Arne Ulbricht hatte bei Potthoff viel zu erzählen

Arne Ulbricht bei der Lesung in der Buchhandlung Potthoff.
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Arne Ulbricht bei der Lesung in der Buchhandlung Potthoff.

Remscheid. Als "emotionalste Veranstaltung im Vorfeld" bezeichnete Sarah Redlich, Leiterin der Buchhandlung Potthoff, die Lesung am Donnerstagabend, in der Arne Ulbricht sein Buch "Lehrer - Traumberuf oder Horrorjob" vorstellte. Viele Voranmeldungen - aber am Abend kamen nur wenige Zuhörer. Schade, denn der Lehrer, der kein Beamter mehr sein will, hatte viel zu erzählen.

Von seinen Erfahrungen in vier Bundsländern an insgesamt acht Schulen. Vom alltäglichen Horror, und was dabei in einem Lehrer vorgeht, aber auch von seinen endlosen Auseinandersetzungen mit den Behörden in Hamburg und Berlin: "Da habe ich gelernt, den Bildungsföderalismus mehr und mehr zu hassen", sagt der Lehrer, der jetzt an einem Wuppertaler Berufskolleg unterrichtet.

Viele Jahre hatte er sich vorher als Vertretungslehrer für Französisch und Geschichte durchgeschlagen, oft nur mit Verträgen für wenige Monate. "Alle Menschen kommentieren unseren Beruf", weiß der 40jährige inzwischen und zitiert einige Statements. Zum Beispiel den Umzugshelfer: "Du bist Lehrer geworden? Krass, echt krass". Oder die ältere Dame: "Es gibt ja Lehrer die behaupten, sie würden jeden Tag Hefte korrigieren. Glaube ich aber nicht".

Als Schüler habe ein Lehrer seine Einstellung zu diesem Beruf wohl geprägt. Wenn eine Arbeit geschrieben wurde, dann habe er seine Brille aufs Pult gelegt und - bevor er das Klassenzimmer verließ - gesagt: "Jetzt fühlt euch beobachtet". Er brüllte seine Schüler an, verzieh ihnen aber auch alles und wollte nie der Böse sein. "Ich brülle meine Schüler auch an. Und verzeihe ihnen alles. Warum wohl", heißt es in einem Kapitel des Buches.

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