Repräsentative Umfrage

Fahranfänger vs. Senioren: Wer ist gefährlicher im Straßenverkehr?

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Sowohl bei Senioren als auch Fahranfängern am Steuer ist manchen Verkehrsteilnehmern unbehaglich.

Die Mehrheit der Deutschen ist der Ansicht, dass von Fahranfängern und Senioren ein gleichermaßen hohes Risiko im Straßenverkehr ausgeht. Das ergab eine repräsentative Umfrage.

Im Falle der jüngeren Verkehrsteilnehmer reagierte der Gesetzgeber und führte den "Führerschein auf Probe" ein. Entsprechend umstritten ist die Debatte darüber, vergleichbare Regelungen für Senioren umzusetzen.

Verkehrsanwalt Jens Dötsch warnt vor einer vorschnellen Stigmatisierung von Senioren und Fahranfängern. "Auch wenn bestimmte Altersgruppen als besonderes Risiko empfunden werden, sagt das Alter allein nicht viel darüber aus, ob der Einzelne sicher fährt oder nicht." Für die repräsentative Umfrage wertete das Forsa-Institut die Antworten von 1.006 Teilnehmern im Alter von 18 bis 65 Jahren aus.

"Hohe Risikobereitschaft" kann Fahranfängern den Führerschein kosten

Seit mehr als 30 Jahren gilt in Deutschland der "Führerschein auf Probe". Verstoßen Autofahrer in den ersten zwei Jahren nach der Fahrprüfung massiv gegen Verkehrsregeln oder verursachen einen Unfall, müssen sie unter Umständen die Fahrerlaubnis wieder abgeben. Mit dieser Vorschrift reagierte der Gesetzgeber laut Kraftfahrtbundesamt auf die "Unerfahrenheit und hohe jugendtypische Risikobereitschaft" von Fahranfängern.

Die Forsa-Umfrage im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht offenbarte jetzt jedoch: 53 Prozent der Befragten halten ältere Verkehrsteilnehmer für ein ähnlich hohes Risiko wie Neulinge. Der Anteil der Befragten, die jeweils den Fahranfängern oder den Senioren einen höheren Risikofaktor unterstellt, ist mit 20, bzw. 21 Prozent nahezu gleich groß.

Senioren übersehen häufiger Stoppschilder und rote Ampeln

Die Gründe für das erhöhte Risikopotenzial der jeweiligen Altersgruppe sind nach Überzeugung der Befragten stark unterschiedlich. Älteren Verkehrsteilnehmern werden dabei in erster Linie Fehler zugeordnet, die auf eine Überforderung durch den Straßenverkehr schließen lassen.

Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten glaubt, dass Senioren Probleme beim Einhalten der Fahrspur haben. Weitere Schwierigkeiten liegen für ältere Autofahrer demnach im dichten Verkehr (40 Prozent), beim Schalten (38 Prozent) sowie grundsätzlich in dem Bemühen, den Überblick zu behalten (37 Prozent).

39 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Ältere häufiger als Jüngere rote Ampeln oder Stoppschilder überfahren. Bei der Bereitschaft, einen Unfallort unerlaubt zu verlassen, zeigt die Befragung ein ausgeglichenes Ergebnis zwischen beiden Risikogruppen.

Fahranfänger halten sich weniger an Gesetze und Regeln

Fahranfänger nehmen demnach die geltenden Verkehrsgesetze und -regeln weniger ernst als Senioren. 92 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass Fahranfänger besonders gegen das Handyverbot am Steuer verstoßen. Außerdem gehen 80 Prozent davon aus, dass Anfänger eher zu schnell fahren als andere.

Auch bei weiteren gravierenden Gesetzesverstößen rechnet eine Mehrheit den Fahranfängern einen höheren Anteil zu. 61 Prozent sind überzeugt, dass Anfänger andere Verkehrsteilnehmer eher drängeln, schneiden oder ausbremsen. 58 Prozent unterstellen ihnen die Bereitschaft, gegen ein Überholverbot zu verstoßen. 53 Prozent glauben, dass Jüngere häufiger als Senioren unter Alkoholeinfluss Auto fahren.

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Führerschein auf Probe: Vergleichbare Regelungen für Senioren?

