Die Schirmspitzen nehmen alles aufs Korn

Die Schirmspitzen schafften es, die vielen Besucher in der Schtzkist bestens zu unterhalten.
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Die Schirmspitzen schafften es, die vielen Besucher in der Schtzkist bestens zu unterhalten.

Seniorenkabarett brachte die ältere Generation in der Schatzkiste zum Lachen.

Von Sabine Naber

Remscheid. Mit den Remscheider Schirmspitzen kam in den Wochen der älteren Generation ein Seniorenkabarett in die Schatzkiste am Markt. Das kleine Privattheater ist gut gefüllt, als die fünf Ensemblemitglieder hüstelnd die Bühne betreten. Und dabei singend unser Gesundheitssystem auf die Schippe nehmen: „Manchmal könnte ich mich kranklachen, aber das könnte teuer werden“, heißt es da. Bei jeder Krankheit müsse schließlich dazu gezahlt werden, denn auch in unserem Land würde erst mal der Kontostand zählen.

Mit einem Sketch über den Seekurort Remscheid, in dem die Angler jede Menge Heringe fänden und der höflichste unter ihnen der Bückling sei, lädt Fritz Fischer alias Dieter Janke zum Urlaubmachen ein. Bekannte Melodien werden mit aktuellen Texten umfunktioniert, wechseln sich mit pointierten Sketchen ab. Und damit unterhalten die Schirmspitzen ihre Gäste am Donnerstagnachmittag großartig.

In seiner Begrüßung berichtet Ensemblemitglied Werner Brück, dass bereits mehr als 100 Auftritte hinter ihnen lägen und sie vorrangig in Seniorenheimen, bei Feierlichkeiten von Vereinen oder auch Jubiläen auftreten. „Wir sind ein freier Zusammenschluss, treten ehrenamtlich auf und haben Spaß daran, die Menschen humorvoll zu unterhalten“, nennt Brück das Ziel des Ensembles, dass vor 13 Jahren von Roland Böttcher gegründet wurde. Brück nennt ihn einen genialen Texter, dessen Lieder auch bei den aktuellen Auftritten noch gesungen werden, obwohl Böttcher aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auftritt.

Anders Dieter Janke und Christel Völker, die ebenfalls beim allerersten Auftritt schon dabei waren und auch in der Schatzkiste auf der Bühne standen. Unterstützt werden sie von Petra Kiesler und Angelika Schüler. Und weil Janke früher das Seniorenwohnheim Wiedenhof geleitet hatte, trifft man sich dort zweimal im Monat zum Proben.

Den Namen Schirmspitzen haben sie sich gegeben, weil es früher hieß, dass die Kinder in Remscheid mit dem Regenschirm auf die Welt kommen. „Und weil man mit der Spitze nach oben die Großen aufs Korn nehmen kann“, erklärt Werner Brück. Und dem werden sie nach wie vor gerecht.

Zum Beispiel, wenn sie zur Melodie des Liedes „Die Gedanken sind frei“ von denen singen, die gerne am Finanzamt vorbei jonglieren. Oder sich der Generationenfrage annehmen, bei der das erwachsene Kind den alten Eltern das Seniorenheim schmackhaft machen will. Am Ende aber fassen die einen Entschluss: „Wir bleiben in unserem Haus und schmeißen dich raus, liebes Kind.“ Und wenn sie von der „Zuckerpuppe aus der Zirkustruppe“ singen, dann trauern sie der schönen Zeit mit Angela Merkel nach. „Das war natürlich herrlich für uns, dass sie 16 Jahre lang regiert hat. Jetzt mussten wir den Song ein bisschen umtexten“, sagt Brück mit einem Augenzwinkern.

Herrlich auch der Sketch, der in einem imaginären Wartezimmer spielt. Weil das Budget des Arztes verbraucht ist, wird seine Arbeit von Ehrenamtlern übernommen. Auf den Patienten, der nicht mehr richtig pinkeln kann, wartet im Behandlungsraum 1b der Klempnermeister, der Mann mit dem verstauchten Knie wird zum Feinmechaniker geleitet und die Frau, die der Schwester erzählt, dass in ihrem Alptraum Olaf Scholz in ihrem Bett lag, wird erklärt: „Sie ticken nicht richtig. Sie gehen bitte zu Uhrmachermeister Unruh.“ Das Publikum amüsierte sich köstlich. Auch über den Zahnarzt, der von einer Patientin besucht wird, deren „gute Stube schon ausgeräumt war“. Nachdem ihr das beste und auch das zweitbeste Modell zu teuer erschien, riet er ihr, sich in der Alleestraße – „da gibt es wie bei Ihnen Leerstände – ein Gebiss zu leihen. „Ich dachte, die Ärzte seien für das Wohl der Patienten da“, empörte sich die Dame. „Dieser Zahn wird Ihnen auch noch gezogen“, war sich der Arzt sicher.

Termin

Wer die Remscheider Schirmspitzen in der Remscheider Schatzkiste am Donnerstagabend verpasst hat: Am Samstag, 22. Oktober, um 17.30 Uhr treten sie mit einem erweiterten Programm im Saal des Gemeinde- und Stadtteilzentrums Esche am Hohenhagen auf.

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