Kultur

Industriemuseum setzt jetzt „Alles in Bewegung“

Im Industriemuseum bereitet ab September das Team um Nicole Scheda (links) und Dagmar Thiemler „Alles in Bewegung“ vor. Archiv: Christian Beier
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Im Industriemuseum bereitet ab September das Team um Nicole Scheda (links) und Dagmar Thiemler „Alles in Bewegung“ vor. Archiv: Christian Beier
  • Philipp Müller
    VonPhilipp Müller
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Ausstellungsreihen bestimmen das Programm in den bergischen Museen

Bergisches Land. Eine komplette Schließung droht dem Industriemuseum an der Merscheider Straße in Solingen durch die höhere Inzidenzstufe und die damit verbundenen Einschränkungen nicht. Doch das alles belastet das Team um die Leiterin des Museums, Nicole Scheda, schon. Denn als einer der sieben Standorte des LVR-Industriemuseums im Rheinland bereiten sich alle auf eine spannende Zeit vor. Die wird mit der Teilnahme am Museumsjahr „Alles in Bewegung“ starten und im März als Höhepunkt die Teilnahme an den Feierlichkeiten zu 75 Jahre Nordrhein-Westfalen haben.

Das Haus wird gerade in vielen Bereichen umstrukturiert. So ist eine neue Besucherwerkstatt entstanden, die gerade Eröffnung feiern durfte. Der Landschaftverband Rheinland (LVR) als Träger des LVR-Industriemuseums setzt damit konsequent seinen Weg fort, die Besucher stärker teilhaben zu lassen. Museumsbesuche sollen zum Erlebnis werden.

21 bergische Museen beteiligen sich am Museumsjahr

Zugleich geht es darum, den Kontakt zu den Besuchern zu vertiefen. Das setzt ab September auch der Beitrag des Museums in der ehemaligen Gesenkschmiede Hendrichs zum Museumsjahr „Alles in Bewegung“ um. Dabei bieten 21 Museen aus dem Bergischen Land besondere Aktionen an. Das Zentrum für verfolgte Künste, das Museum Plagiarius und Schloss Burg beteiligen sich ebenfalls daran. Auch das Remscheider Werkzeugmuseum ist mit dabei.

Im Industriemuseum wird dabei die Kooperation mit dem Humboldtgymnasium großgeschrieben. Dabei setzen sich die Schüler mit Arbeits- und Schulwegen auseinander. Hilfestellung zur Themenerarbeitung kommt durch aussagekräftige Objekte, historische Fotos und Dokumente aus der Sammlung des LVR-Industriemuseums. Doch der Blick soll dabei nicht nur in die Vergangenheit und Gegenwart gerichtet werden. Ziel ist auch der Blick in die Zukunftsfragen der Mobilität. Angelehnt wird das an diese Felder: Dauer der Wege, Verkehrsmittel, Auswirkungen auf die Umwelt und Fragen der Stadtentwicklung.

Kritische Auseinandersetzung mit Arbeits- und Alltagswelten

Im September wird dies auch in Podcasts zusammengefasst. Im Schulradio des Gymnasiums, auf der Museumswebseite des Industriemuseums und in den sozialen Medien sind die Wortbeiträge dann zu finden. Das wird Anfang 2022 zu einer Ausstellung zusammengefasst, die dann auch hörbar ist. Im Museum selbst wird dies optisch durch die Objekte sichtbar, die das junge Team des Gymnasiums inspiriert hat.

An der Merscheider Straße wird damit der Weg fortgesetzt, sich zeitkritisch mit der Lebenswirklichkeit der Arbeits- und Alltagswelten auseinanderzusetzen. Das macht aktuell noch die Ausstellung „Must-have“, die auch anhand von Solinger Produkten die Entwicklung in die heutige Konsumwelt veranschaulicht – dabei wird etwa auch auf das Thema Müll hingewiesen und zugleich die Frage gestellt, wie nachhaltig wir künftig konsumieren wollen.

Im Haus steht noch der Umbau des Eingangsfoyers an. Es soll dort laut Museumsleiterin Nicole Scheda kommunikativer zugehen. Das Foyer ist auch als Treffpunkt gedacht, und als der große Ort der Information. Digitale Medien werden dabei zur Orientierung beitragen.

Das soll bis zum März 2022 möglichst fertiggestellt und auch mit Hilfe des Solinger Fördervereins des Industriemuseums umgesetzt sein. Denn in rund einem halben Jahr wird das Museum dann Teil des Beitrags des Landesverbands Rheinland zu „75 Jahre Nordrhein-Westfalen“. Vielleicht werden dann in der Gesenkschmiede Hendrichs auch Weltstars empfangen.

Mehr Infos unter:

www.industriemuseum.lvr.de

www.bergischemuseen.de

Werkzeugmuseum

Auch das Werkzeugmuseum ist beim Themenjahr „Alles in Bewegung” der bergischen Museen dabei. Vom 8. Oktober bis 15. Mai ist die Ausstellung „Beitel – scharf und geschlagen” zu sehen. Durch die Schlagzeichen der Hersteller ist ihre Reise in die Vergangenheit gut rekonstruierbar. Begleitend zur Ausstellung wird es einige Veranstaltungen geben. Zum Beispiel der Schnitzworkshop „Im Auge des Drachen” für Kinder ab acht Jahren.

www.werkzeugmuseum.org

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