Kulturschätze

Exponate bleiben in den Museen vom Schädlingsbefall meist verschont

Eingenisteter Nagekäfer hat im Heimatmuseum großen Schaden angerichtet – Kulturschätze können ein gefundenes Fressen für Insekten sein.

Von Sabine Naber

Remscheid. Nagekäfer und anderes kleines Getier sind in Museen, in denen Ausstellungsstücke aus den unterschiedlichsten Materialien gesammelt und präsentiert werden, gefürchtete Besucher. Allerdings gab es sie schon immer. Und schon immer wurden sie bekämpft. Was jedoch so ein „gescheckter Nagekäfer“, der sich vor Jahren unbemerkt in einen Dielenboden eingenistet hat, in einem Museum anrichten kann, davon könnte Dr. Thomas Walbrecht, Chef des Remscheider Heimatmuseums an der Hastener Cleffstraße, zu Genüge berichten. Dort mussten nach dem Befall alle Fußböden neu aufgebaut werden.

Im gleich nebenan liegenden Deutschen Werkzeugmuseum ist dieser Nager allerdings nicht aktiv gewesen. „Hier haben wir ja überwiegend Sachen aus Metall. Und das ist ein Plus für uns“, macht Walbrecht deutlich. Er ist sich sicher, dass man den Schädling bemerken würde, falls er Anstalten macht, sich durchs Museum zu futtern. „Wir sind ja auch im Lockdown täglich viele Stunden in unseren Räumen unterwegs, da würde uns das nicht verborgen bleiben“, betont Walbrecht. Von daher könne von Ruhe, Dunkelheit und fehlenden Störungen – in so einer Umgebung könnten sich die Schädlinge unbemerkt ausbreiten – im Werkzeugmuseum absolut keine Rede sein.

Im Lenneper Tuchmuseum an der Hardtstraße, das aus dem Firmenmuseum der ehemaligen Tuchfabrik Johann Wülfing und Sohn entstanden ist, hat man bisher bei der Schädlingsbekämpfung eher Kleidermotten als Käfer im Visier: „Sie sind in Museen wie unserem ein normaler Feind. Sie lieben es, in Wolltücher reinzugehen“, weiß Museumsleiter Werner von Wismar. Zurzeit sei das aber kein aktuelles Problem, denn momentan ließe sich keine Kleidermotte sehen. „An Nagekäfer habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht so genau gedacht. Das mache ich aber jetzt mal“, nimmt sich der Museumschef vor.

Auch im Deutschen Röntgenmuseum am Lenneper Gänsemarkt – hier wird das Leben, das Werk und die Wirkung von Wilhelm Conrad Röntgen umfassend dokumentiert –sind Schädlinge zumindest zurzeit kein Thema. Die stellvertretende Museumsleiterin Brigitte Dömling hatte vorsichtshalber noch einmal Rücksprache mit dem Architekturbüro Welcke gehalten, das sich aktuell mit der Renovierung der Hausfront befasst. „Dramatisches gibt es in dieser Hinsicht bei uns nicht zu melden“, macht Dömling klar. Nagekäfer fänden sich immer mal wieder im Holz. Das passiere, wenn das Holz feucht wird. Von Schädlingsbefall könne jedoch keine Rede sein.

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