„Ich brenne für den Film“: Schauspieler und Autor will durchstarten

Seit Anfang des Jahres lebt der selbstständige Schauspieler Joe Gales in Remscheid. Die Pandemie erschwert die Auftragslage. Foto: Thomas E. Wunsch
+
Seit Anfang des Jahres lebt der selbstständige Schauspieler Joe Gales in Remscheid. Die Pandemie erschwert die Auftragslage.

Joe Gales (36) spielte bereits mit Hollywood-Stars – Aktuell hat er wegen der Pandemie weniger Aufträge

Von Melissa Wienzek

REMSCHEID Zahlen und Tabellen hat er ad acta gelegt, jetzt geht der gelernte Finanzbuchhalter Joe Gales seiner Berufung nach: dem Schauspiel. Der 36-Jährige zog Anfang dieses Jahres von Rheinland-Pfalz nach Remscheid. Und möchte jetzt im Bergischen als selbstständiger Schauspieler sowie Drehbuchautor durchstarten.

Einen ersten Remscheider Auftrag hatte der gebürtige Luxemburger schon: ein Foto-shooting für die Werbung des Feuerwehrbedarf-Lieferanten Dönges. Der Remscheider Fotograf Thomas E. Wunsch setzte Joe Gales dabei in Szene. „Es gibt hier viele schöne Ecken“, sagt der Schauspieler über seine neue Heimat. Auch sein neues Demoband ist in Remscheid entstanden. Damit will er sich nun bei weiteren Auftraggebern bewerben. Denn in Corona-Zeiten klingelt sein Telefon im Gegensatz zu vorher nur noch selten – Schauspieler und Fotomodels haben es derzeit schwer. „Es fängt jetzt langsam erst wieder mit kleinen Rollen oder Shootings an“, erzählt Gales.

Der 36-Jährige ist ein Quereinsteiger. Aber bereits als Kind war er fasziniert von der Filmwelt. „Ich habe immer geguckt, wie die Schauspieler die Figuren verkörpern. Ich brenne einfach dafür.“ Zu Schulzeiten spielte er in einer Theatergruppe und in einer Band. Dennoch entschied er sich erst mal für den Beruf des Finanzbuchhalters. 2017 suchte Luxemburgs größte Castingfirma einige Darsteller – und Joe Gales dachte sich: Ich versuch’s mal. Und hatte Glück. „Ich bekam direkt eine Kleindarstellerrolle – und danach weitere kleinere Rollen in sechs Kinofilmen, dann Serien und Werbefilme, meist in Deutschland“, erzählt er. Sein Traum ging in Erfüllung: Joe Gales durfte in „Dreamland“ mit einigen Hollywood-Stars, unter anderem Juliette Lewis, mitspielen, der teils in Luxemburg gedreht wurde. „Ich hatte eine Kleindarstellerrolle als reicher Mann. Nach dem Dreh kam der Regisseur zu mir und sagte: ,Du hast ein super Kinogesicht, du hast Talent, mach weiter!’“

Demoband und Shootings folgten, Joe Gales arbeitete sich hoch. Die Branche ist sehr hart, doch 2019 ergatterte er eine Sprechrolle im deutsch-französischen Kinostreifen „Je suis Karl“, der in Köln und Frankreich gedreht wurde. Mittlerweile ist er bei einer Schauspieleragentur in Hürth in der Kartei. Anfang 2020 wagte Gales den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit. Dann kam Corona. „Ich hatte einige Buchungen, unter anderem eine Hauptrolle in einem Werbefilm in Düsseldorf. Aber das wurde alles gecancelt.“ Es gebe um die 30 000 Schauspieler, die sich derzeit natürlich auf alle Rollen bewerben. Denn in Coronazeiten wird nicht so viel gedreht wie sonst.

Der eingefleischte Leonardo-DiCaprio- und Western-Fan schreibt zudem selbst Drehbücher. „Das war schon immer mein Traum.“ Sein Kino-Krimi-Thriller „Der Fochmann Code“ soll in Deutschland und den USA gedreht werden. „Ich habe das Drehbuch geschrieben, das Casting gemacht und zusammen mit dem Produzenten alles erarbeitet.“ Er hoffe auf eine baldige Umsetzung, das Projekt liegt zurzeit noch in Finanzierung. Aktuell schreibt Joe Gales fünf weitere Kinofilme und eine Krimi-Reihe, die in seiner neuen Heimat Remscheid gedreht werden soll.

https://filmmakers.de/joe-gales

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare