Kultur

Kulturwerkstatt Ins Blaue sucht noch weitere Mitstreiter

Katja Wickert, Vorsitzende des Vereins Kulturwerkstatt Ins Blaue, sucht Mieter für acht der 19 Ateliers am Honsberg. Foto: Michael Schütz
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Katja Wickert, Vorsitzende des Vereins Kulturwerkstatt Ins Blaue, sucht Mieter für acht der 19 Ateliers am Honsberg.

Kulturwerkstatt-Vorsitzende Katja Wickert zur Situation des Vereins in Corona-Zeiten.

Von Peter Klohs

Remscheid. Die Kulturwerkstatt Ins Blaue am Honsberg hat in Corona-Zeiten Schwierigkeiten, Projekte umzusetzen und vor allem die frei stehenden Ateliers zu vermieten. Diese Mieteinnahmen generieren jedoch Geld für die Projekte. Ein kleiner Teufelskreis. Aber es gibt auch Positives, aus der Kulturwerkstatt zu berichten. Wir sprachen mit der Vorsitzenden der Kulturwerkstatt, Katja Wickert.

Worin liegen genau die Probleme der Kulturwerkstatt Ins Blaue?

Katja Wickert: Zunächst einmal mussten wir – wie so viele Kulturschaffende – alle geplanten Veranstaltungen absagen, auch die, die in der Kirche St. Bonifatius stattfinden sollten. Ebenso sind zwei oder drei Ausstellungen auf Eis gelegt. Ein großes Musikfestival mit Street Art war bereits organisiert und kann nun nicht stattfinden. Und da alle Events, die zur Zeit verschoben werden, auf das nächste Jahr terminiert werden, befürchten wir dann eine Art Kulturüberschuss. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, alle Events auf 2022 zu verschieben.

Was hat es mit den leerstehenden Ateliers auf sich? Ist das coronabedingt?

Wicker: Zum Teil. Wir haben insgesamt 19 Ateliers zu vermieten, von denen aktuell acht leerstehen. Das hat viel mit der Anbindung unseres Stadtteils an die größeren Städte der Umgebung zu tun. Von Köln aus erreicht man den Honsberg mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mal eben so. Und viele Anfragen nach den Ateliers kommen halt aus Köln und aus Düsseldorf. Man ist also auf ein Auto angewiesen. Die Möglichkeiten hier vor Ort sind schon großartig. Man kann hier quasi unbegrenzt kreativ tätig werden. Handwerker sind uns ebenso herzlich willkommen. Auch sie finden hier am Honsberg vergleichsweise sehr günstige Konditionen und müssen allerdings bereit sein, sich an Projekten zu beteiligen. Man muss auch nicht unbedingt Mieter sein, um sich hier einzubringen. Corona hat die Situation hier und jetzt natürlich nicht einfacher gemacht.

Wie man hört, möchte sich ein Koblenzer Künstler hier ansiedeln?

Wickert: Ja. Und das hat er schon getan. Jan Kronas ist von Koblenz aus bereits an den Honsberg gezogen. Im Hauptberuf ist er Erzieher und arbeitet in der neuen Awo-Kita in der ehemaligen Filialkirche St. Bonifatius. Er ist darüber hinaus gelernter Keramik-Künstler und möchte hier eine Keramik-Werkstatt aufbauen. Auch seine handwerkliche Stärke können wir hier sehr gut gebrauchen. Wir sind sehr glücklich, Jan am Honsberg zu haben.

Wie geht es mit dem Nachbarschaftswohnzimmer an der Siemensstraße voran?

Wickert: Das Nachbarschaftswohnzimmer soll das lebendige Herz des Quartiers werden, eine Begegnungsstätte für alle Menschen, die hier leben. Die Räumlichkeiten sind schon in unserem Sinne umgestaltet und renoviert worden. Wir verfügen über eine Küche und andere Möbel, benötigen aber auch noch weitere. Wir haben alle Arbeiten selbst erledigt und aus eigenen Mitteln bestritten. Andere grundlegende Arbeiten müssen jedoch noch ausgeführt werden, zum Beispiel das Verputzen der noch freiliegenden Kabel. Auch können wir Mitstreiter gebrauchen, die kleinere Maurerarbeiten verrichten können. Die Räume sind jedoch schon ‘belebbar’, so dass der Schreibworkshop am 30. August hier stattfinden wird. Dafür kommt eine Schriftstellerin aus Münster. Der Workshop kostet 50 Euro. Wenn die Räume fertiggestellt sind, wird das Nachbarschaftswohnzimmer ein kultureller Treffpunkt sein, an dem kleinere Konzerte oder Lesungen stattfinden sollen. Das kann auch spontan geschehen. Ein Musiker kommt mit seiner Gitarre vorbei… und Schwupps, sitzt er da und gibt ein kleines Konzert. Es ist kein offizielles Café, aber vielleicht wird es das noch. Außer Künstlern und Handwerkern und tatkräftigen Helfern sind natürlich auch Fördermitglieder immer willkommen.

Ins Blaue

Ins Blaue ist eine Bewegung des gemeinnützigen Vereins Ins Blaue. Kulturelle Projekte sowie nachbarschaftliche Aktionen in Honsberg werden veranstaltet. Ehemalige Gewag-Wohnungen werden vom Verein angemietet, um sie an kreative Menschen weiterzuvermieten. Außerdem arbeitet Ins Blaue daran, Räume für Veranstaltungen und Beisammensein zu renovieren. Infos gibt es im Internet bei ins-blaue.net. Fragen an:

gemeinsam@ins-blaue.net

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