Treffpunkt

Denkerschmette startet mit neuen Angeboten

Thomas Wingenbach von der Sparkasse (2.v.r.) brachte 5000 Euro mit - das Team der Schmette freut sich (v. l.): Petra Köser, Claudia Grimberg, Cornelia Schmidt, Joachim Hartenstein, Maximilian Süss.
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Thomas Wingenbach von der Sparkasse (2.v.r.) brachte 5000 Euro mit - das Team der Schmette freut sich (v. l.): Petra Köser, Claudia Grimberg, Cornelia Schmidt, Joachim Hartenstein, Maximilian Süss.
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Ehrenamtler und die Stadtsparkasse sichern den Betrieb. Vor allem viele Senioren schätzen den Kremenholler Treffpunkt.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. In Zeiten, in denen immer mehr Senioren vereinsamen, in denen Pandemie, Krieg und Krise belasten, tut der Austausch mit anderen, denen es vermutlich genauso geht, gut. Bei einem Kaffee, einem Bier, guten Gesprächen oder vielleicht sogar in einer regelmäßigen Gruppe. Ein solcher Treffpunkt ist die Denkerschmette in Kremenholl, die im Herbst 2021 dank Maximilian Süss gerettet werden konnte. Süss, der nicht nur das Rack‘n’Roll Billard-Café und das Löf betreibt, sondern auch beim Löwen-Festival und bei „Kunst und Kultur in Remscheid“ die Mütze auf hat, löste den langjährigen Vorsitzenden Reinhard Ulbrich als Vereinsvorsitzenden ab. „Die Rettung war ein Zufall - zum Glück hat es sich so ergeben. Denn es wäre ein enormer Verlust für den Stadtteil und ganz Remscheid gewesen, wenn die Denkerschmette gestorben wäre“, sagt Joachim Hartenstein, der mit Ulbrich zusammen im Vorstand des Sportbunds aktiv ist. Im Verein Denkerschmette ist er der stellvertretende Vorsitzende.

Denn für Maximilian Süss ist die urige Schmette an der Kippdorfstraße, die 2001 vom ehemaligen Oberbürgermeister Reinhard Ulbrich und vielen Unterstützern gegründet wurde, ein ganz besonderer Ort. „Die Denkerschmette ist ein wichtiger Treffpunkt, in dem sich jeder niederschwellig bei einem Getränk austauschen kann. Und es ergeben sich dadurch wieder neue Verabredungen. Aus dem Stadtteil ist sie nicht mehr wegzudenken.“ Deshalb wolle man sich auch verstärkt in Kremenholl einbringen - unter anderem arbeitet die Denkerschmette nun mit dem Verein Bergisch Land Hand in Hand von Petra Köser zusammen. Sie berät Hilfesuchende bei der offenen Tür dienstags- und freitagsmorgens und beim Frühstückstreff mittwochsmorgens zu Wohngeld, Anträgen, Energiekostenzuschuss & Co.

In der Schmette sorgen sechs Ehrenamtler für den Betrieb. So wie Claudia Grimberg. Aus dem RGA erfuhr sie, dass die Schmette Unterstützer suchte. Da sie gerade in die Rente gestartet war, etwas tun wollte und selbst drei Jahre am Kremenholl gelebt hat, passte es. Seit Herbst 2020 macht sie mit und versorgt vor allem die Gäste an den Samstagnachmittagen - also wenn das Literaturcafé oder der beliebte Mitsingnachmittag starten. Vor allem viele Ältere kommen dann gern her. „Die Freude in den Augen der älteren Herrschaften zu sehen, dass wieder etwas stattfindet, ist einfach nur schön. Man bekommt so viel zurück“, sagt sie. Vor allem, wenn Ernst Melzer Gassenhauer schmettert, bleibt kein Bein mehr still. Eine Dame, die über 90 sei, komme sogar extra immer mit dem Bus „zum Samstagnachmittag“. Denn solch einen Treffpunkt gebe es so gut wie gar nicht mehr. Das meint auch Cornelia Schmidt, die die Handarbeitsgruppe (jeden zweiten Dienstag, 16 bis 18 Uhr) leitet. Bei den Plattkallern ist sie auch aktiv. Die Kremenhollerin würde sich über weitere Mitstreiter freuen. Auch Christa Müller, Daniela Behle, Margret Ficht und Ina Süss helfen ehrenamtlich aus. Und wenn es brennt, auch Petra Köser.

Doch der Betrieb kostet. Maximilian Süss möchte die Preise bewusst moderat halten - ein Kaffee und ein Stück Kuchen kosten hier gerade mal jeweils 1,50 Euro, damit jeder in den Genuss kommen kann. „Allein durch die Einnahmen der Veranstaltungen kann sich die Schmette nicht tragen.“ Vor allem nicht während der Pandemie, in der noch nicht alles wieder so läuft wie vorher. „Daher sind wir froh, dass wir erneut von der Stadtsparkasse Remscheid eine Spende in Höhe von 5000 Euro erhalten haben. Das sichert unseren Betrieb.“ Die Unterstützung erfolge aus gutem Grund, sagt Sparkassen-Sprecher Thomas Wingenbach. „Die Denkerschmette ist wichtig für die Stadtgesellschaft und eine besondere Lokalität im Stadtteil. Wir würdigen damit auch das Ehrenamt. Denn ohne Ehrenamtler geht es nicht.“

Ab sofort gibt es wieder die Samstagnachmittage, geplant ist im Herbst ein Lotten, Deutschkurse für Ukrainer und auch eine Technik-Beratung für Ältere. Auch bei der „Nacht der Kultur“ macht die Schmette mit: Hans-Georg Müller stellt Fotografien aus, abends treten die Kiwis auf. Die Samstagabende mit Jazz & Co. liegen erst mal auf Eis. Wer hier helfen möchte, darf sich melden. Die Denkerschmette kann auch für Versammlungen oder private Feiern gemietet werden.

Café & Weinstube: Büro, Café und Weinstube sind während jeder Veranstaltung für jedermann geöffnet. Auch, wer nur ein Bier oder Wein trinken möchte, ist willkommen.

Kontakt: Denkerschmette, Kippdorfstraße 27 in Kremenholl, Tel. 58 92 02, E-Mail: info@denkerschmette.de

Die nächsten Termine

Heute: Literaturcafé
um 15 Uhr.

Dienstag, 13. September: Neu: offene Tür in Kooperation mit Bergisch Land Hand in Hand: 10 bis 13 Uhr. Um 16 Uhr trifft sich die Strickgruppe.

Mittwoch, 14. September: Neu: Offenes Frühstück für jedermann, um eine Spende in Höhe von 5 Euro wird gebeten (auch am 21. September). Um 15 Uhr trifft sich die Selbsthilfegruppe „Darmkrebs“.

Donnerstag, 15. September: Sitzgymnastik um 10 Uhr, um 19 Uhr Skat.

Freitag 16. September: offene Tür, 10 bis 13 Uhr. Um 20 Uhr dann philosophischer Stammtisch.

Dienstag 20. September:10 bis 13 Uhr offene Tür.

Mittwoch, 28. September: Plattkaller-Stammtisch um 18.30 Uhr.

Freitag, 30. September: Neu: Traumkreis „Alles rund um Träume“, 18 Uhr.

Zu allen Veranstaltung ist keine Anmeldung nötig. Neue Gesichter sind bei allen Gruppen willkommen.

remscheiderdenkerschmette.de

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