Mythos oder Wahrheit

Hitze im Auto: Ist es in weißen Autos kühler?

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Weiß, wie Schnee - doch ist es in weißen Autos auch bei Hitze kühler?

Wenn der Planet vom Himmel brennt, ist die Hitze im Auto unerträglich. Bis zu 70 Grad kann sich das Innere in einem Fahrzeug aufheizen. Schwarz oder Weiß? Spielt die Lackfarbe dabei eine Rolle?

Bei der Suche nach dem Traumwagen hat jeder bestimmte Vorlieben. Aber auch wenn es um die Farbe geht, sind die Käufer wählerisch. Die Welt ist bunt und die Auswahl an Lacken für Autos mittlerweile auch. Wer allerdings beim Werterhalt seines Fahrzeuges auf der sicheren Seite sein will, lässt sich kaum von knalligen Trends verführen und greift aus Vernunft zu Silber oder Schwarz.

Beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) führen seit Jahren Silber und Grau die Statistik bei zugelassenen Neuwagen an. Allerdings drängt sich seit einigen Jahren eine andere Farbe ins Rampenlicht: Weiß. Früher galt eine weiße Lackierung bei Autos als billig und war als rostanfällig verschrien.

Obwohl die Farbe symbolisch für Unschuld oder Frieden steht und heiratswillige Bräute in hellen Kleidern vor den Traualtar treten, haftete weißen Autos bislang das Image von Maurer-, Metzger- und Installateurs-Fahrzeugen an.

Schwarz oder Weiß? Spielt die Lackfarbe eine Rolle?

Aber vielleicht gibt es einen simplen Grund, warum gerade die Farbe Weiß über Jahrzehnte bei Handwerkern so überaus beliebt zu sein scheint: Ist es in einem weißem Fahrzeug bei Hitze kühler als in einem schwarzen? Ist es möglich, dass die Farbe des Lacks einen Einfluss auf die Temperatur im Innenraum hat?

Ob schwarz oder weiß - allein die Lackfarbe hat, laut Friedhelm Schwiecker Pressesprecher von Dekra, keinen nennenswerten Unterschied auf die Innentemperatur. Zwar sei es physikalisch bewiesen, dass auf einer schwarzen Fläche höhere Temperaturen herrschen als auf einer weißen, doch welchen Effekt eine Lackfarbe bei einem baugleichen Auto hat, hätte Dekra so noch nicht getestet.

Den größten Anteil bei der Hitzentwicklung im Auto hätten Fensterflächen. Steht der Wagen in der prallen Sonne, heizt sich das Innere vor allem durch die Glasflächen auf. Deswegen statten Autohersteller ihre Fahrzeuge mit Wärmeschutzverglasung oder getönten Scheiben aus. Auch besondere Folien an den Fenstern sollen vor den Sonnenstrahlen schützen, indem sie das Sonnenlicht, das für die Wärme sorgt, reflektieren.

Psychologische Wirkung von Farbe

Jeder Mensch nimmt Farben anders wahr. Dass Farben auf uns unterschiedlich wirken und auch verschieden wahrgenommen werden, ist bekannt. Die Lackfarbe eines Autos beeinflusst sogar unsere Geräuschwahrnehmung. Die Universität Duisburg-Essen hat, laut einem Bericht des Deutschen Lackinstituts, herausgefunden, dass bestimmte Farben akustisch „laut“ wirken oder andere eher "leise".

Dazu ließ das Center of Automotive Research (CAR) unter der Leitung von Prof. Ferdinand Dudenhöffer sieben absolut baugleiche Autos, in verschiedenen Lackierungen, mit Tempo 30 an mehr als 250 Testpersonen vorbeifahren.

Das Ergebnis: Ein weißes Auto wirkte demnach bei 78 Prozent der Probanden leise bis extrem leise. Ein grünes Fahrzeug stuften nur 58 Prozent als leise ein, 23 Prozent sogar als laut.

Das Geräusch des weißen Autos empfanden zudem die meisten Testpersonen als angenehm, während das grüne Auto ein eher unangenehmes Geräusch machte. Rote und schwarze Autos wirkten auf die Probanden sportlich, silberne dagegen träge und schwach.    

