Unterwegs mit der Briten-Limousine

Jaguar XF P300: James-Bond-Auto im Langstrecken-Test

Jaguar XF James Bond Film
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Was auf vier Rädern fährt, kann das auch auf zwei. Dieser Stunt mit dem Jaguar XF stammt aus dem neuen James-Bond-Film.

Rasend schnell im neuen James-Bond-Film, chillig-komfortabel beim Langstreckentest: Wir zeigen die andere Seite des Jaguar XF P300.

  • Mit dieser Limousine will Jaguar Mercedes, BMW und Audi herausfordern.
  • Sechszylinder raus - wie stark sind die neuen Vierzylinder-Motoren?
  • Zum ersten Mal im Einsatz: Geräuschunterdrückung mit Gegenfrequenz.

Im neuen James-Bond-Streifen „Keine Zeit zu sterben“ spielt er eine automobile Hauptrolle. Mit zwei Jaguar XF wird der Spion seiner königlichen Majestät durch die Straßen der italienischen Weltkulturerbe-Stadt Matera gejagt. Das spricht für die Fahrdynamik der englischen Limousine. Doch wieviel Langstreckenkomfort steckt in dem Luxus-Liner? Wir haben es ausprobiert. Bei einer einwöchigen Ausfahrt nach Südfrankreich.

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Jaguar XF: Eleganz statt grober Klotz

Endlich wieder Limousine. Endlich wieder ein Auto, das nicht wie ein grober Klotz auf der Straße steht, endlich mal kein SUV. Elegant duckt sich der rote (Firenze Red) Jaguar XF auf der Straße, bereit auf den großen Sprung über die Alpen. Wir sind zu dritt – und bringen das Auto leider schon an seine Grenzen. Gerade, dass die Koffer und die umfangreiche Schuhsammlung (es sind zwei Damen an Bord) im knapp 460 Liter großen Kofferraum untergebracht werden können. Mäntel und Regenjacken sowie der Proviant landen schon auf der hinteren Rücksitzbank. Mehr passt hier auch nicht mehr rein. Vielleicht noch die ein oder andere Flasche französischen Weins auf der Rückfahrt…

Limousine statt SUV. Der Jaguar XF greift auf klassische Autotugenden wie Komfort und Souveränität zurück.

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Fast so breit wie ein BMW X7

Sitzprobe im Fond. Abgesehen von dem sich auftürmenden Kleiderbergen kann man sich ordentlich ausbreiten, die Polster sind bequem, aber nicht zu weich. Und auch die Beinfreiheit liegt mit 96 Zentimetern in einem ordentlichen Bereich. Vorne sind es knapp zehn Zentimeter mehr. Dass man jederzeit das Gefühl hat, ordentlich Platz zu haben liegt auch an den Fahrzeug-Dimensionen. Bei der Breite erreicht der Brite fast die Ausmaße eines BMX X7. Es fehlen nur zwei Zentimeter. Da kann man die knapp 1.000 Kilometer lange Fahrt entspannt angehen. Vor allem als Fahrer.

Elegant möbliert wurde das Cockpit des XF. Mit Leder, Alu, auf Wunsch auch mit grobporigen Holz-Inlays.

Live-Bilder auf dem Innenspiegel

Bei der umfangreichen Runderneuerung der Limousine Ende 2020 schenkten die Designer Innenraum und Cockpit ihre besondere Aufmerksamkeit. Großporiges Holz, feines Leder, Aluminium und Klavierlack erzeugen die Atmosphäre eines Londoner Clubs. Der 11,4 Zoll große und extrem flache Touchscreen in HD-Technik fügt sich dabei formvollendet und mittig in die Armaturentafel ein. Seine Bedienung ist im Gegensatz zum Vorgänger einigermaßen logisch. Übersichtlich auch der voll digitale Tacho im 12,3-Zoll-Format. Sein Layout passt sich der eingelegten Fahrstufe an. Eco leuchtet blau, Sport feuerrot. Aber eigentlich haben wir ihm keine große Aufmerksamkeit geschenkt. Die wichtigsten Infos gab es jederzeit klar, deutlich und nicht überfrachtet auf dem Head-Up-Display auf der Windschutzscheibe. Richtig gut ist auch die Sicht nach hinten. Hier überträgt eine in der Heckflosse am Dach angebracht Weitwinkel-Kamera ihre Bilder auf das Display. Fällt zunächst gar nicht auf. Erst als man vergeblich die Mitfahrerin auf der hinteren Sitzreihe sucht, wird einem klar: Technik ist keine Hexerei.

Rote Ledersitze sind, wie es sich für eine Limousine britischer Herkunft so geziemt, mit Aufpreis erhältlich. Of course!

