Musik

Geschwister musizieren auf höchstem Niveau

Die Geschwister Maren und Jan Donner auf dem Cover ihrer ersten gemeinsamen CD. Repro: Peter Klohs
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Die Geschwister Maren und Jan Donner auf dem Cover ihrer ersten gemeinsamen CD. Repro: Peter Klohs

Pianistin Maren Donner und Posaunist Jan Donner präsentieren mit „Meanwhile“ erstmals eine gemeinsame CD.

Von Peter Klohs

Remscheid. Von Kindesbeinen an haben die Remscheider Geschwister Maren und Jan Donner gemeinsam musiziert. Durch ihre beruflichen Tätigkeiten war der Plan, eine gemeinsame CD aufzunehmen, immer wieder verschoben worden. „Wir wohnen halt sehr weit voneinander entfernt“, erzählt Jan Donner. „Corona hat uns die Zeit gegeben, dieses Projekt zu realisieren.“

Die Aufnahmen des Duos entstanden im Juli 2020 in einem Kölner Studio. Und obwohl es Duos mit der Besetzung Posaune / Piano durchaus gibt, findet man recht wenig Musik, die für diese Instrumente geschrieben wurde. Aber das schreckte die Geschwister nicht ab, ein beinahe einstündiges Programm mit hochkarätiger Musik aufzunehmen.

„Meanwhile“ heißt die CD, zu deutsch: „Währenddessen“ oder „Inzwischen“, und bezieht sich auf die Tendenz der Menschen, von einem Lebensereignis oder einem Ort zum nächsten zu denken und das Dazwischenliegende zu vernachlässigen.

Zwei Werke auf der CD wurden für die Geschwister geschrieben

Die ausgewählte Musik beschäftigt sich mit diesen „Zwischenzeiten“. Was den Klang des Duos so einzigartig macht, erweist sich im ersten Abschnitt der CD, in dem die Acht Lieder op. 10 von Richard Strauss gespielt werden. Die Lieder hat Strauss für Singstimme und Piano komponiert, spätromantisch, schwärmerisch, ausdrucksstark. Das vorschnelle Urteil, eine Posaune könne niemals einen Text wiedergeben, erweist sich schnell als unnötig. Denn Jan Donner spielt seine Posaune sehr eigen. Sein Ansatz zum Spiel des zumeist als behäbig beschriebenen Instrumentes ist weicher, runder, umarmender.

„Ich mag es nicht, wenn das Instrument so klingt, wie das, was es eigentlich ist: ein Blechblasinstrument“, sagt Jan Donner und fügt hinzu: „Das darf nicht scheppern.“ Weit entfernt vom Scheppern ist Donners Ton, eher verwandt mit Weite einer Landschaft oder Nähe von Schönem.

Dazu die mit sensibel nur unzureichend beschriebene Begleitung von Maren, die weitaus mehr ist als eben das. Sie füllt Räume, sie weiß, wie ihr Bruder die nächste Sequenz spielen wird und reagiert darauf, sie erhöht durch ihr Spiel die Musik. Zwei dreisätzige Werke auf dieser CD sind nur für die Geschwister Donner geschrieben worden.

Beide haben sehr unterschiedliche Ansätze, was sie jedoch schätzen. „Man muss vielschichtig sein und bleiben“, ist Jan Donner sicher. „Timeless“ von Peter Dörpinghaus, einem aus Hückeswagen stammenden Musiker, der Solo-Trompeter am Berliner Konzerthaus ist, hat einen eher romantischen Charakter und bezieht leichte Einflüsse aus dem Jazz und deutlichere aus der Filmmusik mit ein. Besonders durch den quirligen dritten Satz, der moderner gehalten ist, atmet die Komposition etwas von der Zeitlosigkeit aller Musik.

Deutlich der neuen klassischen Musik zugewandt ist „Time“ von Tobias Schütte, einem Jazzposaunisten. Nicht zufällig ist das zentrale Intervall der Komposition die „Sekunde“, die in verschiedenen Formen zu hören ist (klein / groß / übermäßig). Das hochkonzentrierte Musizieren auf extrem hohem Niveau lässt die Anstrengungen des Hörens vergessen. Bei aller Modernität wird die Musik nie atonal.

Drei ausgesuchte Lieder von Robert Schumann (aus „Frauenliebe und -leben“ und „Myrthen“) runden das Werk ab. Ausgestattet mit erstklassigem Fotomaterial von Natalia Jansen ist die CD nicht nur ein Hinhörer, sondern auch ein Hingucker.

„Sobald es wieder möglich ist“, sagt Jan Donner, „werden wir diese Musik auch live spielen. Und mit Sicherheit auch in Remscheid.“

Die CD „Meanwhile“ kann unter meanwhilecd@gmx.de bei den Geschwistern Donner direkt bestellt werden und kostet 12 Euro.

Maren und Jan Donner

Maren und Jan Donner bekamen von der Klavierlehrerin Petra Rützenhoff-Berg den ersten Unterricht. Maren ist Pianistin und Musikpädagogin, spielt ausgezeichnet Akkordeon und Euphonium. Sie ist an der Musikschule in Monheim beschäftigt und lebt in Düsseldorf. Jan ist in verschiedenen Ensembles als Musiker tätig und weltweit unterwegs. Fest angestellt ist er seit 2017 als Posaunist an der Deutschen Oper in Berlin, wo er lebt. Verschiedene Lehrtaufträge runden seine Tätigkeit ab.

marendonner.de jandonner.net

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