Ruhe bewahren

Polizeikontrolle: Was man als Autofahrer beachten sollte

Eine Polizeikontrolle macht viele Autofahrer nervös – aber wenn man ein paar Regeln beachtet, gibt es dazu eigentlich keinerlei Grund.

Auf eine Polizeikontrolle reagieren die Menschen völlig unterschiedlich: Während einige die nahenden Beamten völlig kaltlassen, bekommen andere ein flaues Gefühl im Magen – selbst dann, wenn sie sich gar nichts zuschulden haben kommen lassen. Bei anderen wiederum brennen direkt die Sicherungen durch – wie vor nicht allzu langer Zeit bei einer Audi-Fahrerin. Letzteres ist selbstverständlich nicht zu empfehlen. Doch wie reagiert man bei einer Polizeikontrolle richtig – beziehungsweise an welche Regeln müssen sich die Beamten halten?

Bei einer Polizeikontrolle sollten Autofahrer immer die Ruhe bewahren. (Symbolbild)

Polizeikontrolle: So reagieren Sie als Autofahrer richtig

Zunächst einmal gibt es zwei verschiedene Arten von Polizeikontrollen: die stationäre und die mobile Kontrolle. Während man bei der stationären Kontrolle zumeist direkt von der Polizei einen Halteplatz zugewiesen bekommt, läuft die mobile Kontrolle (also im fließenden Verkehr) etwas anders ab. Wichtig dabei: Auch wenn vor einem oder im Rückspiegel ein Blaulicht auftaucht, begleitet vom aufleuchtenden Schriftzug „Stopp! Polizei“ bitte nicht direkt eine Vollbremsung einleiten. Wichtig ist: Die Ruhe bewahren und dann bei der nächstmöglichen Gelegenheit anhalten und dies den Beamten durch langsames Fahren und gesetzten Blinker signalisieren.

Polizeikontrolle: Autofahrer sind zur Angabe der Personalien verpflichtet

Wer die Aufforderung, einem Polizeifahrzeug zu folgen, ignoriert, muss laut ADAC mit einem Bußgeld in Höhe von 70 Euro sowie einem Punkt in Flensburg rechnen. Der Automobilklub rät Autofahrern dazu, sich immer so zu verhalten, dass die Polizisten sich nicht bedroht fühlen – und etwa bei eingeschalteter Innenbeleuchtung im Auto zu warten, bis der Beamte den Fahrer anspricht. Auch den Polizisten gegenüber stets ruhig, höflich und freundlich zu bleiben, ist mit Sicherheit kein Fehler.

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Zur Angabe der Personalien sind Autofahrer gegenüber der Polizei verpflichtet, wenn sie dazu aufgefordert werden. Auch Fahrzeugpapiere und Führerschein müssen ausgehändigt werden. Gegenstände, die im Auto mitzuführen sind – etwa Warndreieck, Warnweste und Verbandskasten – müssen ebenfalls auf Verlangen vorgezeigt werden.

Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen

Streit um Tempolimit für Ortsdurchfahrt
Zum 9. November 2021 ist der neue Bußgeldkatalog in Kraft getreten. Wer innerorts 16 bis 20 Stundenkilometer zu schnell fährt und geblitzt wird, zahlt statt wie früher 35 nun 70 Euro. © Sebastian Gollnow/dpa
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder.
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder. © Uwe Anspach/dpa
 Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. M
Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläuterte.
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläutert hatte. Dies gelte dann, wenn Radfahrer vorschriftswidrig auf einem Gehweg fahren.  © Paul Zinken/dpa
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)  © Swen Pförtner/dpa
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen.
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen.
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen. (Archivbild/Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa
Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.
Wer keine Rettungsgasse bildet oder die sogar selbst zum schnelleren Vorankommen mit dem Auto nutzt, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.  © Patrick Seeger/dpa
Polizei-Kontrollaktion zu Drogen und Alkohol
Lkw-Fahrer, die gegen die neu eingeführte Pflicht verstoßen, mit dem Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren, werden mit 70 Euro zur Kasse gebeten. (Archivbild/Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa
Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.
Auto-Poser aufgepasst: Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.  © Patrick Pleul/dpa

Polizeikontrolle: Auf Fragen der Beamten im Zweifelsfall besser schweigen

Über die Angaben zur Person hinaus sollte man sich sehr genau überlegen, was man auf Fragen der Beamten antwortet – oder ob man sicherheitshalber nicht lieber schweigt. Möglicherweise könnten bestimmte Aussagen als Schuldeingeständnis gewertet werden und später eine Menge Probleme bringen. Eventuell empfiehlt es sich, darauf hinzuweisen, dass man zunächst anwaltlichen Rat einholen möchte.

Ganz wichtig: Verdächtigen die Polizisten den Fahrer eines Vergehens, müssen sie in einer Belehrung auf das Recht zu schweigen hinweisen. Sonst kann die Aussage später nicht (oder nur sehr eingeschränkt) vor Gericht verwendet werden. So einen Fall gab es erst kürzlich infolge einer Unfallflucht: Das Landgericht Nürnberg-Fürth entschied in seinem Urteil aufgrund der fehlenden Belehrung zugunsten der vermeintlichen Verursacherin.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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