Bergische Heimatspiele

Freilichtbühne: Aus 150 Einzelteilen entsteht das Dorf im Dorf

Dennie Leonhardt ist der Mann hinter den und für die Kulissen. Der 46-Jährige ist für Bühnenbau und Technik zuständig.⋌Foto: Roland Keusch
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Dennie Leonhardt ist der Mann hinter den und für die Kulissen. Der 46-Jährige ist für Bühnenbau und Technik zuständig.
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Die charakteristischen Fachwerkhäuschen der Heimatspielbühne sind aufgebaut. Bald ist Premiere.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Während A, E und G noch ganz gut aussehen, hat das große B schon ziemlich gelitten: Es fault. Kein Wunder: Hat es doch über 20 Jahren bergisches Wetter auf dem Dach − und steht dabei halt auch schon mal in einer Pfütze. Hinter der „Buchstabensuppe“ verbirgt sich jedoch eine logistische Meisterleistung: Die Freilichtbühne in Lüttringhausen entsteht. Nach über zwei Jahren Corona-Zwangspause finden wieder die traditionellen „Bergischen Heimatspiele“ der Lüttringhauser Volksbühne statt, unterstützt von den Lüttringhauser Blechbläsern und dem Posaunenchor Remlingrade-Dahlerau. Am Donnerstagabend probten die Laiendarsteller das erste Mal wieder unter freiem Himmel im Herzen der Altstadt. Die frisch renovierten Bänke strahlten dabei mit ihnen um die Wette.

Jetzt, exakt drei Wochen vor der Premiere, hat Dennie Leonhardt (46), Hochkonjunktur. Der Sohn des Regisseurs Udo Leonhardt ist nicht nur der Mann hinter, sondern auch für die Kulissen. Er kümmert sich um den Bühnenbau und die Technik − ein dreimonatiger Fulltime-Job neben seinem Hauptberuf als Uhrmachermeister. Aber eigentlich ist er das ganze Jahr über irgendwie mit „der Bühne“ beschäftigt. Ein Herzensprojekt, bei dem die ganze Familie Leonhardt anpackt.

Kulissen haben die Corona-Pause gut überstanden

Unglaubliche 150 Einzelteile haben die kräftigen Männer bereits aus der Scheune in der Schreverheide zwischen Lüttringhausen und Lennep rausgehievt. „Das ist gar nicht so einfach, weil die Kulissen in der zweiten Etage lagern und wir sie durch einen Schacht von oben nach unten anreichen müssen.“ Per Lkw, den ein Mitspieler von den Stadtwerken organisiert hat, ging es dann zum Ludwig-Steil-Platz. Glücklicherweise habe die Scheune Sturm, Hochwasser und Schnee standgehalten − die Kulissen haben die Corona-Pause gut überlebt. Wenn man mal vom grundsätzlichen Aufarbeiten bei Haus B absieht. „Wir fangen mittwochs mit der Kasse an, damit wir hier Strom und Lager haben, donnerstags wird der Cateringbereich aufgebaut, freitags geht es weiter, samstagnachmittags sind wir in der Regel durch“, sagt Leonhardt. Dieses Mal halfen die Jusos und die Arbeit Remscheid.

Den Aufbau weiß der Bühnenchef aus dem Effeff, zudem ist jedes Häuschen mit einem Buchstaben versehen und auf der Rückwand unterschiedlich farblich gestrichen. So entsteht langsam das Dorf im Dorf: Technikhaus, Verkaufsladen, Korbmacherei, Wohnhäuser und Kneipe stehen schon, Biergarten und Details wie Fenster, Türen, Geländer und die hübschen Blümchen fehlen noch. Wie viel Aufwand und Liebe dahintersteckt, vermutet man kaum.

Wenn die hoffentlich zahlreichen Gäste am 4. Juni zur Premiere von „Sechs Richtige für Nepomuk“ auf den Bänken Platz nehmen, ist alles perfekt. Freuen können sie sich nicht nur auf den kulturellen Genuss, sondern auch auf den kulinarischen: In der Halbzeit gibt es wieder Grillwurst, Kottenbutter und Kuchen sowie am Premierenabend ein Salatbüfett.

Aufführungen

Samstag und Sonntag, 4. und 5. Juni, 11. und 12. Juni, sowie 18. und 19. Juni, jeweils um 16 Uhr. Zudem wird an Fronleichnam, Donnerstag, 16. Juni, um 16 Uhr, gespielt. Karten gibt es an der Tageskasse ab 15 Uhr. Erwachsene zahlen 14, Jugendliche 7 Euro.

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