Livemusik

Keltische Musik findet im Eifgen eine Heimat

Teil eines großen Teams, das Livemusik im Eifgen ermöglicht: Lisa Sheahan-Kunitz und ihr Mann Adrian, die in dem sozio-kulturellen Zentrum neben Konzerten die Vermietungen managen.
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Teil eines großen Teams, das Livemusik im Eifgen ermöglicht: Lisa Sheahan-Kunitz und ihr Mann Adrian, die in dem sozio-kulturellen Zentrum neben Konzerten die Vermietungen managen.
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Lisa Sheahan-Kunitz und ihr Ehemann Adrian haben „Celtic Voyage“ ins Leben gerufen.

Von Andreas Weber

Wermelskirchen. In Deutschland firmiert es unter „Irish Folk“, die Iren nennen es „Irish Trad“. Das Trad steht für traditionell. Wie immer auch die Begrifflichkeiten lauten, im Haus Eifgen in Wermelskirchen ist die Musik verwurzelt. Adrian Kunitz und seine Ehefrau Lisa Sheahan-Kunitz sind die Motoren hinter der wunderbaren„Celtic Voyage“-Reihe, die regelmäßig keltische Künstler und Bands live in dem kultigen Fachwerkhaus präsentiert.

Seit dem 3. Februar 2020, als die fünfköpfige Best New Irish Band 2016 in dem Kulturzentrum aufspielte, holt das Wermelskirchener Ehepaar in Deutschland weitgehend unbekannte Acts, die sich zwischen Folk, Pop, Rock und Weltmusik, zwischen Tradition und Moderne bewegen. Elf weitere Livetermine gab es seither in ihrer Regie, Donnerstagabend wird mit Gwennyn (siehe unten) ein weiterer hinzukommen. Lisa und Adrian, beide 48 Jahre alt, hat, wie sie sagen, „der Spirit des Haus Eifgen angefixt“. Alles begann mit der Irish Session „Pure Drop“ 2018. Jigs und Reels gab es bei der Zusammenkunft gleichgesinnter Musiker zu hören, aber auch Polkas, Hornpipes, Slides, Fiddle, Bodhran.

„Der Spirit des Haus Eifgen hat uns angefixt.“

Lisa und Adrian Kunitz

Was die verstorbene Helen McDevitt im Haus Eifgen ins Leben rief, setzen die Kunitz’ auf andere Art und Weise fort. „Keltische Musik in allen ihren Schattierungen zu präsentieren, ist uns ein Anliegen“, sagen die beiden Musikfreaks. Adrian pflegt Zuhause eine stattliche Vinyl-Sammlung, die auch Klänge aus der Heimat seiner Frau beherbergt. Lisa Sheahan stammt aus dem Südwesten Irlands, der Hochlandregion Sliabh Luachra, die an die Grafschaften Cork, Kerry und Limerick grenzt. Verliebt haben sich die beiden, als Adrian als Schüler in den Osterferien als Backpacker die Insel bereiste. Später leiteten sie ein Hostel in Irland, 1996 folgte Lisa ihrem Adrian nach Wermelskirchen und lernte Krankenschwester. Heute ist sie im Gesundheitswesen als Controllerin unterwegs, er als Kaufmann im Vertrieb eines Baustoffhandels.

In der Freizeit gehört ihre Liebe der Musik. Im Frühjahr 2019 traten sie dem Verein bei, der von der Genossenschaft Kulturhaus Eifgen die Event-Location gepachtet hat. Keltische Musik aus Irland, Schottland, Wales, der Bretagne oder dem Baskenland, Galicien oder Asturien in Spanien in Wermelskirchen zu importieren, haben sie sich auf die Fahne geschrieben. Alle zwei, drei Monate ist das „real thing“, wie es Lisa Sheahan-Kunitz mit einem Strahlen im Gesicht nennt, im Eifgen zu hören.

Das Paar betätigt sich als Goldgräber. Ihre Nuggets schürft es bei den jährlichen Heimatbesuchen, über Musikagenturen oder Mund-zu-Mund-Propaganda. Veranstalter, die auf irische Klänge setzen, gibt es nicht so viele. Die Szene ist überschaubar. Stets sind die Kunitz’ auf der Suche nach „upcoming artists“. The Jeremiahs waren im Eifgen, Shane Hennessy, Aoife Scott, Claire Sands, Socks in the Frying Pan, Devil in the Kitchen und Sabrina Palm.

Adrian nennt als seinen persönlichen Höhepunkt Alyth McCormack, Sängerin der Chieftains, die schottisch-gälische Songs mit ihrer klaren, gefühlvollen Stimme derart bezaubernd interpretierte, dass man im Saal eine Stecknadel hätte fallen hören können. Einen Besucherrekord feierte „Celtic Voyage“, als die Band Jig Jam im Juni 2022 vor fast 300 Gästen im Biergarten abging. Bei keltischen Gigs fließt Guinness vom Fass und es wird „Irish Pub Stew“, ein Rindergulasch-Eintopf angeboten. Perspektivisch sollen dazu auch Whisky-Tastings angeboten werden.

Weitere Konzerte sind gebucht: das schottische Duo Johnston & Gordon kommt am 13. März, Siobhan Miller Quartett am 24. November, zwischendurch findet die Ceolas Scottish Music Nights (mit Fara und Symbiosis) am 18. Juni statt. In Planung, aber nicht bestätigt ist eine junge Band, die in Irland schwer angesagt ist: die Neo-Folker Billow Wood am 16. April.

Gwennyn kommt

Singt hauptsächlich in bretonisch: Gwennyn.

Donnerstagabend (20 Uhr) kommt Gwennyn ins Haus Eifgen. Die Sängerin aus der Remscheider Partnerstadt Quimper ist bekannt durch frühere Auftritte in der Lenneper Klosterkirche. Im Haus Eifgen spielt die bretonische Liedermacherin mit ihrer Band keltischen Elektro-Pop-Rock. Karten für das Konzert kosten 12 Euro im Vorverkauf; 16 Euro an der Abendkasse, 12 Euro ermäßigt.

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