Kampfkunst trifft Hip-Hop

Die Masashi Mishiro Jazz Dance Company aus Japan beeindruckte im Teo Otto Theater.
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Die Masashi Mishiro Jazz Dance Company aus Japan beeindruckte im Teo Otto Theater.

THEATER Japanische Kampfkunst und Jazz-Dance, Hip-Hop-Moves und Volkstänze - auf den ersten Blick unvereinbare Gegensätze. Masashi Mishiro sieht das ganz anders. Seit zwei Jahrzehnten arbeitet der Tänzer aus der japanischen Millionenstadt Nagoya an der harmonischen Einheit von westlichem und östlichem Tanz.

Und den Mitgliedern seiner "Jazz Dance Company", die im Teo Otto Theater mit dem Programm "Masashi Action Machine" gastierte, gelang es, diese Vision in die Tat umzusetzen.

Denn zur Akrobatik und Kör-perbeherrschung kam eine geistige Beweglichkeit, die Altes und Modernes elegant zusammenführte. Diese Stärken brachte das Tanzstück "Matsuri" ("Fest") am besten auf den Punkt. Während im Hintergrund ein Feuerwerk aufleuchtete, schwang das zehnköpfige Ensemble - in der Maske des legendären weißen Fuchses - große Fächer und lieferte sich einen komischen Schlagabtausch nach dem anderen.

Zu den Clowns kamen die Artisten, die Rad schlugen, Bock-sprünge vollführten und sich wie beim Breakdance auf einer Hand um die eigene Achse drehten. Mit den "Fluten von Naruto" zeigte das Choreografenteam Masashi Mishiro und Kumiko Sakamoto sein Talent für Bilder von poetischer Kraft. Fünf Tänzerinnen in weiten blauen Gewändern stellten das Naturschauspiel dar, indem sie mit Händen und Armen den Rhythmus des Meeres in der Luft und auf der Bühnenleinwand nachzeichneten.

Viele Kinder und Jugendliche schauten sich das Tanztheater an

"Tokyo Express", eine weitere Uraufführung, katapultierte die Zuschauer mitten hinein in das japanische Großstadtleben. Zu blechernen Synthesizer-Klängen jonglierten die Tänzer mit unhandlichen Kartons. Zwischendurch blieb aber genug Zeit für kleine Hip-Hop-Einlagen. Bei "Japanese Businessman" kam Selbstironie mit ins Spiel. Mit Anzug und Brille trieb das Ensemble nicht nur das Klischee des unermüdlichen japanischen Angestellten auf die Spitze. Die eigentliche Pointe: Ensemblechef Mishiro schlüpfte in die Rolle des Büroleiters.

So viel Kraft hatten andere Stücke der "Action Machine" nicht. "Kibou", entstanden nach der Fukushima-Katastrophe, hatte außer Pathos nicht viel zu bieten. Ansonsten war die Begeisterung des Publikums - darunter viele Kinder und Jugendliche - durchweg berechtigt.

Die Synthese von Tradition und Moderne verspricht auch der nächste Tanzabend mit dem Ungarischen Nationalballett Györ, das am 28. Februar mit einer "Tanzhommage an Queen" und am 1. März mit Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" zu sehen ist.

NÄCHSTE TERMINE

THEATER Musik, Tanz und viel Gesang gibt es am 30. Januar bei der "Nacht der Musicals". Am 3. Februar geht es weiter mit der Operette "Maske in Blau" und dem Soloabend "Durchgeritten" rund um Karl May (5. Februar). Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

www.teo-otto-theater.de

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