Kultur

Die „Drahte“ feiert in Boxen und reduziert die Zahl der Zuschauer

Dank dieser selbstgebauten Boxen ist in der Alten Drahtzieherei in Wipperfürth coronakonformes Feiern möglich. Foto: Weiß
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Dank dieser selbstgebauten Boxen ist in der Alten Drahtzieherei in Wipperfürth coronakonformes Feiern möglich.

Ins Wipperfürther Kulturzentrum kehrt trotz Corona das Leben zurück.

Von Sven Schlickowey

Wipperfürth. „Wenn wir uns unseren Kalender anschauen, ist das schon traurig“, sagt Sophie Weiß vom Team der Alten Drahtzieherei. Das Wipperfürther Kulturzentrum, beliebtes Ziel auch für Besucher aus Remscheid, Rade und Hückeswagen, hat sein Programm in Corona-Zeiten deutlich zurückgefahren. Vor allem viele Comedy-Termine mussten ins nächste Jahr verschoben werden. Doch so langsam kehrt das Leben zurück. Mit einem neuen Gastronomie-Angebot, ganz neuen Veranstaltungsarten und selbstgebauten Boxen.

Mit den Boxen teilt die „Drahte“ ihren Saal für Partys auf, um coronakonformes Feiern zu ermöglichen. Der Ersatztermin fürs traditionelle Scheunenfest machte den Anfang, beim Rocktoberfest heute Abend und bei der Halloweenparty am 31. Oktober kommen sie erneut zum Einsatz. „Das kommt einer richtigen Feier schon recht nah“, sagt Sophie Weiß. Man habe Leute um sich rum, bleibe aber auf Abstand. „Und wir haben ein eigenes Kellner-Team, das die Boxen bedient, damit sich keine Schlangen an der Theke bilden.“

Ansonsten habe das Team die nahezu veranstaltungsfreie Zeit für weitere Projekte genutzt, berichtet Weiß. So sei der Gastronomie-Bereich wiederbelebt worden, mit dem „Gusto“ hat die Alte Drahtzieherei inzwischen eine eigene Tapas Bar bekommen, die vier Tage pro Woche geöffnet hat. Und es gab sogar völlig neue Arten von Veranstaltungen im großen Saal, zum Beispiel Elternabende. „Die durften ja in Klassenzimmern und anderen Räumen nicht tagen und sind deswegen hierhin ausgewichen.“ Auch die Stadt Wipperfürth nutze die Drahtzieherei derzeit vermehrt.

Aber auch die Kleinkunst kehrt nun langsam wieder zurück. Ingo Oschmann war nach dem Lockdown schon da, am 20. November folgt Ruhrpott-Comedian Markus Krebs. Um der Coronaschutzverordnung zu genügen, sind dann allerdings nur 300 statt über 600 Zuschauer zugelassen.

Künstler und Management kommen Veranstaltern entgegen

Wirtschaftlich möglich sei das, weil Künstler und Management den Veranstaltern entgegenkämen, sagt Sophie Weiß. Allerdings müsse die Veranstaltung dann auch ausverkauft sein. „Unsere Sorge ist aber nicht, ob wir den Termin ausverkaufen, sondern ob wir ihn nicht do noch ganz absagen müssen.“

Selbst für Termine weit im nächsten Jahr – am 17. und 19. September kommt Jürgen B. Hausmann, am 24. September bittet Frau Höpker zum Gesang, und tags drauf tritt Lisa Feller auf – bleibt das Team der Alten Drahtzieherei vorsichtig. „Wir gehen nicht davon aus, dass wir nächstes Jahr wieder ganz normal veranstalten können“, sagt Sophie Weiß.

Also plane man lieber mit geringerer Kapazität, um sich dann später unter Umständen über mehr mögliche Besucher zu freuen. Erstes Ziel sei aber sowieso, dass es weitergehe, so Weiß. „Wir machen das, um wieder Leben in die Bude zu bekommen“, sagt sie. Und so lange es noch nicht anders gehe, werde halt in Boxen gefeiert.

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