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Hier wird Lärm mit Lärm bekämpft

Hightech leistet sich Jaguar für seine gehobene Mittelklasse-Limousine, die im Revier von 5er BMW, Audi A6 oder Mercedes-E-Klasse wildern soll, auch bei der Geräuschdämmung. Hier kommt eine völlig neue Technologie ins Spiel. Vereinfacht gesprochen wird hier Lärm mit Lärm unterdrückt. Über diverse Messinstrumente werden dabei die von der Fahrbahn ausgehenden Schwingungen analysiert. Der Computer berechnet dann die so genannte „destruktive Interferenzwelle“, also eine entgegengesetzte Schallwelle, die unerwünschte Geräusche im Fahrgastraum unterdrücken soll. Wenn wir ehrlich sind: Es wäre uns beim Fahren gar nicht aufgefallen, bei schlechtem Asphalt – und den gibt es gerade auf italienischen Autobahnen in endloser Länge - kam es uns sogar so vor, als ob der Jaguar besonders laut wäre. Jedenfalls hatten wir uns das auf der Meckerliste schon notiert.

Das verbraucht der Jaguar XF auf der Langstrecke

Abgesehen vom Platzproblem und kleineren Petitessen, nämlich dass das Zumachen der ziemlich schweren Türen von Innen eine gewisse Körperakrobatik verlangt, weil sie ziemlich weit aufschwingen, bleibt die Mecker-Ecke jedoch relativ überschaubar. Ein kleines Minus bekommt höchstens noch der Verbrauch. Wenn man in Betracht zieht, dass der überwiegende Teil der rund 2.400 Kilometer langen Gesamtfahrt auf Tempo begrenzten Autobahnen stattgefunden hat, sind die 9,1 Liter trotz ordentlicher Beladung schon relativ viel. Und weit entfernt von den Durchschnittsangaben, die bei 7,4 Litern liegen.

Der Kofferraum des Jaguar XF bringt es auf bis zu 459 Liter - das kann je nach Mitfahrern eng werden.

Vierzylinder statt Sechszylinder – macht das Spaß?

Dafür hat man aber auch 300 Pferdestärken unter der Haube – und die wollen gefüttert werden. Vor allem, weil sie ziemlich zügig in 6,1 Sekunden von 0 auf 100 rennen. Mit dem Einsatz von 400 Newtonmetern (Nm) Drehmoment. Hört sich gewaltig an, beim Fahren merkt man man die brachiale Beschleunigung aber gar nicht so stark. Ist halt nur ein kleiner Vierzylinder, der das Auto antreibt. Zwei Töpfe mehr und schon würde sich das doch gleich viel besser anfühlen. Gibt es aber nicht mehr beim XF. Nur noch den 2,0-Liter-Benziner mit 300 oder wahlweise 250 PS. Wer mehr (gefühlte) Power haben will, der muss vielleicht auf den ebenfalls erhältlichen 204 PS starken Turbodiesel zurückgreifen, der sich als Mild-Hybrid zusätzlichen Schub von einem E-Motor holt. Dennoch wollen wir mit der Motorisierung nicht zu hart ins Gericht gehen. Sie ist gerade auf der Langstrecke völlig ausreichend. Und so schnurrt das Kätzchen gerade auf den gut ausgebauten Schweizer und französischen Autobahnen freundlich dahin. Übrigens auf Samtpfoten, dafür sorgt schon das adaptive Fahrwerk und die souverän schaltende Achtgang-Automatik von ZF.

Keine Zeit zu sterben. Verfolgungsjagd mit zwei Jaguar XF im neuen James-Bond-Streifen.

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Unser Fazit zum James-Bond-Auto

Dass der XF auch dynamisch kann, hat er im James-Bond-Film hinlänglich bewiesen. Dass die Limousine aus bestem britischen Haus aber auch ein echter Langstrecken-Klassiker ist, haben wir bei unserem (Urlaubs-)Ausflug nach Südfrankreich erlebt. Ein äußerlich elegantes Auto mit hohen inneren Werten. Und wem das Kofferraumvolumen zu gering ist, dem sei der Shooting Brake des XF ans Herz gelegt. Der kostet in der Basisversion zwar rund 3.000 Euro mehr bietet dafür aber Platz für bis zu 1,700 Litern.

Technische Daten Jaguar XF P300 AWD

  • Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder Turbo-Benziner
  • Hubraum: 1.997 ccm
  • Maximale Leistung: 221 kW (300 PS) bei 5.500 U/min
  • Maximales Drehmoment: 400 Nm bei 1.500 bis 4.500 U/min
  • Antrieb: 8-Gang-Automatikgetriebe, Allradantrieb
  • 0-100 km/h: 6,1 s
  • Spitze: 250 km/h
  • Normverbrauch: 7,4 l/100 km
  • CO2-Emission (WLTP): 168 g/km
  • Länge / Breite / Höhe: 4,96 / 2,09 / 1,46 Meter
  • Kofferraumvolumen: 459 l
  • Leergewicht: 1819 kg
  • Anhängelast (gebr.): 1900 kg
  • Tankinhalt: 74 l
  • Preis ab 61.530 Euro

Rudolf Bögel *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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