Interview

Dr. Pop: „Jay-Z nutzt dieselben Sounds wie die Amigos“

Dr. Pop heißt eigentlich Markus Henrik.
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Dr. Pop heißt eigentlich Markus Henrik.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Bekannter Comedian verarztet sein Publikum im Rotationstheater mit Musiksamples und faszinierenden Fakten.

Dr. Pop, Sie kennen sich bestens mit Musik aus. Mit welchem Song kriege ich den Mann meiner Träume rum?

Dr. Pop: Da bräuchte ich mehr Informationen über Ihren Traummann. Laut einer Umfrage galt mal in Deutschland der „Bolero“ von Ravel als erotischstes Lied überhaupt. Hierzulande kann Marschmusik richtig sexy sein. Aber probieren Sie es mal mit „Some guys have all the luck“, wenn es knistern soll. Allerdings bitte in der Originalversion von The Persuaders. Viele kennen allen voran die Version von Rod Steward. Und wenn das alles nicht hilft: „Lebt denn der alte Holzmichel noch.“

Welche Musik macht schlau und welche geistig taub?

Dr. Pop: Es gibt Indizien dafür, dass uns Musik schlau macht, wenn sie uns ein Stück weit herausfordert und beflügelt. Man konnte nachweisen, dass Verdis „Vier Jahreszeiten“ temporär für eine bessere Konzentration und Kreativität sorgt. Das gelingt aber auch mit guten Liedern aus dem Popbereich. Nur Musik à la Scooter kann Gehirnzellen absterben lassen – kein Witz! Angeblich, wenn sie zu laut gehört wird, aber ich glaube, das hat noch andere Gründe.

Wie sehr beeinflusst die Musik unser Leben?

Dr. Pop: Es gibt keine Kultur auf diesem Planeten, die ohne Musik auskommt. Es wurde jedenfalls noch keine gefunden. Und der Mensch hat schon getanzt und kräftig in Lauten gesungen, bevor er sprechen konnte. Der erste Beat, den wir im Leben hören, ist der Herzschlag unserer Mutter. Im Ruhezustand liegt der bei 60 bis 80 Schlägen pro Minute. So langsam wie eine Musikballade. Das ist mit ein Grund, warum uns Balladen so gut beruhigen können. Sie erinnern uns an den Urzustand im Mutterbauch. Und wir bauen viel unserer Identität über Musik auf. Die wichtigste Phase ist um unser
15. Lebensjahr herum. Die Musik, die uns dann gefällt, vergessen wir nie mehr.

Sie reichern in Ihrem Programm „Hitverdächtig“ Musik mit Comedy an. Wie passt das zusammen?

Dr. Pop: Wenn man mal bei Pietro Lombardi oder Andrea Berg genau auf die Texte hört, ist das schon lustig genug. Da braucht man sich kaum noch Gags ausdenken. Und es wird schon lustig, wenn ich auf der Bühne zeige, dass Jay-Z oder Kanye West dieselben Sounds nutzen wie die Amigos.

Auf was kann sich das Publikum am 18. November im Rotationstheater gefasst machen?

Dr. Pop: Auf viel faszinierendes Musikwissen, zum Beispiel den längsten oder kürzesten Song der Welt. Ich sitze am Klavier, spiele Gitarre und bringe auch Original 80er-Synthesizer mit. Ich verrate, was aktuell die drei erfolgreichsten Musik-Genres sind. Man kann mir in der Pause Musikfragen auf Kärtchen schreiben – dazu improvisiere ich dann. Und es geht ganz viel darum, was Musik und Kultur in unserem Leben besser macht. Wer regelmäßig zu Kulturveranstaltungen geht, lebt im Schnitt nämlich bis zu sieben Jahre länger.

Person/Karten

Person: Dr. Pop alias Markus Henrik hat Medienwissenschaften und Popmusik studiert, promovierte zu Terrorismus und Orientalismus in der Popmusik. Er ist Radio-Comedian, trat bei NightWash und dem Quatsch Comedy Club auf. Seine Kolumne „Dr. Pops Tonstudio“ wurde von der Jury des Grimme-Instituts für den Deutschen Radiopreis als „Beste Comedy“ nominiert.

Karten für den Auftritt am 18. November, 20 Uhr, im Rotationstheater kosten 25 Euro, ermäßigt 22 Euro im Vorverkauf.

termine.rga.de

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