Zwei Galileo-Satelliten im Weltraum ausgesetzt

+
Eine Sojus-Trägerrakete brachte die Satelliten in den Weltraum. Foto: S Martin/Cnes/Csg

Beim letzten Galileo-Start hat die Technik gepatzt. Doch die Fehlleitung zweier Satelliten ist behoben, Europa konnte die nächsten Raumkörper seines Navigationssystems in den Weltraum bringen.

Kourou (dpa) - Der Aufbau des ehrgeizigen europäischen Navigationssystems Galileo schreitet weiter voran.

Eine Sojus-Trägerrakete brachte am Freitag die Satelliten Nummer sieben und acht von Europas Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus in den Weltraum. Nach einem Flug von fast vier Stunden setzte die Fregat-Oberstufe sie in einer Höhe von gut 22 500 Kilometern in eine Umlaufbahn aus, berichtete die Raketenbetreibergesellschaft Arianespace am Samstagmorgen in Evry bei Paris.

Bei den letzten Galileo-Starts im August hatte ein technischer Defekt die Satelliten in einen zu niedrigen Orbit gebracht. Ihre Umlaufbahn konnte korrigiert werden. Eine eingefrorene Hydrazin-Leitung in der Oberstufe hatte die Nutzlast fehlgeleitet. Die Ursache der Störung wurde behoben, der nächste Galileo-Start konnte vorbereitet werden.

Die zusammen knapp eineinhalb Tonnen schweren Galileo-Satelliten sollen sich nun selbst nach und nach in ihre "Arbeitsumlaufbahn" von 22 322 Kilometer absenken. Ihr Start von Kourou aus war ursprünglich bereits Ende vergangenen Jahres vorgesehen. Die Untersuchungen der Panne vom August machten dies allerdings zunächst unmöglich.

Nach einer Testphase dürften die beiden jüngsten Satelliten des Programms Mitte des Jahres ihren Betrieb aufnehmen, teilte die Europäische Weltraumorganisation Esa in Paris mit.

Das Galileo-System wird aus 30 Satelliten und der notwendigen Bodeninfrastruktur bestehen. Mehrere Satelliten-Paare stehen schon für die nächsten Starts bereit, hatte der im Sommer scheidende Esa-Chef Jean-Jacques Dordain erklärt. Mit dem Milliarden teuren Programm will Europa auch vom amerikanischen GPS unabhängig werden.

ESA zu Galileo

Arianespace

Kommentare

Meistgelesen

In-Ear-Kopfhörer im Hörtest: Nicht alle teuren sind gut
In-Ear-Kopfhörer im Hörtest: Nicht alle teuren sind gut
Erdmännchen in Zoos lieber in großen Gruppen halten
Erdmännchen in Zoos lieber in großen Gruppen halten
Netflix kratzt an 100-Millionen-Marke, aber ...
Netflix kratzt an 100-Millionen-Marke, aber ...
Mit "Hyperburner" durch den galaktischen Tunnel
Mit "Hyperburner" durch den galaktischen Tunnel
Forscher nehmen Seeberge unter die Lupe
Forscher nehmen Seeberge unter die Lupe