Mit dem "Führerschein auf Probe" hat der Gesetzgeber nach Überzeugung der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht ein wirksames Instrument gefunden, das Risiko für andere durch Fahranfänger zu verringern. Eine ähnliche Regelung, wonach Senioren ihren Führerschein altersbedingt abgeben müssen oder erneut zur Führerscheinprüfung gebeten werden, existiert nicht, da dieses eine pauschale Diskriminierung von älteren Menschen bedeuten würde.

Statistisch gesehen erhöht sich zwar mit dem Alter die Wahrscheinlichkeit, dass gesundheitliche Beschwerden zunehmen, jedoch altert nicht jeder Mensch gleich. Auch die gesundheitlichen Einschränkungen sind stets individuell. Aus diesem Grund bestimmt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft die KFZ-Versicherungsbeiträge durch eine Reihe von Merkmalen. Dazu zählen zum Beispiel die Kilometerleistung, die Typklasse und die Anzahl schadenfreier Jahre.

Wer jahrelang unfallfrei gefahren ist, profitiert im Alter von hohen Schadenfreiheitsrabatten. Da ältere Menschen aber im Schnitt mehr Schäden verursachen, wird auch das "Alter des Fahrers" mit einbezogen, das den Versicherungsbeitrag für Fahrer mittleren Alters senkt und für ältere Fahrer anhebt.

Entzug der Fahrerlaubnis nach Gesetzesverstoß

Bislang obliegt es den Verkehrsbehörden und der Polizei, ob sie sich die Fahrtauglichkeit von Senioren nach Zwischenfällen überprüfen wollen. Am Ende eines solchen Verfahrens kann unter Umständen der Entzug der Fahrerlaubnis drohen. "Auch deshalb ist es dringend zu empfehlen, sich sofort nach einem Zwischenfall Rat und Hilfe bei einem fachlich versierten Rechtsanwalt zu holen", betont die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht. Das gilt natürlich auch für jede andere Altersgruppe, nach einem Unfall oder einem möglichen Regelverstoß können sich auch gut gemeinte Äußerungen später belastend ausgelegt werden.

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Autodebakel - die größten Rückrufaktionen

