Seite drei und Synthie-Pop

Singende Sexbombe: Samantha Fox wird 50

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Ihr sexy Image bewahrte sie mit Liedern wie "Touch me (I wanna feel your body)" auch, als sie angezogen blieb: Samantha Fox.

London - Große Brüste, blonde Mähne, dünne Stimme: So mauserte sich Samantha Fox vom Nacktstar der 80er zum Popstar. Jetzt wird der Männertraum, der lange ein Geheimnis mit sich herum trug, 50.

Niemand verkörpert wie sie diese vergangene Epoche von Schulterpolstern, blonder Mähne und Synthie-Pop: Samantha Fox, der Inbegriff des Seite-drei-Girls der Boulevardzeitung „The Sun“. Geboren im Londoner Arbeiterviertel East End, aufgewachsen zwischen den Gemüse- und Klamottenhändlern in Chapel Market sehnte sie sich vor allem nach Ruhm. Und der kam schnell. 

Zwar machte sie nur den zweiten Platz beim Modelwettbewerb, aber ein „Sun“-Fotograf entdeckte sie auf dem Nachhauseweg. Samantha Fox wurde mit 17 das jüngste Seite-drei-Girl und die einzige mit einem Vier-Jahres-Vertrag. Klar war sie vor allem für ihre Oberweite von 91 Zentimetern bekannt, aber was wirklich bei ihren Fans ankam, war, dass sie nett und gewöhnlich wirkte - im besten Sinne. An diesem Freitag (15.4.) feiert Samantha Fox ihren 50. Geburtstag.

Vom Oben-ohne-Model zur Popstar

Die Oben-ohne-Mädels auf Seite drei waren das Markenzeichen der „Sun“, und viele machen auf dem roten Teppich Karriere. Samantha Fox wird der Briten liebstes Nacktmodell. 

In den 80er Jahren werden nur zwei Damen so häufig fotografiert wie sie: die Handtaschen schwingende Margaret Thatcher und die frühere Kindergärtnerin Lady Di. Als Fox sich 1986 von ihren Millionen Fans mit einem letzten Seite-Drei-Auftritt verabschiedet, berichtet sogar die deutsche Presse darüber.

Da hatte sie schon ihren ersten Erfolg mit der Single „Touch Me (I want to feel your body)“. 

Das Produzenten-Trio Stock Aitken Waterman - bekannt für Disco-Pop vom Fließband und Künstler wie Bananarama, Rick Astley, Kylie Minogue - nimmt sie unter die Fittiche. Ihre vier Alben und Hits wie „Nothing's Gonna Stop Me Now“ besetzen die Spitzenplätze der Charts in 15 Ländern. 

Mit ihrem italienischen Pendant Sabrina Salerno trat Fox als Duo auf.

Insgesamt verkauft sie über 30 Millionen Platten weltweit.

Der Skandal bei den Brit Awards

Legendärer Aufreger: Harald Schmidt wurde handgreiflich, als Samantha Fox 1997 in seiner Late-Night-Show zu Gast war.

Fox versucht, ihre Popularität auch als Moderatorin im Musikfernsehen und in Sitcoms in klingende Münze zu verwandeln, aber scheitert eher. Legendär ist ihr Auftritt im Jahr 1989 bei den Brit Awards, dem renommiertesten britischen Preis für Popmusik. Sie moderiert die Preisverleihung zusammen mit dem alternden Fleetwood-Mac-Schlagzeuger Mick Fleetwood. Er: 196 Zentimeter lang, plus Hut. Sie: 154 Zentimeter kurz, mit pink-blonder Mähne.

Beide Stars sind unerfahren im Moderieren von Live-Sendungen, vergessen ihre Texte, der Teleprompter fällt aus, und die beiden sind zu geschockt, um zu improvisieren. Sie kündigen falsche Gäste an, Tina Turner, Annie Lennox, Sade und Boy George kommen nacheinander auf die Bühne. Es ist ein so großes Fiasko, dass die Brit Awards ab dann 18 Jahre lang voraufgezeichnet werden. Und damit war es auch mit dem Blondinenbonus für die Sexbombe vorbei. „Ich habe damals wirklich nur auf den Zeitpunkt gewartet, ab dem meine Liebesaffäre mit der britischen Presse endet, und das waren die Brit Awards!“ sagt Samantha Fox später in der Rückschau.

Männertraum mit Geheimnis

Beim Promi-Boxen auf RTL unterlag Fox 2003  Tanja Szewzcenko.

Während sie ihre Karriere auf Männerfantasien aufbaut, ist sie schon als Teenager mehr an Frauen interessiert: „Meine erste Liebe war Lindsay Wagner, die Sieben-Millionen-Dollar-Frau, und ich liebte Julie Andrews in The Sound of Music“ verrät sie der britischen Wochenzeitschrift „TNT“. Aber erst mit 26 akzeptiert sie schließlich, dass sie lesbisch ist.

„Ich war ziemlich verwirrt, wirklich“, bekennt sie in der Sonntagszeitung „The Observer“ 2003. „Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Sex-Symbol und haben diese Gefühle!“ Am Anfang habe sie natürlich Angst gehabt, ihre männlichen Fans zu verschrecken. „Ich hatte Stalker in der Vergangenheit. Deshalb denkt man, oh Gott, ich möchte niemanden verärgern, ich behalte es für mich. Aber dann traut man sich, nicht wahr?“

Ihre treuen Fans lieben sie dafür - Schwule, Lesben, Heteros. Seit 30 Jahren tourt sie regelmäßig durch die Welt, mit ausverkauften Shows vor tausenden Fans in Skandinavien, Russland, den baltischen Staaten, USA, Großbritannien und Europa.

The show must go on

Gemanagt wurde sie von Myra Stratton, mit der sie seit 2003 auch privat verbandelt war. Stratton starb 2015 nach einem zweijährigem Kampf gegen Krebs. Doch the show must go on: Samantha Fox tourt weiter. Im Juni tritt sie bei einem Festival in Norwegen auf, im Juli in Estland.

Samantha Fox - Do Ya Do Ya (Wanna Please Me)

dpa

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