Interview

„Peter Shaw“ von den „drei ???“ kommt in die Klosterkirche

Jens Wawrczeck ist Schauspieler und hat ein eigenes Hörbuchlabel. Künftig will er sich noch mehr dem Gesang widmen. Foto: Christian Hartmann
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Jens Wawrczeck ist Schauspieler und hat ein eigenes Hörbuchlabel. Künftig will er sich noch mehr dem Gesang widmen.
  • Melissa Wienzek
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Schauspieler Jens Wawrczeck (57), bekannt durch das Hörspiel „Die drei ???“, kommt mit „Hitch&ich“ nach Remscheid.

Das Gespräch führte Melissa Wienzek 

Herr Wawrczeck, werden Sie als Peter Shaw von den „drei ???“ im Alltag erkannt, wenn Sie beim Bäcker Brötchen kaufen oder telefonierend am Bahnhof stehen?

Jens Wawrczeck: Ja. Da ich immer sehr freundlich angesprochen werde und diejenigen, die es tun, immer positive Assoziationen zu den „ drei ???“ haben, sind es immer nette Begegnungen. Ich versuche dann, diejenigen auch für meine anderen Projekte zu begeistern. Ich werde zu einer Art Rattenfänger von Hameln (lacht). Meistens funktioniert das.

Wie sind Sie eigentlich zu Peter Shaw geworden?

Wawrczeck: Ich war zu dem Zeitpunkt schon ein vielbeschäftigtes Kind bei der ADR und hatte schon viele Hörspiele gemacht – als Kind hatte man damals einen Seltenheitswert. So landete ich bei der Produzentin Heikedine Körting. Mit ihr habe ich zunächst andere Produktionen gemacht, dann auch die „ drei ???“.

Hören Sie „Die drei ???“ in Ihrer Freizeit selbst oder darf es da lieber etwas anderes sein?

Wawrczeck: Ich höre selten Hörspiele oder Hörbücher. Ich habe bisher auch kaum „drei ??? gehört, die Fälle haben wir im Studio durchgespielt und gelöst. Ich höre mich privat nicht selbst – nur bei meinem Gesangsalbum war das anders.

Ist es für Sie als Synchronsprecher und Hörspiel-Darsteller nicht befremdlich, die eigene Stimme zu hören?

Wawrczeck: Ich sehe mich eher als Schauspieler, Synchron mache ich wenig. Hörspiele und Hörbücher sind wieder etwas anderes, da ist man schauspielerisch tätig. Ich habe mich an meine Stimme gewöhnt, muss ich sagen, ich höre sie als Instrument – wie ein Musiker sein Instrument hört. Ich wundere mich manchmal: Ich finde, meine Stimme klingt positiver, als ich sie meist empfinde.

Wie bereiten Sie sich auf Sprecherrollen vor – ölen Sie vorher noch mal Ihre Stimme mit Tee und Honig oder gar mit Whiskey?

Wawrczeck: Auf solche billigen Tricks verzichte ich komplett (lacht). Meine Livelesungen sind jedoch körperlich nicht unanstrengend. Daher achte ich darauf, dass ich mich an dem Tag der Vorstellung halbwegs gesund ernähre und nicht eine Stunde vorher noch einen Schweinsbraten esse (lacht). Ich muss eine Show abliefern. Das ist ein Beruf – und kein Hobby.

Am 1. Oktober treten Sie mit „Hitch&ich“ in der Klosterkirche Lennep auf. Was erwartet die Gäste?

Wawrczeck: Die Gäste erwartet eine Symbiose zwischen Musik, Sprache und Moderation. Das Publikum erfährt etwas über den Film von Hitchcock, es hört die Originalvorlage, die Hitchcock verfilmt hat. Und ich lese den Text nicht, ich spiele ihn. Man könnte „Die Vögel“ auch als mein „One-man-Hörspiel“ mit Jan Peter Pflug am Theremin bezeichnen. Die meisten Zuschauer, die den Film „Die Vögel“ gesehen haben, sagen, dass sie die Lesung spannender fanden. Das finde ich erstaunlich und sehr erfreulich. Bei „Hitch&ich“ bringen wir das auf die Bühne, was Hitchcock inspiriert hat. Es ist keine Nacherzählung des Films, sondern das, was dem Film vorausging. Daher ist es doppelt spannend. Man entdeckt eine ganz eigene Geschichte. Jan Peter Pflug und ich schaffen einen eigenen Kosmos, der weit ab ist von jeder konventionellen Lesung. Denn: „Die Vögel“ ist keine Lesung, es ist ein Theaterabend. Am Ende präsentiere ich einen Song aus einem Film.

Wie geht es danach für Sie beruflich weiter in diesen Corona-Zeiten?

Wawrczeck: Es sind ganz viele Auftritte verschoben worden, trotzdem habe ich einen vollen Terminkalender. Ich habe das Glück, ins Studio gehen und Hörspiele aufnehmen zu können. Ich finde es wichtig, dass man auch in diesen Zeiten weiterhin ein kulturelles Leben führt und würde mir wünschen, dass die Menschen nicht ganz so ängstlich sind. Ich finde es wichtig, dass wir da Flagge zeigen – als Künstler und als Publikum.

Biografie – Karten

Zur Person: Jens Wawrczeck (57) wurde in Dänemark geboren, wuchs in Hamburg auf. Er lebte lange in New York und London. Heute hat er eine Wohnung in Paris, lebt aber überwiegend in Hamburg. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler führt er das eigene Hörbuchlabel Audoba. Am 30. Oktober erscheint hier sein neues Hörbuch „Jamaica Inn“. Im Mai hat Wawrczeck zudem sein erstes Gesangsalbum „Celluloid“ veröffentlicht. Künftig will er sich verstärkt dem Gesang widmen.

Karten: Für „Hitch&ich“ am Freitag, 1. Oktober, 20 Uhr, in der Klosterkirche Lennep gibt es Karten für 27 Euro (ermäßigt 22,60 Euro) im Vorverkauf, an der Abendkasse für 29 Euro (ermäßigt 24,20 Euro): online oder unter (0 21 91) 99 70.

klosterkirche-lennep.de

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