„Jet ze luure“

Klaus Küster zeigt Einblicke in sein Schaffen in sechs Räumen

Klaus Küster, ehemaliger Leiter der städtischen Galerie, vor seinem Werk „Ersatzhandlungen vermerzt“. Foto: Roland Keusch
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Klaus Küster, ehemaliger Leiter der städtischen Galerie, vor seinem Werk „Ersatzhandlungen vermerzt“.

Der Remscheider Fotograf, Grafiker und Maler stellt in der Ins Blaue Art Gallery aus.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Wie passt fast ein ganzes Künstlerleben in sechs Räume? Der gebürtige Lenneper Fotograf, Grafiker und Maler Klaus Küster, Jahrgang 1941, hat sich diese Aufgabe nicht leicht gemacht und die Hängung lange geplant – das Ergebnis ist eine Entdeckungsreise mit Überraschungseffekt auf zwei Etagen. Unter dem jecken kölschen Titel „Jet ze luure“ zeigt der einstige Leiter der städtischen Galerie in der Ins Blaue Art Gallery Beispiele seines Schaffens aus den vergangenen Jahrzehnten: Fotografien, plastisch weiter verarbeitete Foto-Drucke, Objektkästen, Fotogramme und die nach ihm benannten Küstereogramme. Die Retrospektive in der Siemensstraße 21 ist aufgebaut und bis 17. Juli verlängert, kann aber wegen Corona noch nicht eröffnet werden. Aktuelle Infos gibt es hier: www.ins-blaue.net.

Mit „Jet ze luure“ meldet sich einer der großen Remscheider Künstler zurück. Etwa 250 Werke ziehen den Betrachter in ihren Bann: Das Spiel mit Licht und Schatten betreibt Klaus Küster nicht nur gern, sondern meisterhaft. Die Räumlichkeit, die entsteht, ist förmlich greifbar. „Fotografie bildet eine Realität ab, und sie ist selbst eine Realität“, sagt er. In seinen „Fotoscultura“-Werken schlummert daher der leise Appell, das Wesen von Fotografie zu erfahren. „Fotografie ist ein Abbild, bei dem Realität mit einer Methode veranschaulicht wird.“ In der Serie „Postamorph“ (2017) vermehren sich Wesen, schwarzer Samt unterlegt die zweite Ebene und sorgt für Tiefe, während Küster bei „Cascata d. S.“ ein echtes, tiefschwarzes Brunnenloch aus einer Fotografie freigibt. Die Vielschichtigkeit lebt, es entsteht ein Raum hinter dem Foto – auch inhaltlich.

Klaus Küsters Werke in der Ins Blaue Art Gallery

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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch
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In sechs Räumen der „Ins Blaue Art Gallery“ in Honsberg zeigt der Remscheider Künstler Klaus Küster seine Kunst. © Roland Keusch

Hingucker sind auch die Zigarillokisten: Immer drei klebt Küster aneinander und stattet sie mit Objekten und Fotogrammresten aus. Schraubendreher, Fisch und Draht kommen zum Einsatz. „Lichtungen“ nennt der Künstler das Werk. Sinn für Humor beweist er immer wieder bei seinen Titeln. Bei „Beweise für Ufologen“ erhalten winzige Schnipsel einen Lichtstrahl aus zwei Richtungen – und wirken so wie Ufos. Die „Schattenfalle“ sind angeleuchtete Zahnstocher. „Capriccio insettivoro“ klingt italienisch-hochtrabend, es handelt sich dabei jedoch um ein zweiteiliges Positiv-Negativ-Fotogramm von Insekten in einer Lampe. Auch „Spirenzchen und Spagitzen“ gibt es zu sehen. Teebeutel seiner Lieblingsteesorte „Lung Ching“ vereinen sich zum „Harem vom Drachenbrunnen“. „Ich halte als Künstler gegen die Ernsthaftigkeit an. Spielen macht Freude. Auch verbal.“

Natürlich dürfen auch die bekannten luminoplastischen Reliefs nicht fehlen: Küster bearbeitet das Fotopapier erst mechanisch, zum Beispiel mit einem Fleischklopfer oder einem Rändelrädchen, von hinten – so entsteht Plastizität. „Diese nutze ich dann als Schattenwurf.“ Und zwar mit gesteuerter Lichtführung von der Seite, zum Beispiel mit einem Feuerzeug oder einer Stehlampe. So entstehen ganz neue Wirklichkeiten.

„Beide Seiten“: Diese Ausstellung von Klaus Küster und Dietmar Wehr im 68elf-studio in Köln wird tatsächlich am Samstag eröffnet. Sie läuft bis 26. Juni.

Am 12. Mai wäre der Künstler Joseph Beuys 100 Jahre alt geworden. Das Kunstmuseum Villa Zanders widmet den leeren Kisten eine Ausstellung.

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