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Lamborghini Veneno Roadster
Die Wahl der Farben ist wohl eine Frage der Emotion. Gerade beim Auto. Wer fährt welche Farbe und wie wirkt sie? Der Aspekt Sicherheit spielt für den Käufer keine große Rolle mehr. Rot gilt als Signalfarbe wirkt frech und sportlich. Allerdings nimmt das menschliche Auge Rot in der Dämmerung kaum war. © Lamborghini
Mazda3
Rot ist jedoch die ideale Auto-Farbe für Leute die aufallen möchten. Der Fahrer ist impulsiv und kontaktfreudig. Auch legt er sich gerne mal an und trägt Zweikämpfe aus. © Mazda
Auto Farbe Lack
Je nach Dunkelheit des Grau (von silbergrau bis graphit) setzt sich die Farbe schwer gegen die Straße ab. Die Entfernung eines grauen Wagens wird leicht überschätzt. Daher sind graue Fahrzeuge häufig in Unfälle verwickelt.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Die Farbe Silber verspricht Sinn für Stil. Doch wer diese Farbe wählt, hält sich auch für etwas Besseres.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Gelb ist wohl die auffälligste Farbe im Straßenverkehr und wirkt auch in der Dämmerung. Wer auch im Leben nicht übersehen werden will, wählt gelb. Der strahlende Ton ist etwas für Individualisten und Optimisten.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Babyblau und Hellblau wirken leicht und lassen manche schweren Modelle jedoch auch weniger stabil wirken.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Ein zuverlässiger und vorausschauender Typ bevorzugt Hellblau. Der Fahrer gilt als Team-Player, doch leider auch als phantasielos. © Hersteller
Auto Farbe Lack
Vornehm, frisch und dynamisch - das steht für Blau. Die perfekte Wahl für eine Diplomaten-Karossen oder ein Dienstfahrzeug. Denn Blau wirkt etwas weniger erhaben als Schwarz. Charakter des Fahrers bzw. Chauffeurs: Team-Player, doch leider auch phantasielos. © Hersteller
BMW Z4
Braun steht für Bourgeoisie: Die Töne gelten als undynamisch und bürgerlich. Vielleicht liegen die Brauntöne deshalb bei Fahrern der höheren Preisklasse im Trend.  © BMW
Auto Farbe Lack
Dunkles Orange, Rostbraun, Schwarzbraun und das Gold der Erde strahlen dagegen Sicherheit und Wohlgefühl aus.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Beige ist besonders in der Nacht leicht erkennbar. Die Farbe wird als leicht, sportlich und auch fromvergrößernd wahrgenommen. Der Farbpsychologen beschreibt den Fahrer jedoch als introvertiert mit einer Neigung zu Depressionen. © Hersteller
Auto Farbe Lack
Schwarz verleiht einem Wagen mehr Gewicht, Vornehmheit und Seriösität. Der Fahrer gilt als autoritär, selbstbewußt, ehrgeizgetriebener Erfolgsmensch. Die Farbe demonstriert Macht, doch verzichtet der Fahrer auch mal großzügig auf die Vorfahrt. © Hersteller
Caterham Aero Seven
Der Fahrer ist auf alle Fälle kontaktfreudig, löst sich vom Statusdenken und ist offen für Neues. © Caterham
Grün gilt als sicher, leicht und naturfroh. Es ist eine echte Sommerfarbe, denn im Winter kann hellgrün auch giftig wirken. 
Grün gilt als sicher, leicht und naturfroh. Es ist eine echte Sommerfarbe, denn im Winter kann hellgrün auch giftig wirken.  © Auto-Medienportal.Net
Auto Farbe Lack
Weiße Autos werden bei jeder Witterung gesehen, doch wirken weiße Modelle leichter. Der Fahrer gilt als unauffällig, sensibel, zurückhaltend und pflichtbewusst. Sie waschen häufig ihre Wagen und beachten die Straßenverkehrsordnung. © Hersteller
Jaguar XJR
Mehr zum Thema Farbe, Wirkung und die Charaktereigenschaft des Fahrer finden Sie im Internet unter www.farbeundleben.de © Jaguar

ml

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