Hier verschmelzen die Künste zu einer magischen Fantasiewelt

„Zweiheit“ heißt dieses Werk – Anke Dörschlen und Patricia De Zutter sind es übrigens selbst. Foto: Dörschlen/De Zutter
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„Zweiheit“ heißt dieses Werk – Anke Dörschlen und Patricia De Zutter sind es übrigens selbst.

Anke Dörschlen und Patricia De Zutter stellen bei Grillardor aus – Sie verbinden Fotokunst mit Malerei und Design

Von Melissa Wienzek

REMSCHEID Geishas, Soldaten, Stummfilmstars oder Märchenfiguren laden zu einer Reise in mystische Welten ein. Wer die großformatigen Arbeiten anschaut, entdeckt jede Sekunde etwas Neues – spannend, detailreich, grenzüberschreitend. Und das zwischen Weber-Grills. Denn das Künstlerduo Dörschlen/De Zutter stellt noch bis Ende des Monats im Rahmen von „Kunst und Kultur in Remscheid – KuK goes Gastro“ beim Grillexperten Grillardor in Lennep aus. An den gläsernen Wänden der Kantine prangen zehn großformatige Werke der „Modern Tales“. Das Besondere: In die Rollen der Motive sind die freie Fotografin Anke Dörschlen (48) und die Malerin und Designerin Patricia De Zutter (52) selbst geschlüpft. „Wir kreieren eine Fantasiewelt, in die man eintauchen kann – jeder kann sich daraus das ziehen, was er will“, erklärt De Zutter. Und das ist absolut sehenswert.

Das Konzept von Dörschlen/De Zutter: „Wir vermischen unsere Talente Fotografie und Malerei/Design miteinander – und setzen uns dabei nur wenig Grenzen“, sagt Anke Dörschlen, die sich auf People-Fotografie spezialisiert hat. „Wir kreieren aus zwei Einzelteilen ein Mehr und geben es dann in die Welt hinaus. Ab dann führt es ein Eigenleben“, fügt Patricia De Zutter hinzu. Gut zu sehen ist das unter anderem am Werk „Zweiheit“ (|  Foto). Die beiden Frauen machen alles gemeinsam und vor allem alles selbst: von der Idee über die Location-Suche und das Shooting bis zur Weiterverarbeitung der Fotos.

Patricia De Zutter stammt aus Belgien und ist Halbitalienerin. In Brüssel lernte die Dolmetscherin ihren Mann, einen Remscheider, kennen. Seit 1992 lebt sie in Remscheid. Genauso wie Anke Dörschlen, die aus dem Oberbergischen stammt und in ihrem „früheren Leben“ mal Schreinerin, mal Stewardess war, ehe sie ihre Berufung in der Fotografie fand. 2016 brachte das Schicksal die beiden Frauen zusammen. Patricia De Zutter, die auch Tapeten designt und deren Leidenschaft Innendekoration ist, stellte bei der „Werkschau West“ aus, Anke Dörschlen fotografierte die ausstellenden Künstler, was ebenfalls in einer Schau mündete. So fanden die beiden zusammen – und Künste verschmolzen. 2017 hatten sie bereits ihre erste gemeinsame Ausstellung. Auch in Rom waren sie schon. Heute arbeiten sie gemeinsam in einem eindrucksvollen Atelier an der Königstraße. Während der Pandemie haben sie zwei neue Serien entwickelt: „Flowers“ und „Masken“. Patricia De Zutter und Anke Dörschlen hoffen, dass sie diese im Februar bei einer Ausstellung in ihrem Atelier zeigen können.

Und wie sieht dieses Verschmelzen der Künste genau aus? Anke Dörschlen erklärt: „Am Anfang steht ein Konzept. Dann recherchieren wir: Was brauchen wir dafür? Dann reift eine Idee zu einem fertigen Bild, wir treffen uns zum Shooting.“ Das sei meist ein ganzer Tag, an dem sich die Fotografin und die Malerin/Designerin treiben lassen. „Wir spielen, experimentieren und werfen auch schon mal Dinge über den Haufen.“ Die Realität sehe übrigens immer anders als die ursprüngliche Idee – that’s life. Eines haben die beiden dabei aber immer im Blick: eine ganz andere, nicht perfekte Welt, die eben nicht nur auf Selbstoptimierung ausgelegt ist. Hier kann der Betrachter innehalten, eintauchen und seinen Gefühlen freien Lauf lassen.

Doerschlen-dezutter.com

„Kuk Ma!“: Max Süss stellt Dörschlen/De Zutter heute im Video vor: kuk-remscheid.de.

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