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Drei Freunde leiten Kinder durchs Werkzeugmuseum

Museumsdirektor Dr. Andreas Wallbrecht mit Ferdi Feile. Der Chef des Hauses schätzt seine gute Arbeit.
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Museumsdirektor Dr. Andreas Wallbrecht mit Ferdi Feile. Der Chef des Hauses schätzt seine gute Arbeit.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Marionetten führen an die Institution heran – Direktor Dr. Andreas Wallbrecht erklärt, warum das Sinn macht.

Remscheid. Ein Drittel der Besucher im Deutschen Werkzeugmuseum in Hasten sind Kinder. Und die liegen dem Team um Direktor Dr. Andreas Wallbrecht besonders am Herzen. Für die kleinen Gäste gibt es nicht nur Workshops wie Metallgießen & Co., sondern auch Ferienprogramme, kindgerechte Geschichten an den Infoterminals sowie tolle Souvenirs. Türöffner im Museum sind dabei drei ganz besondere Freunde: Fritzi Friemel, Ferdi Feile und Balduin Keks. Die drei Marionetten unterstützen das Museumsteam bei der Arbeit, haben aber auch eine klare Aufgabe: Kinder an die Institution Museum heranführen. „Die drei sind eine elegante Methode, um mit Kindern in Kontakt zu kommen“, erklärt Dr. Wallbrecht. Denn Studien hätten ergeben: Wer als Kind schon früh in einem Museum gewesen sei, werde im Alter erneut eines besuchen. „Auch wenn es langweilig war“, fügt der Direktor lachend hinzu. Denn wichtig sei eines: dass die Kinder Spaß haben. Und ganz nebenbei werde auch noch Wissen vermittelt.

Ferdi Feile

Alter: unbekannt

Art: Schlichtfeile, feiner Hieb

Aufgabe im Museum: lustig sein

Besondere Fähigkeiten: Widerstandsfähig, belastbar und schlagfest

Meine Leidenschaft: Poesie

Mein Wunsch: Mehr Respekt vor der Feile

Meine besondere Vorliebe: Wärme

Ort: Man findet mich im Deutschen Werkzeugmuseum meist in der Handfeilenhauerei. Da fühle ich mich ganz wie zu Hause.

Erschaffen wurden die Feile mit den irre leuchtenden Haaren, die niedliche Maus und der keksverliebte Hund von Museumspädagoge Markus Heip. Denn der ist auch Marionettenbauer und Puppenspieler aus Leidenschaft. Und davon profitiert das städtische Museum. „So etwas ist nicht alltäglich für ein Museum“, sagt der Direktor.

Mit Ferdi, Fritzi und Balduin sollen die Kinder ab vier Jahren für Werkzeuge im Speziellen und die bergische Region insgesamt begeistert werden. Denn die eigene Heimat hat viel zu bieten.

Museumsmitarbeiterin Annabelle Hoppe mit Fritzi Friemel. Fast hätte sie die Maus gar nicht gefunden.

Balduin Keks hatte übrigens eine lebendige Vorlage: Labrador-Hündin Emma von Familie Heip. Die Marionette, den Bernhardiner in Uniform und Käppi, kennen die Kinder bereits gut vom „Museum im Dunkeln“. Sie wissen: Dem Nachtwächter bringt man am besten ein paar Kekse mit. Auch wenn Hunde eigentlich keinen Zucker essen sollten. Aber dann grummelt Balduin nicht ganz so viel. Manchmal stellt er aber auch freche Fragen, wenn er Familien durch das Museum führt. „Er darf Dinge fragen, die ich niemals fragen dürfte“, sagt Markus Heip, der erklärt: „Zu den Kindern ist er immer lieb.“ Die Kinder lösen dann kleine Aufgaben. Dabei hat der Museumspädagoge interessante Beobachtungen gemacht: „Manche Kinder streicheln ihn sofort, andere erst viel später, wenn sie sich sicher sind, dass er nicht beißt. Manche wollen ihn mit nach Hause nehmen.“

Balduin Keks

Alter: unbekannt, zwischen 5 und 15 Jahren

Rasse: Bernhardiner

Aufgabe im Museum: Nachtwächter

Besondere Fähigkeiten: kann gut schnüffeln und bin gutmütig

Meine Leidenschaft: Kekse, obwohl Zucker schlecht ist für Hunde

Mein Wunsch: ich hätte gern eine neue Uniform

Meine besondere Vorliebe: ich mag Kinder, kleine und große

Ort: im Koffer oder im ganzen Museum

Auch ein Nachtwächter muss sich mal ausruhen. Vor allem, wenn er eine schwere Laterne und einen dicken Schlüsselbund mit sich tragen muss. Dann übernimmt Fritzi Friemel, die neugierige Maus. Die Kinder treffen sie im Keller an. Denn dort passt Fritzi auf das Wappenschild auf. Ferdi Feile ist hingegen – wo auch sonst? – in der Handfeilenhauerei zu sehen. Hier ist es schließlich schön warm.

Fritzi Friemel

Alter: 6 Jahre

Rasse: Hausmaus

Aufgabe im Museum: viele Fragen stellen

Besondere Fähigkeiten: neugierig sein

Meine Leidenschaft: Honigbutter-Friemel der Bandwirker auflutschen

Mein Wunsch: eine Brieffreundschaft mit richtigen Briefen

Meine besondere Vorliebe: schlafen und schreiben

Ort: Man trifft mich im Keller

Kalender: Die drei Freunde zieren nun auch einen neuen DIN-A4-Kalender für Kinder, detailreich und mit viel Liebe gezeichnet von Ute Ohlms. Auf den Rückseiten gibt es Rezepte, Liedtexte, Bauanleitungen oder technische Erklärungen. Der Kalender ist im Museum für 9,90 Euro zu haben.

Museumspädagoge und Marionettenschöpfer Markus Heip mit Balduin Keks. Der bewacht besonders die Dampfmaschine.

Postkarten-Malbuch: Passend zum Kalender gibt es ein Postkarten-Malbuch in DIN-A6. Die zwölf Postkarten können ausgemalt werden. Erhältlich im Museum für 7,90 Euro. Beides zusammen – Kalender und Malbuch – gibt es zum Sonderpreis für 15 Euro.

Nächster Termin für Kinder: „Museum im Dunkeln“ am Freitag, 11. März, 17 Uhr, mit Nachtwächter Balduin Keks.

Geöffnet

Das Deutsche Werkzeugmuseum, Cleffstraße 2-6, ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 3,50 Euro, Kinder bis 18 Jahre sind frei. Es gilt 2G und FFP2-Maskenpflicht. Aktuell ist die Sonderausstellung „Beitel – scharf & geschlagen“ zu sehen.

Kontakt: Tel. 16 25 19;

werkzeugmuseum.org

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