomenale Sammlung in einem tollen Gebäude“, sagte Wetzler. In der zweiten Stufe gehe es dann darum, wie man den Klosterhof erweitern und sanieren könne, erklärte Kurzbach. Auch solle der Gräfrather Kirchenschatz, „einer der prächtigsten im Erzbistum Köln“, besser gezeigt werden. Die schon angesprochene Einwerbung von Fördergeldern gehört zur zweiten Stufe.

In allen Schritten wollen Verwaltung und Museumsleitung eng mit den Freunden des Klingenmuseums zusammenarbeiten. Seit Jahrzehnten unterstützt der Verein die Museumsarbeit maßgeblich. Aber dieses Netzwerk müsse jetzt erweitert werden, sagte Dr. Immel. Und so soll es ab 2023 schon einen ersten Einblick in das neue Klingenmuseum geben. Der sei zugleich ein Aufruf an die Besucher und Interessenten, sich aktiv in die Planung und Umsetzung einzuschalten.

So wolle sich das Museum bewusst den interessierten Gruppen öffnen. Dazu zählt Dr. Immel Familien, Klingenfans und Kulturbegeisterte. Sixt Wetzler ist durch die Investitionszusage der Stadt sicher: „Besser können die Grundbedingungen nicht mehr sein.“

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