Toyota Avenis
Immer wieder starten Autohersteller große Rückrufaktionen. Wenn ein Wagen in die Werkstatt muss, ist das schlecht fürs Image. Rund vier Jahre nach dem spektakulären Massen-Rückruf von Millionen Toyotas hat ein US-Gericht den japanischen Autobauer entlastet. Der Hersteller sei nicht verantwortlich für einen Unfall aus dem Jahr 2009, bei dem eine Frau ums Leben gekommen war. © Toyota
Toyota Prius
In dieser Zeit war Toyota wegen angeblich klemmender Gaspedale und verrutschender Fußmatten, die die Bremse hätten blockieren können, in die Schlagzeilen geraten.Februar 2010: Toyota ruft auch in Deutschland mehr als 215.000 Autos wegen möglicher Probleme beim Gaspedal zurück. Auch der PriusIII erhält ein Software-Update des Antiblockiersystems. © Toyota
Toyota Aygo
Laut Toyota sind folgende Baureihen betroffen: AYGO (aus dem Produktionszeitraum Februar 2005 bis August 2009) - iQ (November 2008 bis November 2009) - Yaris (November 2005 bis September 2009)... © Toyota
Toyota IQ
...Auris (Oktober 2006 bis 5. Januar 2010) - Corolla (Oktober 2006 bis Dezember 2009) - Verso (Februar 2009 bis 5. Januar 2010) - Avensis (November 2008 bis Dezember 2009) - RAV4 (November 2005 bis November 2009). © Toyota
Automobilhersteller
In den 80er-Jahre kam Audi in Nordamerika in Verruf - unberechtigt, wie sich später herausstellen sollte. Grund waren zahlreichen Verkehrsunfällen mit dem Audi 5000, einer für die USA angepassten Version des Audi 200. © dpa/Hersteller
Audi Logo
Ungewollte Beschleunigung war der Grund für zahlreiche Serviceaktionen in den USA. Die US-Auto-Verkäufe der Marke Audi brachen bis zum Jahr 1987 um fast 60 Prozent ein. © dpa
Audi
Audi führte damals die heute weit verbreiteten Schalthebel- Sperre ein. Dabei muss vom Umschalten aus der Park-Position in eine Fahrstufe ein Knopf am Getriebewählhebel gedrückt werden, was Bedienfehler künftig ausschließen sollte. © Audi
Automobilhersteller
Der japanische Autobauer Nissan ruft 2003 weltweit 2,56 Millionen Fahrzeuge wegen eines Motordefekts zurück.  © dpa/Hersteller
Automobilhersteller
Schadhaften Heckleuchte müssen 2004 bei Geländewägen von General Motors repariert werden. Es gibt auch Probleme mit dem Gaspedal. © dpa/Hersteller
Chrysler Group
Die Chrysler Group ruft 2004 2,7 Millionen Autos der Modelljahre 1993 bis 1999 wegen möglicher Probleme mit dem Automatikgetriebe zurück. © Chrysler
Automobilhersteller
1,5 Millionen Kleinlaster und Geländewagen des US-Autobauers General Motors sollen 2005  in die Werkstatt. Grund: Probleme mit den Sicherheitsgurten. Vom Rückruf sind hauptsächlich Fahrzeuge in den USA betroffen, darunter der Cadillac Escalade, der Yukon und der Hummer H2. © dpa/Hersteller
Mercedes C-Klasse
Daimler-Chrysler ruft im März 2005 weltweit 1,3 Millionen Mercedes zur Überprüfung von Elektronik und Bremsen zurück. Bei bestimmten Modellen vom Baujahr 2001 an werden Spannungsregler der Lichtmaschine, die Software der Stromversorgung sowie Bremsanlagen geprüft. © Mercedes
Automobilhersteller
Im Dezember 2007 ordert Ford 1,17 Millionen Lastwagen, Geländewagen und Vans der Baujahre 1997 bis 2003 wegen eines defekten Motorsensors zurück. © dpa/Hersteller
Automobilhersteller
Oktober 2009: Ein kleiner Schalter beschert dem US-Autobauer Ford die größte Rückrufaktion seiner Geschichte. Weil ein defekter Geschwindigkeitsregler Feuer auslösen kann, muss der Hersteller in den USA 4,5 Millionen ältere Modelle zurückrufen. Von dem seit langem bekannten Defekt des Tempomat-Schalters sind damit seit 1999 insgesamt rund 16 Millionen Fahrzeuge betroffen. Die Modelle stammen aus den Jahren 1992 bis 2003. © dpa/Hersteller
Porsche Panamera 2010
April 2010: Porsche ruft weltweit 11.324 Panamera des Modelljahrs 2010 in die Werkstätten zurück. Grund für den Rückruf sei die theoretische Möglichkeit, dass bei extremen Positionen der Vordersitze die Gurtschlösser nicht richtig einrasten - also beispielsweise wenn ein sehr großer Fahrer den Sitz extrem weit nach hinten schiebt. © Porsche
Porsche Carrera
März 2013: Der Autobauer Porsche ruft weltweit 5500 Sportwagen des Typs Carrera zurück. Grund: Bei einer Laufleistung von 40.000 bis 100.000 Kilometern sei bei Testfahrzeugen am Auspuff ein Riss aufgetreten, der dazu führen könne, dass die Endrohre rosten und abfallen. © Porsche
Auto Werkstatt
Oktober 2013: BMW ruft weltweit 176.000 Autos der Reihen X1, X3, 1er, 3er und 5er mit Vierzylinder- Benzinmotoren zurück. Grund ist ein Fehler, der schlimmstenfalls den Ausfall des Bremskraftverstärkers verursachen könnte. Anfang 2013 rief die Nobelmarke rund 750.000 Autos zurück. © picture alliance / dpa
