Johannes Küßner stellt in der ehemaligen Bäckerei Seufzer aus

Johannes Küßner ist gelernter Tischler. "Ich hole aus jedem Holz das heraus, was in ihm steckt", sagt er. Die Ex-Bäckerei wird nun zur Galerie.
+
Johannes Küßner ist gelernter Tischler. "Ich hole aus jedem Holz das heraus, was in ihm steckt", sagt er. Die Ex-Bäckerei wird nun zur Galerie.

Es war eine Spontanidee: Als Johannes Küßner, freischaffender Künstler, vor einigen Monaten am Rande einer Veranstaltung durch Lenneps Gässchen schlenderte, stach ihm das Rot der ehemaligen Bäckerei Seufzer ins Auge. "Hier!", dachte er. Hier könnten seine faszinierenden Skulpturen, die er aus alten, gebrauchten Balken entstehen lässt, eine galeristische Heimat finden.

"Zu Hause habe ich nur eine Werkstatt und einen Raum zum Lagern, aber nichts, wo ich meine Sachen ausstellen kann", sagt der Wuppertaler. Noch ist im ehemaligen Ladenlokal des denkmalgeschützten Hauses mit der markanten roten Schaufensterfront nichts von seinen künftigen Bewohnern zu sehen. Noch haben Bohrmaschine, Schraubenzieher und Putzlappen das Sagen, um das Ambiente für die Eröffnung morgen in einen Optimal-Zustand zu versetzen.

Rund 20 Objekte haben bisher den Weg von Wuppertal bis nach Lennep gefunden, etwa noch einmal so viele kommen bis zur Eröffnung noch hinzu. Jedes einzelne ist ein Hingucker: übermannshoch oder auch zwergenklein sind es allesamt Figuren. Ihr glatt und glänzend polierter Kopf und Hals wirken wie aufgepfropft auf den bewusst ursprünglich belassenen Rest. Rohe Balken, zum Teil noch mit den Nägeln aus ihrem ehemaligen Verwendungszweck als Dachsparren einer Scheune oder eines Hauses, bilden die Körper der "Maria", des Paares "Mutter und Tochter", der "Ruhe" oder der "Fürsorge".

Er hole aus jedem Holz das heraus, was in ihm stecke, sagt Küßner. Für ihn sei es jedes Mal aufs Neue eine spannende Entdeckungsreise, sich mit Hammer und Meißel oder auch schon mal der Motorsäge einem neuen Holz zuzuwenden.

"Galerie Rouge" ist ein Alleinstellungsmerkmal

Als gelernter Tischler hatte er immer schon eine Affinität zu diesem Werkstoff. Die lebendige Struktur in ihm sei es, die ihn von jeher gefesselt habe. Jetzt freut sich Küßner darauf, seine Skulpturen an einem angemessenen Ort präsentieren zu können. "Hier gehört sozusagen die ganze Straße mir", sagt er. Schon mit der leuchtend rot umrandeten großen Fensterfront ist die "Galerie Rouge" ein Alleinstellungsmerkmal des Kraspütt, ein echter Hingucker. Und mit "Maria" und den anderen wird sie es erst recht.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Hilferuf: Der Kinobunker kämpft um seine Existenz
Hilferuf: Der Kinobunker kämpft um seine Existenz
Hilferuf: Der Kinobunker kämpft um seine Existenz
Advent beginnt harmonisch und heiter
Advent beginnt harmonisch und heiter
Advent beginnt harmonisch und heiter

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare