Zynga verschiebt neue Spiele

"Farmville"-Erfinder: 62 Millionen Dollar Miese

San Francisco - Zynga galt einst mit Facebook-Games wie „Farmville“ als die Zukunft der Spielebranche. Doch jetzt steckt der einstige Überflieger in den roten Zahlen fest.

Die Spielefirma Zynga („Farmville“) verliert auf dem Weg ins mobile Internet viel mehr Geld als erwartet. Der Finanzausblick für 2014 wurde gesenkt und der Start mehrerer neuer Spiele verschoben, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Die Quartalszahlen fielen ernüchternd aus: Von Mai bis Juni machte Zynga einen Verlust von 62,5 Millionen Dollar (46,8 Mio Euro). Im Vorjahreszeitraum war der Fehlbetrag mit knapp 16 Millionen Dollar noch viel niedriger. Der Umsatz brach um 33,6 Prozent auf 153,2 Millionen Dollar ein. Für das gesamte Jahr rechnet Zynga jetzt bestenfalls mit einer schwarzen Null statt des bisher in Aussicht gestellten Gewinns.

Investoren schickten die Zynga-Aktie auf Talfahrt. Das Papier, das in den vergangenen drei Monaten ohnehin schon 18 Prozent eingebüßt hatte, sank nachbörslich um 7,5 Prozent.

Zynga war einst mit Facebook-Spielen wie „Farmville“ oder „Cityville“ sehr erfolgreich, schaffte es jedoch nicht, mit neuen Hits daran anzuknüpfen. Die Firma aus San Francisco tut sich zudem schwer mit dem Sprung vom PC auf mobile Geräte wie Smartphones und Tablets.

Der aus Microsofts Xbox-Geschäft zu Zynga gewechselte Chef Don Mattrick verteidigte die bisherige Sanierung: Die Firma mache Fortschritte. Jetzt sei die Zeit für Investitionen für zukünftiges Wachstum sowie strikte Disziplin, sagte er der Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Bei der Nutzerzahl gab es einen Lichtblick. Im vergangenen Quartal gab es mit 130 Millionen Nutzern im Monat sechs Prozent mehr Kunden als im Vierteljahr davor. Vor einem Jahr hatte Zynga aber noch 30 Prozent mehr Nutzer.

Zynga kündigte Sportspiele als neue Kategorie an. Als erstes soll es ein American-Football-Game in Zusammenarbeit mit der US-Profiliga NFL geben. Das Unternehmen wollte sich einst mit Online-Glücksspiel sanieren, doch Mattrick stoppte diesen Plan.

Es gibt durchaus Beispiel von Firmen, die mit Smartphone-Spielen eine Goldader trafen, etwa King Entertainment mit „Candy Crush“, Supercell mit „Clash of Clans“ oder Rovio mit „Angry Birds“. Zynga gelang aber trotz aller Versuche bisher kein Hit in dieser Dimension.

dpa

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