Eine alltagstaugliche Alternative zum Plastikbesteck wird gesucht

Durchsichtige Plastikmesser sind bald für viele Einsatzgebiete verboten. Designer sollen nachhaltige Alternativen entwickeln. Foto: Christian Beier
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Durchsichtige Plastikmesser sind bald für viele Einsatzgebiete verboten. Designer sollen nachhaltige Alternativen entwickeln.

Klingenmuseum lobt wieder zwei Preise für Designer und Messermacher aus

Von Philipp Müller

Solingen Noch ist das Deutsche Klingenmuseum geschlossen. Doch mit zwei Preisen für Designer setzt das Team um den Museumsleiter Dr. Sixt Wetzler auf Kontinuität. Obwohl unklar ist, ob die Knife 2021 stattfinden kann, wird der Deutsche Messerpreis verliehen. Zugleich lobt das Museum auch den Pott-Design-Award aus. Er geht an den besten Entwurf für einen Ersatz von Plastikbesteck, wie es etwa bei Volksfesten eingesetzt wird.

Der Design-Award von Pott geht vom Namen her auf die weltberühmte Solinger Messermanufaktur zurück, die früher von der Ritterstraße aus ihre preisgekrönten Stahlwaren in alle Welt exportierte. Hannspeter Pott möchte mit dem von ihm finanzierten Preis Designer ehren, die „neue Maßstäbe für eine moderne Tischkultur setzen“.

„Dieser Preis wird auch in diesem Jahr verliehen. Komme, was da kommen mag.“

Sixt Wetzler, Klingenmuseum

In diesem Jahr richtet sich die Aufgabe an aktuellen gesetzlichen Bestimmungen aus. Ab Juli 2021 sind Einweg-Kunststoffbestecke an vielen Orten verboten. „Bisherige Nutzer, etwa beim Fast Food oder bei größeren Festen, benötigen einen Ersatz“, erklärt das Klingenmuseum in der Ausschreibung. An die Designer gerichtet, wird die Aufgabe so formuliert: „Wir erwarten innovative Entwürfe für ein dreiteiliges Besteck sowie zusätzlich mindestens ein weiteres Utensil zum Essen oder Trinken.“ Damit seien beispielsweise Becher, Schale oder ein Vorlegeteil gemeint.

Gewinnen kann, wer in drei Kategorien am besten punktet: Das Besteck soll aus alternativen Materialien, auch gesundheitlich unschädlich, hergestellt werden. Das Besteck soll alltagstauglich sein. Zudem wird ein „wertiges Design“ erwartet. Der Preis, es winken 5000, 3000 und 2000 Euro, wird durch das Deutsche Klingenmuseum in Kooperation mit dem Verein der „Freunde des Deutschen Klingenmuseums“ ausgeschrieben und vergeben.  Die Ergebnisse sollen im Oktober in einer Ausstellung vorgestellt werden. Die Jury werde auch auf die wirtschaftliche Umsetzbarkeit des Entwurfs achten. Denn die Preisträger arbeiten nicht immer nur für die Ausstellung. So wird das 2019 preisgekrönte Besteck für Hamburger von Dominic Pieper jetzt auch in Serie gehen.

Der zweite Preis, der „Mes-serpreis“, ist von der Stiftung Freunde des Deutschen Klingenmuseums mit einem Preisgeld von 2000 Euro dotiert. Er soll im Rahmen der Knife 2021 verliehen werden. Diese neue Form der früheren Messermachermesse ist für den 16. Mai im Theater und Konzerthaus vorgesehen. 2020 fand die Knife wegen der Corona-Pandemie rein digital statt und wartet damit weiter auf ihre Premiere mit Publikum. „Wir haben das noch nicht genau geplant, denn der Termin hängt natürlich vom Verlauf der Pandemie ab“, erklärt Wetzler.

Für den Messerpreis 2021 ist das Thema der Dolch. „Der Preis hat mittlerweile einen internationalen Ruf“, erklärt Wetzler. Für den Wettbewerb, an dem die wahren Meister der Branche teilnehmen, hatten sich selbst 2020 zu Beginn der Pandemie noch 27 Messermacher beworben. „Dieser Preis wird auch in diesem Jahr verliehen. Komme, was da kommen mag“, betont Wetzler. Das sei man dem Ruf des Wettbewerbs einfach schuldig.

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