"Schlagen darf man ja nicht mehr"

Jamie Oliver erteilt Tochter eine Lektion mit Chili

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Starkoch Jamie Oliver setzt sich seit Jahren für gesundes Essen in den Schulkantinen Großbritanniens ein. Bei seinen eigenen Kindern ist er anscheinend wenig zimperlich.

London - Weil sie frech wurde, hat Starkoch Jamie Oliver seiner Tochter zur Strafe einen Apfel zu essen gegeben, den er zuvor mit einer scharfen Chili einrieb. Eine mehr als fragwürdige Aktion.

Mit drei Töchtern und einem Sohn kann es im Hause Oliver schon einmal hoch hergehen. Um ihr zu zeigen, wer der Chef im Haus ist, hat sich TV-Koch Jamie Oliver eine Bestrafung der ganz besonderen Art für seine älteste Tochter ausgedacht. In der "BBC Good Food Show" erzählte der Brite am Sonntag, wie er der zwölfjährigen Poppy vor Kurzem eine Lektion erteilte.

"Poppy war ziemlich respektlos und aufmüpfig mir gegenüber und hat ihr Schicksal herausgefordert. Früher hätte ich ihr die Leviten gelesen, aber das ist nicht erlaubt", zitierte die "Daily Mail" aus der Sendung vom vergangenen Wochenende. "Fünf Minuten später dachte sie, ich hätte es vergessen - aber das hatte ich nicht. Als sie mich nach einem Apfel fragte, schnitt ich einen in Stücke und rieb sie mit einer Scotch Bonnet Chili ein. Es funktionierte wunderbar. Sie rannte zu ihrer Mutter und sagte 'Das ist pfeffrig.'" Seine Ehefrau, Jools Oliver (39) war von der Aktion wenig begeistert. "Jools sagte zu mir 'Mach das nie wieder!', während ich in der Ecke stand und lachte."

Viermal schärfer als eine Jalapeño

Die Chili-Sorte Scotch Bonnet ist eine der schärfsten der Welt. Schärfe wird in der sogenannten Scoville-Skala gemessen. Während eine gewöhnliche Jalapeño-Chili einen Wert von 2500 bis 8000 erreicht, schafft es die Scotch Bonnet Sorte auf 100.000 bis 350.000 Scoville. In dem Mund der Zwölfjährigen muss es also ziemlich gebrannt haben.

Noch bedenklicher als die Chili-Aktion selbst ist allerdings Olivers Einstellung zur Kindeserziehung im Allgemeinen. Wie er in der TV-Show am Sonntag sagte, bedauere der Brite anscheinend, dass er auf die alternative Bestrafung mit der heißen Schote ausweichen muss: "Es ist nicht mehr üblich, seine Kinder zu schlagen, es ist nicht sehr modern und nicht erlaubt. Und wenn man, wie ich, ein Starkoch ist, liest sich das nicht besonders gut in der Zeitung. Also muss man sich andere Möglichkeiten ausdenken."

Man sollte meinen, der TV-erprobte Koch hätte genug Medienerfahrung, um sich im Klaren darüber zu sein, dass er diese Familienanekdote besser für sich behalten hätte. Oder vielleicht ist gerade das Gegenteil der Fall. Denn Oliver, der vor Kurzem zwei seiner Restaurants  schließen musste, plant demnächst einen neuen gigantischen Restaurant-Komplex in London aufzubauen. Ein bisschen PR würde ihm womöglich nicht schaden. Jedoch wären positivere Schlagzeilen zu wünschen gewesen.

joh

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