Bußgeld droht

Auto auf Reserve fahren: TÜV-Experten warnen vor Schäden am Auto

Wenn die Reservelampe aufleuchtet, fahren viele Autofahrer noch Kilometer weiter. Doch das sollte man nicht tun. Experten warnen vor Schäden am Auto.

Die Fahrt zur Tankstelle würden sich dieser Tage wohl die meisten Autofahrer gerne sparen. Aber sofern es sich nicht um ein Elektroauto handelt, lässt sich dieser Besuch nicht vermeiden. In der Hoffnung, trotz der stark gestiegenen Spritpreise, den ein oder anderen Euro zu sparen, zögert so mancher Pkw-Besitzer aber und geht in die Reserve. Das ist jedoch keine gute Idee und kann dem Auto sogar schaden.

„Prinzipiell sollte man unbedingt vermeiden, den Tank komplett leer zu fahren. Denn das kann zu teuren Schäden an der Kraftstoffanlage führen“, warnt daher Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrzeugexperte des TÜV Rheinland. Stattdessen empfiehlt er mit Blick auf die aktuellen Spritpreise nachzutanken – unabhängig vom Füllstand des Tanks.

Experten des TÜV warnen davor, auf Reserve zu fahren und auf günstigere Spritpreise zuwarten.

Auto auf Reserve fahren: TÜV-Experten raten ab

Wer jedoch solange fährt, bis die Kontrollleuchte angeht und darüber informiert, dass die Reserve angebrochen ist, riskiert Schäden am Auto. Bei älteren Fahrzeugen führte das Leerfahren des Tanks oftmals zu Schäden an der Kraftstoffanlage. Kaputte Einspritz- und Benzinpumpen waren keine Seltenheit, erklärt Fahrzeugexperte Torsten Hesse vom TÜV Thüringen. 

Bußgeldkatalog: Mit welchen Geldstrafen Verkehrssünder rechnen müssen

Streit um Tempolimit für Ortsdurchfahrt
Zum 9. November 2021 ist der neue Bußgeldkatalog in Kraft getreten. Wer innerorts 16 bis 20 Stundenkilometer zu schnell fährt und geblitzt wird, zahlt statt wie früher 35 nun 70 Euro. © Sebastian Gollnow/dpa
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder.
Wer außerorts 16 bis 20 km/ zu schnell fährt und erwischt wird, zahlt statt früher 30 nun 60 Euro, auch hier gilt: je schneller, desto teurer. In vielen Fällen – also bei den Stufen der Geschwindigkeitsüberschreitungen – handelt es sich um eine Verdopplung der Bußgelder. © Uwe Anspach/dpa
 Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. M
Auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird teurer. Verstöße werden statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläuterte.
Manche Verstöße würden entsprechend auch für Radfahrer teurer, wie der ADFC mit Blick auf den neuen Bußgeldkatalog erläutert hatte. Dies gelte dann, wenn Radfahrer vorschriftswidrig auf einem Gehweg fahren.  © Paul Zinken/dpa
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)
Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie früher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet. (Archivbild/Symbolbild)  © Swen Pförtner/dpa
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen.
Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie früher 35 Euro rechnen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen.
Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen. (Archivbild/Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa
Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.
Wer keine Rettungsgasse bildet oder die sogar selbst zum schnelleren Vorankommen mit dem Auto nutzt, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.  © Patrick Seeger/dpa
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Lkw-Fahrer, die gegen die neu eingeführte Pflicht verstoßen, mit dem Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren, werden mit 70 Euro zur Kasse gebeten. (Archivbild/Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa
Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.
Auto-Poser aufgepasst: Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.  © Patrick Pleul/dpa

Zudem sinkt durch das Trockenlaufen auch die Lebensdauer der Motoren. Im Extremfall droht sogar ein Komplettausfall. Und das wird teuer: Ersatz kostet schnell einen vierstelligen Betrag. Bei älteren Dieseln mit einer mechanischen Einspritzung ist das Fahren in der Reserve vergleichsweise unkritisch. Bei diesen Motoren gibt es eine manuelle Entlüftung über eine Handförderpumpe im Motorraum.

Auto auf Reserve fahren: Bei leerem Tank droht Bußgeld

Auch moderne Motoren sind laut den Herstellern nicht mehr so anfällig, wenn der Tank einmal leergefahren wird. Dennoch raten die Experten dazu, die Reserve nicht komplett auszuschöpfen. Trotz des Einsatzes von Kraftstofffiltern könnten durch das Leerfahren Schmutzpartikel, die sich im Kraftstoff ablagern, angesaugt werden. Eine saubere Kraftstoffverbrennung ist dann möglicherweise nicht mehr gewährleistet.

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Sollte der Tank dennoch einmal leer sein, sollte man zunächst erst einmal Diesel oder Benzin nachtanken. Allerdings kann es anschließend mehrere Versuche brauchen, bis der Motor wieder anspringt. Dieses Szenario sollte man jedoch nicht nur aus technischer Sicht vermeiden. Denn ein leerer Tank kann auch rechtliche Folgen haben. Bleibt ein Fahrzeug deshalb liegen, droht ein Bußgeld.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Auf der Autobahn handelt es sich beispielsweise um widerrechtliches Halten oder Parken. Die Folge: eine Geldstrafe in Höhe von 30 beziehungsweise 70 Euro. Kommt es zu einem Unfall, droht zudem eine Mithaftung und auch die Strafe fällt in diesem Fall höher aus. Um das zu vermeiden, empfiehlt der ADAC den Besuch an der Tankstelle, „wenn der Tank etwa noch etwa ein Viertel voll ist.“ (Mit Material von dpa und SP-X)

Rubriklistenbild: © Manfred Segerer/Imago

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