Teo Otto Theater

Beeindruckendes Konzert beginnt mit melancholischen Klängen

Die Musiker vom A.G.A Trio spielten Donnerstagabend im Foyer des Teo Otto Theater in der Reihe „Klangkosmos“. Foto: Michael Schütz
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Die Musiker vom A.G.A Trio spielten Donnerstagabend im Foyer des Teo Otto Theater in der Reihe „Klangkosmos“.

A.G.A. Trio beleuchtete im Teo Otto Theater die Geschichten hinter armenischen, anatolischen und georgischen Liedern.

Von Sabine Naber

Remscheid. Eine musikalische Begegnung mit armenischen Klageliedern, anatolischen Hirtenmelodien und georgischen Tänzen wurde den Gästen am Donnerstagabend im Foyer des Teo Otto Theaters geboten. Zu Gast war das A.G.A. Trio, das sich musikalisch für eine Verbrüderung einsetzt. Denn die Künstler stellten alte Melodien ihrer Völker vor, die einst in einem gemeinsam bewohnten Kulturraum entstanden sind.

Das beeindruckende Konzert begann mit ein wenig melancholischen Klängen, zu denen man sich im Takt der Musik wiegen konnte. Erst sanft, dann einladender und schneller klang dieser Ruf zum Tanz. „In den kleinen Städten Armeniens gab es immer einen Dorfplatz. Und wenn die Menschen diese Musik hörten, dann kamen sie und begannen zu tanzen“, erzählte Deniz Mahir Kartal, der die Hirtenflöte spielte. Ihm war aufgefallen, dass türkische Popmusiker armenische Melodien mit neuem Text einfach übernehmen, ohne die Quellen und den ursprünglichen Kontext zu nennen. Etwa das armenische Klagelied „Adanayi“, das in seiner Originalversion vom Massaker an den Armeniern im Jahr 1909 erzählt. „90 Jahre später hat man ein Liebeslied daraus gemacht, ohne die Geschichte dazu zu erzählen. Das tun wir aber jetzt.“ Leise begann das Akkordeon (Mikail Yakut), anklagend hörte es sich an, als erst das armenische Nationalinstrument Duduk (Arsen Petrosyan) erklang, dann die Hirtenflöte dazu kam. Die Klänge machten den Schmerz, die Trauer spürbar. Sekundenlange Stille vor dem Applaus. Ob temperamentvolle Tanzmusik aus Georgien, gefühlvolle Melodien aus Anatolien oder Klänge aus Armenien – eine Geschichte gab es zu jedem Lied.

Die sehr besondere Veranstaltungsreihe „Klangkosmos“ beleuchtet den Bereich Weltmusik. „Wir möchten damit zeigen, auf wie viele unterschiedliche Arten man an Musik herangehen kann. Und deutlich machen, dass Musik viel über die Kultur und die Menschen in anderen Ländern verraten kann. Es sind kleine Perlen der Musik, Weltbilder, in die wir in der schönen Atmosphäre unseres oberen Foyers hineinschnuppern. Das hat etwas Verbindendes“, fasste es Sven Graf, der künstlerische Leiter des Theaters, zusammen. Am 2. Juni, 19.30 Uhr wird die Weltmusik aus Sansibar/Tansania hörbar. Zu Gast sein wird das Tausi Taarab Orchester, das einzige reine Frauen-Ensemble auf Sansibar.

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