VW Tiguan
November 2013: VW bestellt weltweit 2,6 Mio Autos in die Werkstatt. Die einzelnen Probleme sind nur klein, doch es könnte der wohl größte Rückruf in der Konzerngeschichte werden. Allein 800.000 Exemplare des VW Tiguan Baujahr 2008 bis Mitte 2011 sollen wegen Reparaturen am Licht in die Werkstätten. © VW
VW Amarok Canyon
Außerdem ruft die VW-Nutzfahrzeugtochter 239.000 Amarok-Modelle wegen möglicher Lecks an Kraftstoffleitungen zurück. In Deutschland trifft der Rückruf 12.359 Exemplare des Offroaders. Der Rückruf gelte für alle bis Juni dieses Jahres gebauten Pick-ups, so ein Sprecher. © VW
VW Logo
Dazu bietet VW einen Ölwechsel für alle Fahrzeuge mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetrieben (DSG) an, die mit synthetischem Öl laufen. Ein Sprecher sagte, es gehe dabei um insgesamt 1,6 Millionen Autos, auch bei den Töchtern Seat und Skoda. © dpa
Porsche 911 GT3
Februar 2014: Anfang Februar sind zwei Expemlare des neuen Porsche 911 GT3 ausgebrannt. Die Fahrzeuge waren, laut dem Autobauer, nach einem Motorschaden in Brand geraten. Eine gelöste Pleuel-Verschraubung war, laut einer Mitteilung von Porsche, Schuld. Die Konsequenz: 785 Porsche GT3 müssen sofort in die Werkstatt. Die Motoren werden ausgetauscht. © Porsche
Zündschloss defekt: GM ruft 1,4 Mio Autos zurück
Februar 2014: Der Opel-Mutterkonzern General Motors ruft wegen defekter Zündschlosser 1,4 Mio Autos zurück. Betroffen sind älteren Autos der Marken Chevrolet, Pontiac und Saturn. Für GM wird es Ende März eng. Wegen der Zündschloss-Pannen gab es in den USA mindestens 13 Tote. Zündschlösser waren zu schwach ausgelegt, so dass sie während der Fahrt auf die „Aus“-Position zurücksprangen und als Folge Servolenkung, Bremskraftverstärker sowie Airbag nicht funktionierten. © AFP
General-Motors
April 2014: General-Motors ruft erneut 1,3 Millionen Wagen in den USA und 200.000 in anderen Ländern zurück. Bei den Autos - es handelt sich um verschiedene Chevrolet-, Saturn- und Pontiac-Modelle der Baujahre 2004 bis 2010 - könne die Servolenkung plötzlich ausfallen. Damit hat der Konzern mehr als sechs Millionen Autos zurückgerufen. © dpa
General-Motors
Die Rückrufwelle bei General Motors scheint kein Ende zu nehmen. Im Juli 2014 ruft der US-Autobauer erneut 823.000 weitere Wagen wegen diverser Defekte in die Werkstätten. Seit Jahresbeginn sind das nun 60 Rückrufe. „Diese Rückrufe zeigen, wie sehr wir unseren Sicherheitsansatz verbessert haben“, sagte der zuständige GM-Manager Jeff Boyer. © AFP
MEDLEY, FL - MAY 22: A deployed airbag is seen in a Chrysler vehicle at the LKQ Pick Your Part salvage yard on May 22, 2015 in Medley, Florida. The largest automotive recall in history centers around the defective Takata Corp. air bags that are found in millions of vehicles that are manufactured by BMW, Chrysler, Daimler Trucks, Ford, General Motors, Honda, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru and Toyota. Joe Raedle/Getty Images/AFP== FOR NEWSPAPERS, INTERNET, TELCOS & TELEVISION USE ONLY ==
Mai 2015: Airbag-Desaster bei Takata - wegen defekter Airbags des japanischen Zulieferers Takata müssen fast 34 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten beordert werden. Acht Todesfälle und mehr als 100 Verletzte werden mit den Problemen in Zusammenhang gebracht. © AFP
(FILES) -- THis file picture taken on March 1, 2013 in Quimper, northwestern France, shows the fuel cap of a diesel car. Analysts and green groups have been warning for years that actual vehicle emissions were likely much higher than reported ones -- creating a false sense of confidence in the quality of the air we breathe, and preventing adequate measures from being taken. AFP PHOTO / FRED TANNEAU
September 2015: Der Abgas-Skandal erschüttert den Volkswagenkonzern. VW hat Diesel-Autos mit einer Software so manipuliert, dass sie beim Test der US-Behörden deutlich weniger Stickoxide ausstießen als im Normalverkehr auf der Straße. In Deutschland müssen 2,4 Millionen Fahrzeuge in die Werkstatt. © AFP
Oktober 2015: Toyota ruft 6,5 Millionen Autos zurück. Ursache ist ein Defekt bei einem Modul für elektrische Fensterheber. Betroffen sind nach Angaben des weltgrößten Autobauers verschiedene Modelle: Corolla, Auris, Yaris, RAV4 und Urban Cruiser aus den Produktionszeiträumen August 2005 bis August 2006 sowie August 2008 bis Dezember 2010. © dpa

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